© Rendering Linke Wienzeile

Chronik Wien
08/19/2019

Baustellenkoordinator: „Meiden Sie die Linke Wienzeile“

Am 2. September starten die Bauarbeiten des letzten Teils des Wiental-Radwegs. Nur eine Spur ist befahrbar

von Anna-Maria Bauer

Mit dem Ende der Sommerferien verschwinden die großen Baustellen meist wieder von der Straße. Doch eine mit viel Konfliktpotenzial steht den Wienerinnen und Wienern noch bevor: Weil die letzte Lücke des Wiental-Radwegs geschlossen wird, ist die Linke Wienzeile vier Monate lang nur einspurig befahrbar.

Der KURIER hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen und den Überblick über die Radwege, die noch gebaut werden.

Wie lautet der Fahrbahn des Projekts?

Ab 2. September ist auf den 600 Metern der Linken Wienzeile zwischen Getreidemarkt und Köstlergasse ein Fahrstreifen gesperrt. Damit bleibt Autofahrern nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Leichte Entspannung gibt es ab 19. September. Mit Fortschreiten der Arbeiten wird schrittweise die zweite Fahrspur in Richtung stadtauswärts wieder freigegeben. Am 13. Dezember sollen die Arbeiten fertig sein.

Wie wirkt sich das auf den Verkehr aus? Die Wirtschaftskammer prophezeit 8,5 Stunden Stau am Tag.

Diese Zahl kann Wiens Baustellenkoordinator Peter Lenz weder bestätigen noch dementieren: „Ich kenne die Studie nicht.“ Zweifelsohne werde die Baustelle Verzögerungen verursachen. Immerhin sind täglich 20.000 Fahrzeuge in dem Bereich unterwegs. Gemeinsam mit Michael Takacs, Leiter der Verkehrsabteilung der Polizei Wien, appellierte Lenz am Montag daher: „Meiden Sie diese Gegend großräumig. Man wird die Baustelle bis zum Ring oder auf den Schwarzenbergplatz spüren.“

Wieso braucht es den Radweg überhaupt?

Derzeit müssen Radfahrer in dem 600 Meter langen Abschnitt die stark befahrenen Auto-Spuren nutzen. Die Alternativen Margaretenstraße und Gumpendorfer Straße liegen weit entfernt, außerdem hat Letztere keinen Radweg.

Wieso wird die gesamte Fahrbahn erneuert?

„Bei der Linken Wienzeile handelt es sich um eine alte Straße. Da kann man nicht einfach einen Radweg hinpicken“, sagt Lenz. Weil sich noch Pflastersteine und Gleisanlagen aus den 60er-Jahren auf der Fahrbahn befinden, muss diese von Grund auf erneuert werden.

Durch die Errichtung des Radweges fallen 70 Parkplätze weg. Gibt es dafür ein Trostpflaster?

Ja. Die Besucherinnen und Besucher des Naschmarkts können in den umliegenden öffentlichen Garagen günstiger kurzparken. Die erste Stunde wird (in den ersten zwei Jahren) kostenlos sein. Den Bewohnerinnen und Bewohnern des 6. Bezirks werden billigere Dauerparkplätze angeboten.

Wie ist die Polizei eingebunden?

Für die Dauer der Baustelle sind rund 30 Polizeibeamte verstärkt in dem Bereich im Einsatz. Sie werden etwa an den Kreuzungsplateaus Stellung beziehen und achten darauf, dass Autofahrer durch vorschnelles Einfahren nicht Kreuzungen blockieren. Allzu viel Toleranz dürfen sich die Fahrer nicht erhoffen. „Wenn es jemand wissen will, wird er ganz normal beamtshandelt“, sagt Michael Takacs.

Wie wird die Situation nach dem Umbau auf der Wienzeile aussehen?

Nach Abschluss der Arbeiten werden auf der Linken Wienzeile wieder zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen. Einzig der Linksabbiegestreifen in die Begegnungszone Schleifmühlbrücke entfällt. Zwischen Fahrbahn und Radweg wird ein bis zu ein Meter langer Sicherheitsstreifen errichtet. Dieser schafft Platz fürs Aus- und Einsteigen.

Welche Radverkehrsanlagen werden derzeit noch errichtet?

Fast abgeschlossen ist die neue Querung beim Gumpendorfer Gürtel. In der angrenzenden Wallgasse wurde im Zuge dieser Arbeiten die Fahrbahn verbreitert, um Radfahrern mehr Platz zu bieten und in der nahen Eisvogelgasse können Radfahrer künftig gegen die Einbahn bis zur Mollardgasse fahren. Ebenfalls nahezu fertig sind die Arbeiten in der Margaretenstraße. Zwischen Margaretenplatz und Spengergasse wird Radfahren gegen die Einbahn ermöglicht. Und in der Gersthofer Straße wird bis Ende September zwischen Czartoryskigasse und Währinger Straße ein baulich getrennter Radweg gebaut.