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Chronik Wien
11/03/2021

Die U2 soll Vorzeige-U-Bahn bei Sonnenstrom werden

Die Wiener Linien prüfen Konzept der Neos, in der Donaustadt haben alle Fraktionen bereits zugestimmt.

von Agnes Preusser

In Wien werden derzeit innovative Lösungen gesucht, um den Ausbau von Sonnenenergie voranzutreiben. Ein Vorstoß kommt jetzt von den Neos. Sie wollen die U2 zur Fotovoltaik-Linie umfunktionieren.

Besonders die großflächigen Außenwände der U-Bahn-Stationen würden sich laut Bezirksrätin Jing Hu eignen. In einem ersten Schritt soll die Wand bei der Station Hausfeldstraße in Richtung Seestadt für eine Fotovoltaik-Anlage genutzt werden.

„Um das Wiener Ziel, den Sonnenstrom bis 2025 zu verfünffachen, zu erreichen, wird das Potenzial auf allen öffentlichen Gebäudeflächen der Stadt ausgelotet“, sagt Stefan Gara, Sprecher für Energie und Klimaschutz bei den Wiener Neos.

Wien habe die größte Fotovoltaik-Initiative in der Geschichte geplant. Bis 2025 sollen Anlagen mit 250 Megawatt Peak (MWp) errichtet werden – das entspricht einer Fläche von fast 100 Fußballfeldern pro Jahr.

Gerade bei der begrenzten Fläche in Städten brauche es darum effektive Lösungen, so Gara. Die Stadt solle so zum Vorreiter bei innovativen Lösungen bei U-Bahnen, Parkplätzen und Lärmschutzwänden werden.

Pilotprojekt in Ottakring

Im Bezirk ist die Idee wohlwollend aufgenommen worden. Der entsprechende Antrag wurde in der Verkehrskommission von allen Fraktionen angenommen und und an die Wiener Linien weitergeleitet. Auch dort steht man dem Vorhaben positiv gegenüber und prüfe nun eine mögliche Umsetzung, sagt eine Sprecherin auf KURIER-Anfrage. Man sei immer froh über Vorschläge von den Experten im Bezirk.

Selbst haben die Wiener Linien bereits im Herbst 2019 ein erstes Solar-Pilotprojekt gestartet. Dabei wurden spezielle Fotovoltaik-Folien auf dem Dach der U-Bahn-Station Ottakring installiert.

Die Anlage produziert 14 Stunden pro Tag Energie. Damit kann in den Mittagsstunden rund 50 Prozent des Energiebedarfs der gesamten Station Ottakring gedeckt werden. Das sei auch finanziell gut: „Da uns die Sonne keine Rechnung schickt, ist der Strom nicht nur gut fürs Klima, sondern auch fürs Börserl“, sagt der Geschäftsführer der Wiener Linien, Günter Steinbauer.

Internationales Projekt

Die Wiener Linien sind bei dem internationalen Projekt „Low Carb“ (weniger Kohlendioxid) einer von zwölf Partnern aus sieben EU-Nationen. Die gewonnenen Daten der PV-Folien werden genau aufgezeichnet und analysiert.

Nach Abschluss des Klima-Projekts im Jahr 2022 werden Empfehlungen formuliert, um die Emissionen von europäischen Öffis bis zum Jahr 2050 um 60 Prozent zu reduzieren.

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