Die grüne Lunge von Paris brennt: 2.000 Hektar verwüstet
Zusammenfassung
- Der bislang größte Waldbrand bei Fontainebleau südlich von Paris hat mehr als 2.000 Hektar zerstört; 1.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, 850 Feuerwehrleute und vier Canadair-Löschflugzeuge sind im Einsatz.
- Die Polizei nahm zwei mutmaßliche Brandstifter fest; Behörden schließen absichtliche oder fahrlässige Brandstiftung nicht aus, während ignorierte Grill- und Zeltverbote als Risikofaktor gelten.
- Anhaltender Wind, ausgetrocknete Böden nach drei Hitzewellen und der menschengemachte Klimawandel verschärfen die Lage; in Frankreich verbrannten seit Jahresbeginn bereits 32.000 Hektar Land.
Der bisher größte Waldbrand bei Fontainebleau südlich von Paris wütet weiter: Bisher brannten mehr als 2.000 Hektar der grünen Lunge von Paris ab, wie die Behörden mitteilten.
Mittlerweile sind vier Löschflugzeuge vom Typ Canadair im Einsatz, die im Niedrigflug Wasser aus der Seine schöpfen. Insgesamt wurden 1.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Etwa 850 Feuerwehrleute sind im Einsatz.
Zwei mutmaßliche Brandstifter festgenommen
Die Polizei nahm zwei mutmaßliche Brandstifter fest, unter ihnen ein 18-Jähriger, der rußige Hände und ein Feuerzeug bei sich hatte. Es ist nicht bekannt, ob er der mutwilligen oder der fahrlässigen Brandstiftung verdächtigt wird. Innenminister Laurent Nuñez hatte eine absichtliche Brandstiftung nicht ausgeschlossen.
Das Feuer in Wald von Fontainebleau, der etwa 25.000 Hektar umfasst, war am Sonntag ausgebrochen. Es gibt zwei größere Brandherde, und das Feuer flammt wegen des anhaltenden Windes immer wieder auf. Die Vegetation und die Böden sind wegen der drei Hitzewellen seit Beginn des Jahres stark ausgetrocknet.
Grillverbot wurde ignoriert
Der Wald von Fontainebleau, der etwa 60 Kilometer südlich der Hauptstadt liegt, ist ein beliebtes Naherholungsziel für Pariser. Viele Menschen ignorieren die Verbote, im Wald zu zelten und zu grillen.
Seit Jahresbeginn wurden bei Wald- und Flächenbränden in Frankreich bereits 32.000 Hektar Land zerstört, etwa doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Die Behörden nahmen bisher landesweit 59 Menschen in Gewahrsam, die im Verdacht stehen, die Feuer bewusst gelegt oder sie durch fahrlässiges Verhalten entfacht zu haben - etwa durch das Wegwerfen von Zigarettenkippen. Wissenschafter gehen davon aus, dass Hitzewellen, die Waldbrände befördern, infolge des menschengemachten Klimawandels an Intensität und Häufigkeit zunehmen.
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