Identitären-Schiff: Schlepperver­dacht gegen den Kapitän

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Foto: Screenshot: youtube.com Das unter mongolischer Flagge fahrende Schiff C-Star auf einem Video

Das Boot der Rechtsextremen liegt im Hafen von Famagusta. Die tamilische Crew hat um Asyl angesucht. Die Identitären sprechen von "absurden" Vorwürfen.


Die Bootsfahrt der rechten "Identitären" im Mittelmeer, um die Rettung von Flüchtlingen zu verhindern, hat vorerst ein jähes Ende in einem zypriotischen Hafen gefunden. Boots-Überwachungsseiten im Internet zeigen jedenfalls, dass die C-Star derzeit in Famagusta vor Anker liegt. Die rechte Mission "Defend Europe" könnte damit ein Ende gefunden haben. Die Identitären-Gruppe selbst befindet sich derweil auf Sizilien und wartet auf das Schiff.

Laut eigenen Angaben wurden mehr als 100.000 Euro gesammelt, um Rettungsaktionen von NGOs zu verhindern. Es sollte als eine Art "Anti-Flüchtlings-Streife" fungieren. Die Schweizer Zeitung Blick nannte es "Schiff der Schande".

Die Position der unter mongolischer Flagge fahrenden C-Star:

Schlepperei und Waffenschmuggel?

Auf linken Internetseiten (siehe weiter unten) ist die Rede davon, dass der Kapitän sogar wegen Verdachts der Schlepperei festgenommen worden sein soll. Die Bootscrew - Tamilen aus Sri Lanka - hat offenbar um Asyl in Zypern angesucht. Sie sollen angegeben haben, dass sie für die Fahrt bezahlt haben. Ein offizielle Bestätigung für diese Berichte gibt es vorerst allerdings nicht. Laut lokalen Medien wird dem Schiffseigner außerdem vorgeworfen, im Jahr 2015 Waffen im Wert von zwei Millionen Dollar geschmuggelt zu haben.

Rechtsextreme Kampagne Foto: Screenshot/Facebook

Die Identitären sagten gegenüber dem KURIER zu dem Vorwurf der Schlepperei: "Das ist absurd." Die Tamilen seien zu Trainingszwecken an Bord gewesen, um eine Kapitänsausbildung zu absolvieren. Das sei ein ganz normaler Vorgang, sie hätten natürlich auch dafür bezahlt. Als sie an Land kamen, um einen Crewwechsel durchzuführen, seien sie von NGOs "massiv gedrängt" worden, einen Asylantrag zu stellen.

Das von den Rechtsextremen gecharterte Schiff war bereits vor einigen Tagen im Suezkanal von ägyptischen Behörden kontrolliert worden. Die Identitären sprachen von einer "Routinekontrolle". Dabei wurden aber offenbar keine Auffälligkeiten gefunden.

Beschlagnahmt, oder doch abfahrbereit?

Die Gruppe von Identitären und rechten Youtube-Bloggern befindet sich derzeit im sizilianischen Catania und wartet, dass die neue Crew in Zypern an Bord geht und sie abholt. In Italien waren dagegen bereits Demonstrationen angekündigt. Laut den Identitären ist das Schiff nicht beschlagnahmt, wie es mancherorts hieß, es sei abfahrbereit und hätte bereits wieder Proviant aufgeladen.

BuzzfeedNews sammelt diverse (nicht unabhängig geprüfte) Updates über die Vorgänge:

Auf dem Twitter-Account der "Defend Europe" genannten Aktion wurden Vorfälle mit der "asiatischen Trainings-Crew" auf Zypern erwähnt.

Rechtsextreme Kampagne Foto: Screenshots/Twitter.com

(KURIER) Erstellt am
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