6 Tage ohne Essen: Verirrtes Wanderer-Paar trank aus Verzweiflung Urin
Nach sechs Tagen in den Dolomiten wird ein vermisstes Wanderer-Paar lebend gefunden. Die beiden überlebten ohne Essen und wurden per Hubschrauber gerettet. (Symbolbild)
Seit Donnerstag, dem 2. Juli, wurde nach dem vermissten Ehepaar Davide Cesaroni (41) und Chiara Pesaresi (38) aus der italienischen Gemeinde Osimo gesucht. Die beiden hatten sich bei einer Wanderung in den Dolomiten verirrt und saßen in einem steilen, unwegsamen Gelände fest.
Rund sechs Tage lang kämpften sie ums Überleben, ehe sie schließlich am Dienstagmorgen von der Bergrettung ausfindig gemacht und in Sicherheit gebracht werden konnten.
Wanderer-Paar regelrecht eingekesselt in den Bergen
Laut der italienischen Regionalzeitung Corriere del Veneto brach das Paar am Mittwochmorgen von der Pordenone-Hütte auf, durchquerte das Montanaia-Tal und erreichte schließlich die Padova-Berghütte. Von dort aus nahmen sie eine „sehr lange und schwierige Route“, so der Hüttenwirt Paolo De Lorenzo.
Aus bislang ungeklärten Gründen kamen die Wanderer von ihrem eigentlichen Rückweg ab und verirrten sich auf einen gefährlichen Pfad, der laut Corriere del Veneto seit 20 Jahren gesperrt war. Auf dem angelegten Weg in rund 1.700 Metern Höhe, umgeben von steilem Geröll, dichter Vegetation und einer unpassierbaren Schlucht, saßen die inzwischen völlig erschöpften Wanderer schließlich fest und konnten sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien.
Groß angelegte Suchaktion nach Vermisstenmeldung
Am späten Abend des 1. Juli erfolgte der letzte Kontakt mit Angehörigen. Ihre Mobiltelefone waren laut Rai News zuletzt am Donnerstag mit einem Mobilfunknetz verbunden, bevor die Akkus leer wurden. Als das Paar nicht wie geplant nach Hause zurückkehrte und auch nicht mehr erreichbar war, meldete die Mutter von Davide Cesaroni die beiden schließlich als vermisst. Daraufhin schlugen die Behörden am Montagmorgen Alarm.
Ihr verlassenes Auto wurde auf einem Parkplatz der Pordenone-Hütte gefunden. Von dort aus startete man eine großangelegte Suchaktion in den Regionen Venetien und Friaul, an der Bergretter, die Polizei sowie die Feuerwehr beteiligt waren.
In diesem gefährlichen, steilen Gelände saß das Ehepaar mehrere Tage ohne Nahrung fest:
Paar wurde lebend gefunden und gerettet
Am Dienstagmorgen folgte dann die erlösende Nachricht: Das verschollene Paar wurde laut Corriere del Veneto von einem Bergrettungsteam unter der Leitung von Alessandro Valmassoni, dem stellvertretenden Stationsleiter der Bergstation Centro Cadore im Gebiet Belluno, lebend gefunden und mithilfe eines Hubschraubers aus dem schwer zugänglichen Gelände gerettet.
Der 41-Jährige und die 38-Jährige waren dehydriert und körperlich stark geschwächt, hatten darüber hinaus aber sonst keine schwerwiegenden gesundheitlichen Probleme.
Wanderer tranken aus Verzweiflung Urin
Gegenüber dem Regionalsender TGR Rai berichtete das Paar, dass es sich mithilfe von Stöcken und dichten Kiefern einen provisorischen Unterstand baute, wo es auch geschlafen hat. „Wir haben uns eine kleine Unterkunft unter einem Baum gebaut. Wir haben die ganze Zeit nichts gegessen, aber ein Bach half uns zu überleben und war der Ansporn, weiterhin an uns selbst und an diejenigen zu glauben, die nach uns suchten.“
Im Gespräch mit Il Resto del Carlino schilderten Cesaroni und Pesaresi zudem, dass sie aus Verzweiflung zunächst ihren Urin getrunken haben, bevor sie den kleinen Bach entdeckt hatten. Einige wenige Waldbeeren, die in den Büschen wuchsen, gaben dem Paar zusätzlich neue Hoffnung.
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