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Chronik Welt
03/08/2021

Von der Leyen: 100 Millionen Impfdosen monatlich ab April

Die Versorgung mit Impfstoffen in der EU soll sich deutlich verbessern.

"Wettlauf um die Impfung - Warum geht das nicht schneller?" Diese Frage wurde gestern Abend in der ORF-Sendung Im Zentrum diskutiert. 

Als "Bremserin" wurden etwa EU-Kommissions-Chefin Ursula van Leyen genannt. "Hier werden Existenzen zerstört, weil man nicht in der Lage war, genug Impfstoffe zu kaufen", so der Kitzbüheler Hotelier und Rechtsanwalt Christian Harisch.

Van der Leyen hat auch bereits im Februar öffentlich Versäumnisse eingeräumt: Die EU sei bei der Zulassung der Vakzine spät dran gewesen, zu optimistisch über die Massenproduktion und zu sicher, dass Hersteller pünktlich liefern würden. Aus den Fehlern sollen nun Lehren für die nächste Etappe gezogen werden.

Nun aber soll die Versorgung mit Impfstoff in der Europäischen Union so richtig anlaufen. Ab nächstem Monat erwartet die EU-Kommissionspräsidentin deutlich mehr Vakzine. Für März erwarte sie eine Produktion von 50 Millionen Dosen. "Ab April könnten sich die Mengen nach den Plänen der Hersteller nochmal verdoppeln, auch weil weitere Impfstoffe vor der Zulassung stehen“, sagte sie der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten.

Sie rechne EU-weit "im zweiten Quartal im Schnitt mit rund 100 Millionen Dosen pro Monat, insgesamt 300 Millionen bis Ende Juni".

In der EU sind bisher die Impfstoffe der drei Hersteller Pfizer/Biontech, Moderna und Astrazeneca zugelassen. Am 11. März wird die EMA voraussichtlich auch die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson&Johnson empfehlen.

Corona-Pass

In der heiklen Frage der Reichweite des europaweiten Corona-Passes sieht von der Leyen die Mitgliedsstaaten am Zug. "Welche Rechte und Freiheiten mit diesem EU-weit anerkannten Attest verbunden sind, (...) liegt in der nationalen Verantwortung", sagte die deutsche Christdemokratin dem Standard. Die Mitgliedsstaaten müssten zudem "ihre Hausaufgaben machen", damit das Zertifikat mit Sommer starten kann.

"Dass in drei Monaten eine digitale Verbindung stehen kann, hat die Kommission schon bei den Tracing-Apps bewiesen", betonte von der Leyen. Bisher seien aber erst 16 Mitgliedsstaaten verknüpft, und zwei Staaten würden "ganz andere Systeme fahren" und könnten deshalb keine Daten austauschen.

Von der Leyen betonte, dass für das Zertifikat "nur ein Minimum an Daten" verwendet werde. Konkret, ob eine Impfung, ein negativer PCR-Test oder eine überwundene Krankheit vorliege. "Die Informationen auf dem Zertifikat zeigen nur, dass jemand nicht infektiös ist."

Angesprochen auf die Kritik von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) an der Impfversorgung in der EU sagte von der Leyen, ihre Zusammenarbeit mit dem österreichischen Regierungschef sei "sehr gut". "Er betont auch immer wieder, wie wichtig es für kleinere Mitgliedsstaaten ist, die ganze Kraft einer Union von 450 Millionen Bürgerinnen und Bürgern zu haben."

100.000 Dosen für Tirol

Von der Leyen berichtete weiter, dass sie "meine ganze Überzeugungskraft gegenüber den anderen 26 Mitgliedsländern eingesetzt" habe, um diese von der Lieferung von 100.000 Impfdosen für Tirol zu überzeugen. Dass dies möglich gewesen sei, "zeigt, wie Europa ist". "Es geht immer wieder darum, nicht nur die gemeinsame Kraft, sondern auch die gemeinsame Solidarität zu zeigen."

Zum Israel-Trip von Kurz und der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte die Kommissionspräsidentin, die beiden Regierungschefs hätten das Land besucht, "um von einem guten Beispiel zu lernen". Israel habe wie Dänemark keine eigenen Produktionsstätten für Corona-Impfstoffe. "Wenn nun die Lehre daraus ist, eigene Produktionskapazitäten aufzubauen, zum Beispiel in Dänemark oder Österreich, dann kann ich das mit ganzer Kraft unterstützen, denn das brauchen wir."

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