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Interaktiv
07/01/2020

Corona: So sieht’s in den beliebtesten Urlaubsländern der Österreicher aus

Experten orten bereits eine zweite Welle in Österreichs Nachbarländern. Also wohin mit uns?

von Karl Oberascher, Michael Leitner

Europaweit nehmen die Corona-Fälle wieder zu. Für einige Nachbarländer Österreichs sprechen Experten gar schon von einer zweiten Welle. Und auch hierzulande steigen die Fallzahlen wieder. 107 neue Ansteckungen verbuchte das Sozialministerium von Dienstag auf Mittwoch – so viele wie seit mehr als zwei Monaten nicht mehr.

Wohin also mit uns in der Urlaubszeit?

Der KURIER hat sich die Entwicklung in den beliebtesten Reiseländern der Österreicher genauer angesehen. 

In der folgenden Grafik sehen sie die Zahl der Neuinfektionen - täglich aktualisiert:  

Italien, traditionell das beliebteste Urlaubsland der Österreicher, wurde früh und am härtesten in Europa getroffen. Das Außenamt hat aktuell noch eine partielle Reisewarnung für die Region Lombardei ausgesprochen. Dort gilt die Sicherheitsstufe 5, was im Falle einer Erkrankung auch arbeitsrechtliche Konsequenzen haben könnte.

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Ansonsten hat Italien die Corona-Pandemie inzwischen gut im Griff. "Dennoch wird das Land seinen Top-Platz heuer an Kroatien verlieren", ist sich Peter Zellmann vom Institut für Freizeit- und Tourismusforschung im Interview mit dem KURIER sicher. Kroatien sei schon in den vergangen Jahren drauf und dran gewesen, Italien als Urlaubsland Nummer eins abzulösen. Dazu sei man nun mit deutlich weniger Negativ-Schlagzeilen durch die Corona-Zeit gekommen. 

Für Kroatien und Griechenland sowie Spanien, die auf den Plätzen drei und vier der Top-Destinationen liegen, gilt nur eine Reisewarnung der Sicherheitsstufe 4 - so wie generell für alle Länder weltweit. 

Schlechter sieht es da in Deutschland aus, das laut Peter Zellmann in der Reise-Gunst der Österreicher in den letzten Jahren aufholte. Hier besteht nach wie vor eine regionale Warnung der Stufe 5 für Nordrhein-Westfalen. 

Abgeschlagen - sowohl in der Reisegunst der Österreicher als auch in Sachen Corona-Sicherheit - sind die Türkei und Ägypten. Für diese Länder gilt nach wie vor die Reisewarnstufe 5 oder 6. 

Damit schließen wir die Top 7 Auslands-Reisedestinationen. Fehlt nur noch die Top-Reisenation der Österreicher: Österreich. 

Knapp mehr als die Hälfte aller Reisen finden nämlich im Inland statt – das war auch schon vor Corona so. Die letzte verfügbare Statistik dazu stammt aus dem Jahr 2018. Damals unternahmen laut Statistik Austria insgesamt 5,8 Millionen Reisebegeisterte rund 21,1 Millionen Urlaubsreisen. 50,7 Prozent dieser Reisen führten ins Inland. 

Und so sieht die Entwicklung hierzulande aus:

Gesundheitsminister Rudolf Anschober sprach angesichts der jüngsten Zahlen von einer „besorgniserregenden Situation“, die man „sehr, sehr ernst“ nehme. Verglichen mit anderen Ländern ist Österreich aber noch immer gut aufgestellt.

Dass die Österreicher deshalb vermehrt Urlaub im eigenen Land machen und so das Minus aus dem Ausland wettmachen, glaubt Peter Zellmann vom Institut für Freizeit- und Tourismusforschung übrigens nicht. "Da ist der Wunsch der Vater des Gedankens", sagt Zellmann.  

Denn viele Österreicher hätten ihren Urlaub schon verbraucht. Stichwort Kinderbetreuung. 

Für Zellmann wäre es schon ein Erfolg, wenn man auf die Vorjahreszahlen komme, was die Nächtigungen der Österreicher im Land betrifft.

Die meisten würden sowieso zu Hause bleiben. Das war schon immer so. Denn das eigentliche Top-Reiseland der Österreicher heißt „Balkonien“.

Wem das zu langweilig ist, dem haben wir hier noch jene Länder ausgewiesen, in denen aktuell kein einziger aktiver Corona-Fall registriert wurde. Zoomen Sie rein. Aktuell gibt es nur eine Handvoll kleiner Länder, in denen man coronafrei Urlaub machen kann. Weltweit weisen derzeit (Stand. 1. Juli) zwölf Staaten, in denen zuvor das Coronavirus nachgewiesen wurde, keinen aktiven Fall mehr auf. In Europa sind das San Marino, Liechtenstein und der Vatikan. Und auch auf vielen Inseln gibt es bereits seit einer Weile keine aktiven Erkrankungen mehr, unter anderem in der Karibik (Grenada, St. Lucia, Dominica, Grenada, Saint Vincent und die Grenadinen, St. Kitts und Nevis), Fidschi sowie Grönland.