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Chronik Welt
11/24/2020

Italien fordert Skifahr-Verbot - Mahrer: "Nicht belehren lassen"

"Zu großes Risiko": Kein Skigebiet in Europa soll nach Vorstellungen des italienischen Premiers öffnen dürfen. WKO-Präsident Mahrer will sich nicht "belehren" lassen.

Fast mantraartig warnt der italienische Premier Giuseppe Conte vor zu viel Leichtsinn im Umgang mit der Corona-Krise.

"Die rauschenden Weihnachtsfeste, großen Abendessen und Umarmungen könne man heuer vergessen", mahnt er bei jeder Gelegenheit. 

Nun setzt sich Conte für ein europaweites Verbot für Skiurlaub während der Weihnachtsfeiertage ein. Während die Regionen im Norden auf offene Pisten hoffen, soll sich Conte im Gespräch mit den Regionalpräsidenten klar dagegen ausgesprochen haben. "Es wäre ein zu großes Risiko, ja verrückt, die Skipisten zu öffnen. Man denke nur was der August-Urlaub gebracht habe", wird der Premier zitiert.

Davon hält Wirtschaftskammer Präsident Harald Mahrer wenig.

Geschlossenheit gefordert

Und Italien fordert diesbezüglich europäische Geschlossenheit: So soll kein einziges Skigebiet in Europa öffnen dürfen. Dafür sucht Italien in Deutschland und Frankreich schon Verbündete. Conte will das Thema noch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron diskutieren.

"Mit Merkel und Macron arbeiten wir an einem gemeinsamen europäischen Protokoll zum Thema Winterurlaub. Wir können uns wegen der Ansteckungsgefahr keinen Skiurlaub erlauben", sagte Conte in der vom Kanal La7 am Montagabend gesendeten Politshow "Otto e mezzo".

Mahrer: "Nicht belehren lassen"

Der österreichische Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer sagte am Montagabend in der ZiB2 über den Wintertourismus: Zum einen müsse man alles dafür tun, eine dritte Welle des Virus' zu verhindern. Zum anderen habe man in Österreich dank Präventionskonzepten den Tourismus im Sommer gut gemanagt. Das könne man wieder schaffen, daher "müssen wir uns von den italienischen Nachbarn nicht belehren lassen", so Mahrer.

 

Berggemeinden zum Tode verurteilt

Sechs norditalienische Regionen, darunter Österreichs Nachbarregionen Trentino Südtirol und Friaul Julisch Venetien, appellierten an die Regierung in Rom zum Verzicht auf ihre Pläne. Die Gefahr sei, dass die Wirtschaft in den Berggebieten in eine noch tieferen Krise stürze.

"Die Skipisten über die Weihnachtsfeiertage zu schließen, bedeutet, die Berggemeinden zum Tode zu verurteilen. Während man in Österreich, in der Schweiz und in Frankreich Ski fahren wird, will die Regierung in Italien alles schließen. Dabei haben die norditalienischen Regionen Anti-Covid-Vorkehrungen für die Skianlagen entworfen, dank denen man in voller Sicherheit Ski fahren kann“, betonte Massimo Sertori, Beauftragter für die Berggemeinden der Region Lombardei, am Montag.

Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher forderte ein Treffen mit der Regierung, um die Problematik der Skisaison zu diskutieren.

Strenge Weihnachtsauflagen

Conte kündigte detaillierte Auflagen für die Weihnachtsfeiertage in Italien an. Ansonsten drohe die Gefahr, dass sich die Ansteckungen wie bereits in der Sommerzeit vermehren. Italien könne sich eine dritte Infektionswelle im Jänner nicht erlauben, argumentierte Conte. Allerdings will die Regierung während der Weihnachtsfeiertage einige Maßnahmen lockern. So soll es ab dem 3. Dezember keine roten Zonen mit Teil-Lockdowns geben. Die Reisefreiheit zwischen den Regionen könnte wieder gewährt werden.

Conte erklärte, Italien wolle sich für Massenimpfungen gegen das Coronavirus einsetzen. Es werde jedoch zu keiner Impfpflicht kommen. "Wir raten zur Impfung, es gibt jedoch keinen Zwang. Ich werde mich impfen lassen, denn wenn der Impfstoff auf den Markt kommt, wird er sicher sein", sagte Conte. Er zeigte sich überzeugt, dass der Impfstoff ab Ende Jänner erhältlich sein wird.

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