Taxidemo

Bilder wie diese sind momentan selten: Viele Standplätze selbst in Innenstadtbezirken  sind leer

© Kurier / Juerg Christandl

Chronik Wien
07/13/2021

Auf Wiens Straßen herrscht ein Mangel an Taxi- und Uber-Lenkern

Kunden müssen derzeit lange warten: Gründe sind das Wetter, die Urlaubszeit und schwere Prüfungen.

von Agnes Preusser

Viele Taxi-Standplätze sind verwaist. Wer ein Taxi ruft, hängt in der Warteschleife. Und bis der georderte Fahrer dann kommt, dauert es deutlich länger als gewohnt.

Mehr als ein rein subjektiver Eindruck: In der Stadt herrscht derzeit ein Mangel an Taxi- und Uber-Fahrern. Wenn dann noch – wie am Sonntag – EM-Finale und Regenschauer die Nachfrage zusätzlich ankurbeln, steht das System kurzzeitig vor dem Zusammenbruch.

„Nach den Lockdowns, in denen Taxiunternehmer erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen mussten und das Geschäft quasi stand, dauert es, bis wieder alles ins Rollen kommt“, heißt es aus der Taxi-Innung der Wirtschaftskammer Wien. Nach den Lockerungsschritten sei die Nachfrage sprunghaft angestiegen ist, dadurch käme es momentan zu längeren Wartezeiten.

Hinzu kommt die Urlaubszeit. „Im Sommer gibt es immer weniger Taxis als im Winter“, sagt Eveline Hruza, Generalsekretärin von Taxi 40100. Viele Fahrer würden in den Heimatländern Urlaub machen. Gleichzeitig registriere man derzeit eine „außergewöhnlich hohe Nachfrage“. Nicht nur bei Regen – auch aufgrund der Hitze fahren besonders viele lieber mit dem Taxi als mit den Öffis.

Stornierungen seitens der Fahrer

Aber nicht nur bei den klassischen Taxis, sondern auch bei den Vermittlungs-Apps Uber und Bolt müssen Kunden warten – wegen Stornierungen seitens der Fahrer. „Wenn ein Kunde bei Uber keinen Wagen bekommt, kann es daran liegen, dass kein Lenker dazu bereit ist, für die paar Euro den Motor zu starten“, sagt Irfan Kuna, selbst ernannter „Sprecher der unzufriedenen Uber-Unternehmer und Lenker“.

Das Unternehmen reize die Preisspanne nach unten hin aus. Der Tarif (der neuerdings nicht nur für Taxis, sondern für alle Fahrtdienstleister gilt, Anm.) dürfe um 20 Prozent unterschritten werden, was de facto immer passiere, sagt Kuna. Wenn ein Auftrag nicht lukrativ ist, werde er darum nicht angenommen.

Er sei überzeugt, dass bald einige Fahrer Uber den Rücken kehren. Noch sei das aber nicht der Fall, sagt Kuna. Mit ein Grund, warum wiederum den Taxi-Funkzentralen Fahrer fehlen würden. „Wir haben uns von einigen Fahrern getrennt, die auch andere Apps genutzt haben“, sagt auch Hruza.

Fahrermangel herrsche zwar nicht. 40100 bestehe aber auf einer Exklusiv-Vereinbarung, damit die Fahrer nicht mehrere Aufträge gleichzeitig über mehrere Apps bekommen – und dann ständig Aufträge stornieren.

Nadelöhr Taxiprüfung

Seit diesem Jahr müssen alle Lenker einen Taxischein absolvieren – auch jene, die für Uber und Bolt fahren. Auch das dürfte die Lenkerzahlen dezimiert haben. Laut Uber-Chef Martin Essl könnten rund 90 Prozent der Fahrer nicht mehr aktiv sein, weil sie an der schwierigen Prüfung scheitern.

Auch die Voraussetzungen sind ein Problem. „In unserer Taxischule fragen viele an, kommen aber nicht, weil sie nicht das erforderliche Sprachniveau haben, sie kein Leumundszeugnis vorweisen können oder ihnen die erforderliche Fahrpraxis fehlt“, so Hruza.

Laut Wirtschaftskammer wird der Mangel bald ein Ende haben. Im Durchschnitt werden derzeit monatlich 125 Prüfungen absolviert – mit einer Erfolgsquote von 66 Prozent. Das ergebe rund 83 neue Fahrberechtigte pro Monat. Im Jahr 2019 gab es pro Monat nur 25 bis 30 neue Fahrer.

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