Silvia Nossek wurde 2015 Bezirksvorsteherin - äußerst knapp. 

© Kurier/Juerg Christandl

Chronik Wien
10/09/2020

Bezirksvertretungswahl: Türkis-grünes Schlachtfeld in Währing

Die grüne Bezirkschefin Nossek muss um ihr Amt zittern. Denn die ÖVP ist auf Rache aus.

von Stefanie Rachbauer

Exakt 212 Stimmen haben bei der Bezirksvertretungswahl 2015 in Währing ein politisches Erdbeben ausgelöst: Nach 69 Jahren der ÖVP-Herrschaft ging der Bezirk an die Grünen, Silvia Nossek wurde Bezirksvorsteherin.

Das wollen die Türkisen freilich nicht auf sich sitzen lassen: Sie sind auf Rache aus.

Wie ernst es der ÖVP damit ist, Währing zurückzuerobern, wurde bereits im Juli deutlich: Da präsentierten die Türkisen zwar ihre Liste für die Wien-Wahl, blieben aber inhaltliche Forderungen schuldig – bis auf eine: Man wolle Währing von den Grünen zurückerobern, lautete die einzige konkrete Ansage.

Erledigen soll das Kasia Greco: Die Vize-Chefin der Wirtschaftskammer Wien zieht im 18. Bezirk als türkise Spitzenkandidatin in die Schlacht.

Die 49-jährige Unternehmerin will Parks ausbauen, lokales Einkaufen sowie die Wirtshauskultur fördern und die Gesundheit der Bewohner mit zusätzlichen Fitness- und Beratungsangeboten stärken.

Amtsinhaberin Silvia Nossek hat sich gegen die Konkurrenz gewappnet: Lange bevor der Wahlkampf an Fahrt aufnahm, präsentierte die 56-Jährige ein Komitee aus Unterstützern.

Und sie begann, die mediale Aufmerksamkeit auf sich und ihre Projekte zu lenken: Sei es mit dem umgebauten Johann-Nepomuk-Vogl-Platz, mit der begrünten Mauer beim Schubertpark oder mit neuen Bäumen bei der Bim-Station Scheibenbergstraße.

Streit um Platzl

Ihr Prestigeprojekt für die Wahl ist aber der Umbau des Gersthofer Platzls (geplant sind mehr Bäume, breitere Gehsteige und ein Radstreifen statt einer Autospur in Richtung stadtauswärts) – und zwar gezwungenermaßen.

Wäre es nach Nossek gegangen, hätten die (schon einmal verschobenen) Arbeiten heuer beginnen sollen. Aber: Die anderen Parteien verweigerten ihr das Budget dafür.

Ob das Projekt damit endgültig gestorben ist, wird sich am 11. Oktober weisen.

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