ÖVP-Zentrale in Wien

© Kurier/Gerhard Deutsch

Chronik Wien
08/26/2020

Auto beklebt und beschmiert: Wiener ÖVP beschuldigt Jung-Rote

Sozialistische Jugend weist Verantwortung zurück: "Keine legitime Methode in einer Wahlauseinandersetzung".

von Andreas Puschautz

Es sind noch über sechs Wochen bis zur Wien-Wahl am 11. Oktober und dennoch liegen die Nerven bereits zunehmend blank.

Am Mittwoch veröffentlichte die ÖVP Bilder, die zeigen, dass zwei ihrer Team-Fahrzeuge beschmiert bzw. beklebt wurden. Bei einem der Wagen wurden Hammer und Sichel auf die Motorhaube gesprüht, bei einem zweiten ein Sticker der Sozialistischen Jugend (SJ) auf der Windschutzscheibe angebracht. Dieser Sticker gilt den Türkisen dabei auch als Beweis für die Schuld der Jung-Roten.

Erst beschuldigte die Generalsekretärin der Jungen ÖVP, Laura Sachslehner, die Sozialistische Jugend via Twitter. "Liebe @sjwien, Sachbeschädigung geht echt zu weit. Das hat nichts mehr mit einer fairen politischen Auseinandersetzung zu tun", schrieb sie am späten Vormittag auf dem Kurznachrichtendienst.

Zwei Stunden später legte dann Bernadette Arnoldner, Landesgeschäftsführerin der Wiener Türkisen, via Presseaussendung nach. Sie kritisiert die fehlende Fairness im Wahlkampf und kündigte eine Anzeige wegen der "offensichtlichen Sachbeschädigung von ÖVP-Autos durch die SJ Wien" an.

"Anstatt sich zu entschuldigen macht sich die SJ Wien in Internet-Postings über diese Aktion auch noch lustig. Ich verlange von der SPÖ-Wahlkampfleitung eine Entschuldigung, Mithilfe bei der Aufklärung und Suche nach Beteiligten und die Einstellung solcher Methoden", so Arnoldner weiter.

Sarkastische Replik

Was tatsächlich außer Streit steht: Mitleid wollte bei der Sozialistischen Jugend nicht so recht aufkommen. "Ihr habt eh sicher genug Großspender, die dafür aufkommen", hieß es etwa in einer Instagram-Story. Und auch auf Facebook macht man sich eher über den Vorfall lustig.

Auf KURIER-Nachfrage stellt SJ-Landessekretär Liliom Neidhart aber klar: "Wir sind keine Freunde von Sachbeschädigungen und wir sehen das auch nicht als legitime Methode in einer Wahlauseinandersetzung. Dass unsere Sticker, die irgendwo verteilt werden, dann auf Blümels Auto angebracht werden, ist ärgerlich."

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