Rauchschwaden: Toronto hat schlechteste Luft der Welt
Zusammenfassung
- Rauch von heftigen Waldbränden in Kanada hat Toronto und New York eingehüllt und die Luftqualität in beiden Metropolen stark verschlechtert.
- Toronto verzeichnete laut Behörden und IQAir die schlechtestmögliche Luftqualität, woraufhin Einwohner vor Aktivitäten im Freien gewarnt und Veranstaltungen abgesagt wurden.
- Landesweit brannten in Kanada rund 835 Feuer, und Experten erwarten, dass solche Rauchereignisse infolge des Klimawandels künftig häufiger werden.
Wegen heftiger Waldbrände in Kanada hat die Metropole Toronto am Mittwoch die schlechtestmögliche Luftqualität verzeichnet. Rauchschwaden aus dem Nordwesten der Provinz Ontario zogen über die Stadt und weiter in den Nordosten der USA, wo sie den Himmel verdunkelten. Die kanadische Umweltbehörde stufte den Index für die Luftqualität in Toronto mit 10+ als „sehr hohes Risiko“ ein.
Das Schweizer Technologieunternehmen IQAir, das die Luftqualität misst, setzte Toronto auf den ersten Platz seiner globalen Rangliste der Städte mit der schlechtesten Luft, noch vor Kinshasa und Delhi. Die Behörden forderten die Einwohner auf, Aktivitäten im Freien zu vermeiden.
Toronto sagte wegen der schlechten Luft das FIFA-Fanfest ab
Auch New York City war betroffen, wenige Tage bevor im benachbarten New Jersey das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden soll. Die Behörden dort gaben ebenfalls eine Warnung heraus und riefen die Einwohner auf, anstrengende Aktivitäten im Freien zu vermeiden. Die Stadt Toronto sagte wegen der schlechten Luft das FIFA-Fanfest und eine Veranstaltung zum Public Viewing des WM-Spiels England gegen Argentinien ab. Den Vorhersagen zufolge könnten die gefährlichen Bedingungen bis in die Nacht zum Donnerstag anhalten.
Die Waldbrände selbst wüten in dünn besiedelten Gebieten Hunderte Kilometer von Toronto entfernt und stellen keine direkte Bedrohung für die Städte dar. Nach Angaben der Regierung brannten am Mittwoch landesweit rund 835 Feuer, von denen 112 als außer Kontrolle galten. Bisher ist eine Fläche von 1,9 Millionen Hektar verbrannt. Experten gehen davon aus, dass solche Ereignisse aufgrund des Klimawandels häufiger auftreten werden. „Ich erwarte, dass dies in den kommenden Jahrzehnten häufiger vorkommen wird, daher müssen sich Städte und Einwohner in Zukunft darauf einstellen“, sagte Greg Evans, Professor an der Universität von Toronto.
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