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Chronik Welt
04/03/2020

Masken Grapschen: Mit Geldbündeln direkt aufs Rollfeld

Die Nerven liegen in Frankreich und Kanada blank. Die USA werden der Maskenumleitung mit aggressiven Methoden beschuldigt.

von Susanne Bobek

Die Vorwürfe seien „komplett falsch“ und Fake News.  „Die US-Regierung hat keine einzige Maske gekauft, die von China an Frankreich geliefert werden sollte“, sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP.


Doch die Berichte mehren sich, dass die USA anderen Ländern die Masken wegschnappen, indem sie mit einem Bündel Geldscheine bereits von anderen bestellte Lieferungen umleiten.  So kam eine für Quebec bestellte Maskenlieferung aus unerfindlichen Gründen in Ohio an, schreibt das Journal de Montreal.  Ein Privatunternehmer hatte 10.000  Masken in Hongkong geordert. Dem Bericht wurden Screenshots von DHL angehängt, die die Umleitung in die USA belegen sollen.


Medizinische Schutzausrüstung  ist derzeit auf der ganzen Welt Mangelware. China gilt als größter Exporteur von Profi-Schutzmasken für Ärzte, Krankenschwestern und Pflegepersonal.


„Auf dem Rollfeld eines chinesischen Flughafens erschienen  Amerikaner, holten Bargeld raus und zahlen drei- oder viermal so viel für unsere bestellten Masken“ sagte der Präsident der französischen Region Grand Est,  Jean Rottner. Dabei kämpfe man im Elsass gerade schwer gegen die Coronavirus-Pandemie.


Auch die Präsidentin der französischen Hauptstadtregion Ile-de-France, Valérie Pécresse, klagte dem  Fernsehsender LCI: „Wir haben uns von Amerikanern, die uns überboten haben, eine Lieferung wegschnappen lassen.“


Auch die südliche Provinz Provence-Alpes-Côte d'Azur bestätigte, von solchen Vorfällen gehört zu haben. Renaud Muselier, der Präsident der Region, erklärte BFMTV, dass es sich bei dem  aggressiven Käufer auf dem Rollfeld um die USA gehandelt habe.

  Der französische Premierminister Edouard Philippe sprach von „echten Schwierigkeiten“ beim Beschaffen von Schutzmasken und einer „beträchtlichen Nachfrage der Vereinigten Staaten in China“. Französische Bestellungen würden „nicht immer geliefert“, sagte er, ohne weitere Details zu nennen. Frankreich hat mehr als eine Milliarde Schutzmasken in China bestellt.

In China hat der Staat die Hälfte der erzeugten Masken beschlagnahmt und entscheidet, wer sie bekommt. „Es gibt eine Schlammschlacht auf allen Ebenen“ behauptete der Präsident des Exekutivrats der Insel Korsika, Gilles Simeoni, der Nachrichtenplattform Franceinfo.

Kanadas Premierminister versucht es diplomatisch: Er verstehe die riesige Nachfrage aus den USA, aber auch in Kanada sei die Lage ernst.  Er ordnete an, die „besorgniserregenden“ Berichte zu überprüfen. 

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