Chronik | Welt
27.10.2017

FBI wurde vor Anschlag auf Kennedy-Mörder gewarnt

Unter Verschluss gehaltene Dokumente zur Ermordung des früheren US-Präsidenten erregen weltweit Aufmerksamkeit.

Die US-Regierung hat tausende bisher unter Verschluss gehaltene Dokumente zur Ermordung des früheren Präsidenten John F. Kennedy (1961-63) freigegeben, einen Teil jedoch auf Wunsch der Geheimdienste vorerst weiter gesperrt. Auf Anordnung von Präsident Donald Trump sind insgesamt 2.891 Dokumente veröffentlicht worden. Die nun freigegebenen Dokumente wurden ungeschwärzt auf der Internetseite des Nationalarchivs veröffentlicht.

Tausende Leser, Historiker und Journalisten wühlen sich nun durch die Seiten. Der Guardian ist bereits auf ein Memo des damaligen FBI-Direktors J. Edgar Hoover gestoßen. Daraus geht hervor, dass die Bundespolizei vor der Ermordung des Kennedy-Attentäters Lee Harvey Oswald gewarnt wurde.

Wörtlich heißt es im Bericht: "Letzte Nacht bekamen wir einen Anruf in unserem Büro in Dallas von einem Mann, der mit ruhiger Stimme sagte, dass er Mitglied in einem Komitee sei, das organisiert wurde um Oswald zu töten", schrieb Hoover am 24. November 1963, an dem Tag, an dem Oswald erschossen wurde. "Wir haben sofort den Polizeichef benachrichtigt und er versicherte uns, dass Oswald ausreichend beschützt werde. Heute Morgen haben wir den Polizeichef erneut angerufen und vor möglichen Aktionen gegen Oswald gewarnt und erneut versicherte er uns, Oswald werde adäquat geschützt", schrieb der FBI-Chef weiter. "Dies wurde jedoch nicht getan."

Im selben Memo äußerte Hoover bereits die Befürchtung, dass sich Verschwörungstheorien zum Tod des Präsidenten und seinem Mörder verbreiten können. Er und Regierungsberater Nicholas Katzenbach seien bemüht etwas zu veröffentlichen, das die Öffentlichkeit davon überzeugt, dass Oswald der wahre Attentäter ist. Andere Memos zeigen, dass das FBI Oswald bereits in den Monaten vor der Ermordung Kennedys zu beschatten versuchte.

Verschwörungstheoretiker

Eine offizielle Untersuchung war nach Kennedys Tod zu dem Ergebnis gekommen, dass er von dem Einzeltäter Oswald erschossen wurde, der wiederum zwei Tage später von dem Nachtklub-Besitzer Jack Ruby getötet wurde. Die Version wurde vor allen von Verschwörungstheoretikern immer wieder angezweifelt. Experten gehen indes davon aus, dass die nun freigegeben Dokumente weder aufsehenerregende Enthüllungen nach sich ziehen, noch die Verschwörungstheorien verstummen lassen.

Die Diskussion über die Hintergründe des Attentats auf Kennedy war unter anderem durch den Film "JFK" des US-Regisseurs Oliver Stone aus dem Jahr 1991 aufgeflammt. Ein Gesetz verfügte im Jahr darauf die Veröffentlichung von nahezu allen der rund fünf Millionen Dokumente zu Kennedys Tod. Nur ein Bruchteil fiel unter eine 25-jährige Geheimhaltungsfrist - diese lief nun am 26. Oktober aus.

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