Chronik | Wien
04.10.2017

"Burkaverbot": Polizei kontrolliert Pferdemasken-Musiker

Seit 1. Oktober gilt in Österreich das umstrittene "Burkaverbot". Es fand ein "aufklärendes Gespräch" statt.

In Wien sind sie bekannt wie bunte Hunde: Die Straßenmusiker mit Pferdemasken. Neben der Kreuzung an der Ecke Mariahilfer Straße und Museumsstraße spielen die Künstler auch zwischen den Museen am Maria-Theresien-Platz. Touristen bleiben stehen, hören zu und machen Fotos - freilich Selfies inklusive.

Es sind die Pferdemasken, die Aufmerksamkeit erregen. So auch bei der Polizei. Am Mittwochnachmittag wurden die drei Musiker nämlich von zwei Wiener Beamten kontrolliert. Der Grund: Ihre Gesichter sind nicht zu erkennen, sagt Polizeisprecher Daniel Fürst zum KURIER. Deshalb hätte ein "aufklärendes Gespräch über das neue Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz" stattgefunden.

Seit 1. Oktober gilt in Österreich das umstrittene "Burkaverbot". Generell dürfen Gesichter nicht mehr verhüllt werden. Das betrifft alle Trägerinnen von Burkas oder Niqabs sowie Menschen, die ohne medizinische Notwendigkeit Atemschutzmasken tragen. Das Innenministerium hat Broschüren vorbereitet, die auf Deutsch, Englisch, Türkisch und Arabisch informieren. Wer sich weigert, sein Gesicht zu zeigen, riskiert 150 Euro Strafe.

Die drei Künstler in Wien mussten allerdings keine Strafe zahlen. Sie wollen auch weiterhin mit Pferdemasken auftreten, sagten die musizierenden Maskenträger zum KURIER.