Chronik | Wien
15.03.2018

Bluttat in Praterstraße: Afghane soll Justizwachebeamte attackiert haben

Ein Beamter soll einen Fingerbruch erlitten haben.

Jafar S. befindet sich nicht mehr in der Justizanstalt Wien-Josefstadt. Jener Afghane, der in der Vorwoche in Wien-Leopoldstadt auf vier Menschen eingestochen haben soll, dürfte in der Nacht auf Donnerstag auch sechs Justizwachebeamte attackiert haben. Beim Versuch, den Mann zu bändigen, erlitt ein Beamter einen Fingerbruch. Jafar S. wurde auf die Baumgartner Höhe gebracht und wird dort medizinisch versorgt. Die erste Besprechung mit seinem Anwalt Wolfgang Blaschitz (er vertritt ihn gemeinsam mit Astrid Wagner, Anm.) fiel somit ins Wasser.


Der Afghane war in einer Video-überwachten Zelle untergebracht. Justizwachebeamte beobachteten, dass er sein (reißfestes) Nachthemd in Streifen reißen wollte. „Wir sind davon ausgegangen, dass er kurz vor einem erneuten Suizidversuch steht“, sagt Peter Hofkirchner, Sprecher der Justizanstalt.

Vor Ordination

Deshalb wurde Jafar S. in Begleitung von mehreren Beamten der Ärztin vorgeführt – doch vor der Ordination soll er sich plötzlich äußerst aggressiv verhalten haben. Eine Rangelei war die Folge. Jafar S. hatte erst am vergangenen Montag versucht, sich das Leben zu nehmen. Doch die Beamten schritten rechtzeitig ein.

Dass der Mann schwere psychische Probleme hat, scheint nicht nur den Anwälten klar. In den Einvernahmen sprach er davon, vom Teufel verfolgt zu werden, und dass er sich an jenem Abend von der dreiköpfigen Familie ausgelacht gefühlt hätte – und deshalb mit einem Messer auf sie in der Praterstraße eingestochen habe.
Der 67-jährige Familienvater schwebte daraufhin sogar in Lebensgefahr. Aktuell ist sein Zustand stabil. Unmittelbar darauf soll der Asylwerber auch noch einen Landsmann am nahe gelegenen Praterstern schwer verletzt haben. Er sei an seiner Drogensucht schuld gewesen.