© Kurier/Gilbert Novy

Chronik Wien
09/16/2021

Agrarflächen in Wien schrumpfen: ÖVP will mit neuem Plan gegensteuern

Vor 20 Jahren gab es 1.100 Hektar mehr Flächen als heute. Die Türkisen sehen die SPÖ gefordert.

5.700 Hektar des Wiener Stadtgebiets sind landwirtschaftlich genutzte Flächen. Im Vergleich mit anderen Städten ist das viel. So weit stimmen die Ansichten von SPÖ, ÖVP und die Fakten überein.

Die Differenzen beginnen bei der Frage, wie gut auf diese Flächen aufgepasst wird.

Nicht allzu gut, bemängelt die ÖVP. Das zeige sich daran, dass die Agrar-Gebiete schrumpfen: Im Jahr 2000 machten diese noch 6.800 Hektar aus.

„Dabei beteuert die SPÖ immer, wie wichtig ihr die Landwirtschaft ist“, sagt der türkise Klubchef Markus Wölbitsch. Mit derartigen Sonntagsreden müsse Schluss sein.

Seine Fraktion hat eine konkrete Idee, wie landwirtschaftliche Flächen bewahrt werden können: Indem man sich eines bereits existierenden Instruments bediene – des sogenannten Agrarstrukturellen Entwicklungsplans, kurz AgSTEP.

37 Agrar-Zonen

In diesem ist definiert, welche Gebiete vorrangig für die Landwirtschaft reserviert bleiben sollen – oder sich dafür eignen würden. Ausgewiesen sind darin 37 Zonen: von den großen, zusammenhängenden Bereichen wie dem Gartenbaugebiet Simmeringer Haide bis zu kleinen Agrar-Flächen wie den Weingärten am Hackenberg.

Das Problem daran: Der AgSTEP ist veraltet. Er wurde zuletzt 2014, also vor sieben Jahren, aktualisiert.

Das müsse sich dringend ändern, sagt ÖVP-Landwirtschaftssprecherin Elisabeth Olischar. „Für jedes Vogelhäusl gibt es ein Fachkonzept“, sagt sie. „Aber auf die Landwirtschaft wird vergessen.“

Neue Leitlinien

Um mehr Verbindlichkeit zu schaffen, müsse der neue AgSTEP weiters in den übergeordneten Entwicklungsplan für ganz Wien aufgenommen werden – in den Stadtentwicklungsplan. Dieser gibt die Leitlinien für die Stadtplanung vor.

Die Stadtregierung habe aktuell die Gelegenheit, dieser Forderung nachzukommen, so Olischar. Denn der Stadtentwicklungsplan wird derzeit überarbeitet. Die neue Version soll für die Jahre 2025 bis 2035 gelten.

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