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Politik Ausland
11/18/2020

Bayerischer Regierungschef warnt vor Skiurlaub in Österreich

Attacke gegen Österreichs Tourismus von Markus Söder: Jeder solle wissen, "was das für ihn bedeutet".

von Konrad Kramar

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder gilt eigentlich als enger Verbündeter von Bundeskanzler Sebastian Kurz und als Freund Österreichs. Doch wenn es um Tourismus und die unvermeidbare Konkurrenz mit dem Nachbarn geht, hört sich die Freundschaft offensichtlich auf.

"Gebranntes Kind"

Söder warnte am Mittwoch deutlich vor Skiurlaub in Österreich. In Bayern sei man ein „gebranntes Kind“, was die Eintragung von Infektionen nach Skiurlauben im Nachbarland angehe. Wer dennoch einen Skiurlaub im Ausland plane, sollte sich klar machen, „was das für ihn bedeutet“, sagte Söder mit Blick auf die nach der Rückkehr anstehenden Quarantäne-Pflichten.

Hofft auf Lockdown-Erfolg

Zugleich aber hofft der Regierungschef auf einen Erfolg des Lockdowns in Österreich. „Jede Maßnahme, die in Österreich wirkt, ist auch für uns gut“. Er führt die besonders hohe Infektionsbelastung der bayerischen Landkreise Berchtesgaden, Traunstein und Freyung-Grafenau auch auf deren Nähe zur Grenze nach Österreich und Tschechien zurück. Jedenfalls liege diese Erklärung nahe, meinte Söder.

Skeptisch bei Massentests

Skeptisch beurteilte er auch die Erfolgsaussichten des Vorhabens, jeden Bürger Österreichs innerhalb von zehn Tagen auf Corona zu testen. Für Bayern sei dergleichen jedenfalls nicht vorgesehen. Als Söder nach der Möglichkeit gefragt wurde, Weihnachten trotz der Corona-Krise im Kreise der Familie zu feiern, antwortete der Regierungschef: „Mir macht eher Silvester Kopfzerbrechen.  Österreich hat ja jetzt wegen der hohen Fallzahlen viel strengere Maßnahmen. Wir müssen uns genau überlegen, was ist, wenn die Skigebiete rund um Weihnachten in Österreich aus Tourismus-Gründen wieder aufmachen.“

Hotspots grenzen aneinander

Eine schmerzhafte Attacke aus München in Richtung Wien also -  und der Skigebiete zum Beispiel in Tirol und im Salzburger Land. Das Aprés-Ski-Eldorado Ischgl gilt auch in Bayern als quasi-Paradebeispiel für Verfehlungen im Umgang  mit der Pandemie. Mehrere bayerische und österreichische Corona-Hotspots grenzen unmittelbar aneinander, zum Beispiel rund um Berchtesgaden, oder auch im Großraum Salzburg.

 

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