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Chronik Wien
02/26/2020

Simas schwimmende Gärten am Donaukanal kommen nun doch

Freizeitoase auf der Kaiserbadschleuse soll bis zum Sommer entstehen. Rechtliche Probleme sind gelöst.

von Josef Gebhard

Fünf Jahre ist es her, als bei der SPÖ-Klubklausur Umweltstadträtin Ulli Sima ein damals vielbeachtetes Freizeitprojekt ankündigte: Die schwimmenden Gärten am Donaukanal. Gemeint ist damit eine Überplattung und Begrünung der denkmalgeschützten Kaiserbadschleuse auf der Höhe des Otto-Wagner-Schützenhauses, wodurch eine für die Bevölkerung nutzbare Erholungsfläche entstehen soll.

Doch lange sah es aus, als ob aus dem Projekt nichts werden würde. Hintergrund waren auch hier schwierige Besitzverhältnisse: Das Areal gehört der Donauhochwasserschutz-Konkurrenz (DHK) und damit dem Bund. Diese hat die Fläche an Norbert Waldenburg (vormals Norbert Weber) verpachtet. Kein Unbekannter: Weber war auch Pächter der Lokalmeile Copa Cagrana und lag über viele Jahre in erbittertem Rechtsstreit mit der Stadt, die dieses Areal neugestalten und verschönern wollte.

Ähnlich die Lage bei der Kaiserbadschleuse: Laut Angaben Simas habe Weber die Betonfläche nie genutzt, aber jegliche Neugestaltung blockiert.

Jetzt seien aber alle rechtlichen Probleme gelöst, die DHK habe der Stadt das Areal überlassen und das Projekt Schwimmende Gärten könne noch heuer in Angriff genommen werden, kündigt die Stadträtin an. „Die Fertigstellung ist für den Sommer geplant.“ Also rechtzeitig bis zum Wien-Wahlkampf.

Die Kosten für die Verschönerung des Areals (Gesamtfläche 1.484 m²) belaufen sich laut einer Sima-Sprecherin auf 3,5 Millionen Euro. Diese relativ hohe Summe ergebe sich aus den hohen Auflagen, die der Denkmalschutz und diverse Sicherheitsvorschriften nach sich ziehen würden. Man rechne aber damit, dass man letztlich nicht die gesamte Summe benötigen werde.

Der Umbau sieht eine Überplattung vor, womit eine neue Verbindung zwischen Donaukanal-Promenade und Schleuse entsteht. Es sind große Pflanztröge geplant, die mit Stauden- und Gräserpflanzungen und punktuellen Großsträuchern und auch Bäumen bepflanzt sind. Dazwischen entstehen Sitz- und Liegemöglichkeiten.

Auch der Klimaschutz-Aspekt soll berücksichtigt werden. Durch eine Entsiegelung und Begrünung wird der einströmende Luftstrom entlang von Donau und Donaukanal gefördert und beschleunigt und trägt an Hitzetagen zusätzlich zur Abkühlung bei.  

Zur Geschichte des Areals: Die Wehranlage und Schleuse Kaiserbad, die am Donaukanal zwischen Franz-Josefs-Kai und Obere Donaustraße situiert sind, wurden sowie das Schützenhaus in den Jahren 1904 bis 1908 erbaut.

Die Staustufe Kaiserbad war die einzige der ursprünglich drei geplanten Staustufen des Donaukanals. Der Name bezieht sich auf das ehemalige Kaiserbad, das sich ursprünglich an dieser Stelle befand und 1899 abgebrochen wurde. Die Wehr Kaiserbad war bis 1945 in Betrieb. Am Ende des Weltkrieges wurde die Wehranlage zerstört. Teile der Kammerschleuse sowie die Schleuseninsel bestehen aber bis heute.

 

 

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