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Chronik Wien
02/09/2020

Die Wiener Bluse, die Fans in den USA hatte

Die Wiener Bluse war für ihr ausgezeichnetes Material, die aufwendigen Stickereien und den Besatz mit echter Spitze bekannt.

von Stefanie Rachbauer

Ende des 19. Jahrhunderts taten sich die geschickten Wiener Kleidermacher mit zwei Produkten besonders hervor: mit dem Schneiderkostüm und der sogenannten Wiener Bluse. Beide sorgten in der Modewelt für Furore. 

Das klassische Schneiderkostüm war ein schwarzes Wollkostüm, das unter den Namen „Tailormade“ oder „Stephaniekostüm“ vermarktet wurde. Es ist der Vorläufer des heutigen Business-Kostüms für Damen.

Das Vorbild dafür: enge englische Reitkostüme. Die Wiener Schneider kreierten auf dieser Basis eine etwas weniger strenge, femininere Variante.  Die Zielgruppe dafür waren berufstätige Frauen. 

Eigene Blusen-Zeitschriften

Sie kombinierten dazu – wie könnte es anders sein – Blusen. Die „Wiener Bluse“ zeichnete sich durch ausgezeichnetes Material, aufwendige Handstickereien und einen Besatz aus echter Spitze aus. 

Sie fand solchen Anklang, dass sich ihr sogar eigene Zeitschriften widmeten. Zum Beispiel das Blatt Wiener Blusenmodelle, das von 1914 bis 1933 erschien. Es druckte   seitenweise Blusenentwürfe und ausführliche Beschreibungen dazu ab. 

Ein besonders bekannter Blusen-Hersteller war Rositta Modellwäsche in der innerstädtischen Weihburggasse. Der Betrieb verkaufte seine Modelle an Kaufhäuser in ganz Europa – und sogar bis nach Amerika.

Berühmt waren die Rositta-Schneider für ih sorgfältiges Handwerk: Die Knopflöcher und der Saum der Blusen wurden von Hand genäht und die Muster – oft in  stundenlanger Arbeit – sorgsam aufgestickt.  

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