FILE PHOTO: People arrive at Gale beach amid the coronavirus disease (COVID-19) pandemic, in Albufeira

© REUTERS / PEDRO NUNES

Chronik Welt
06/22/2021

In diesen Urlaubsdestinationen nimmt die Delta-Variante Überhand

Vor der ansteckenderen Mutation des Coronavirus wird gewarnt. In welchen Ländern gilt jetzt besondere Vorsicht?

"Auf Reisen in Regionen, die von der Delta-Variante besonders betroffen sind, sollte verzichtet werden", sagt der deutsche Ärztepräsident Klaus Reinhardt. Die deutsche Ärztekammer warnt vor Reisen in besonders von der ansteckenden Mutation betroffene Gebiete, betont aber gleichzeitig, wie wichtig Urlaub und Erholung nach den Belastungen der vergangenen Monaten ist.

Der KURIER gibt einen Überblick über die momentan am stärksten von der Mutation betroffenen Gebiete.

Großbritannien

Am schlimmsten ist die Situation derzeit in Großbritannien, das zwar nicht als Nummer-Eins-Urlaubsdestination gilt, aber allein schon für das EM-Achtelfinal-Spiel des ÖFB am Samstag gegen Italien für Reisende aus Österreich interessant wäre.

Auch Einreisende aus anderen verbleibenden EM-Teilnehmerländern müssen sich nach ihrer Ankunft in Großbritannien zunächst zehn Tage isolieren und außerdem zwei kostenpflichtige Corona-Tests buchen.

Mehr als 90 Prozent der neuen COVID-Fälle in Großbritannien sind laut offiziellen Aufzeichnungen auf die Delta-Variante zurückzuführen. Die Fußballspiele der EURO sind eine Ausnahme, viele Lockerungen wurden bereits bis Mitte Juni aufgeschoben. Bis 19. Juli will Premier Boris Johnson erreichen, dass zwei Drittel der Briten vollimmunisiert sind.

Die täglichen Coronavirus-Fälle in Großbritannien haben sich im letzten Monat auf rund 10.000 pro Tag verfünffacht. In dieser Zeit haben sich die täglich neuen Krankenhausaufenthalte von rund 100 auf 200 pro Tag verdoppelt. Die gute Nachricht: Die Todesfälle sind nicht signifikant gestiegen. Zudem haben laut offizieller Statistik in Großbritannien rund 80 Prozent der Erwachsenen bereits Antikörper gegen das Coronavirus.

Reisende aus Österreich müssen nach der Einreise in eine 10-tägige Heimquarantäne. Freitesten ist frühestens 5 Tage nach der Einreise möglich. 

Portugal

Portugals Nationales Gesundheitsinstitut berichtete am Wochenende, dass die Delta-Variante in mindestens 60 Prozent der neuen Fälle in Lissabon nachweisbar ist. Die Corona-Neuinfektionen sind auf über 1.000 pro Tag gestiegen. Im Norden und Süden des Landes ist die Verbreitung der Delta-Variante noch deutlich geringer, daher auch die Infektionszahlen. 

Die Regierung erinnert daran, dass die Delta-Variante rund 60 Prozent ansteckender sei als die Alpha-Variante. Deshalb riegelten die Behörden über das Wochenende den Großraum Lissabon polizeilich ab. Aus- und Einreise waren nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Bei Direktflug nach Portugal ist ein PCR- oder Antigen-Test und eine Registrierung notwendig. Auf dem Landweg kann man ohne Einschränkungen einreisen.

Israel

Laut offiziellen Angaben sollen in Israel bereits rund 70 Prozent der Neuinfektionen mit der Delta-Variante in Zusammenhang stehen. Demnach sei ein großer Teil der Betroffenen Kinder. Doch auch viele bereits Geimpfte seien unter den Infizierten. Während Impfungen einen rund 93-prozentigen Schutz gegen die Alpha-Version des Coronavirus bieten, sollen die Immunisierungen gegen die Delta-Variante etwa zu 88 Prozent wirksam sein. Laut Berliner Charité soll sich die Delta-Variante aber vor allem in den "Impf-Lücken", also vor allem unter jungen Erwachsenen ausbreiten.

Die Einreise ist theoretisch immer noch verboten. Verpflichtende Registrierung vor Abflug, PCR-Test oder Bestätigung der Immunisierung (geimpft oder genesen) beim Check-In. Verplichtende 14-tägige Quarantäne, die mit negativem PCR-Test verkürzt werden kann. Personen mit Impfzertifikat oder ärztlicher Bestätigung über eine überstandene COVID-19-Erkrankung sind von der Quarantäneverpflichtung ausgenommen, müssen aber 2 PCR-Tests oder einen serologischen Test absolvieren.

Frankreich

Die französischen Behörden führten zuletzt rund 2 bis 4 Prozent der Neuinfektionen auf die in Indien entstandene Mutation zurück. Das Land hat erst kürzlich die Innenbereiche von Cafés und Restaurants geöffnet, die Ausgangsbeschränkungen auf 23 Uhr verlegt. Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran warnte zuletzt vor zu schnellen Lockerungen: "Wir sind dabei, das Virus und die Pandemie zu vernichten, und wir dürfen auf keinen Fall die Delta-Variante die Oberhand gewinnen lassen."

Auch wenn die Corona-Situation in Frankreich momentan sehr gut aussieht (Inzidenz von 25), warnen Experten davor, die neue Mutation zu unterschätzen. Auch in Großbritannien seien vor vier Wochen noch ähnlich niedrige Zahlen verzeichnet worden. 

Einreise mit Impfnachweis oder negativem Test möglich.

Italien

In Italien wurden bisher nur wenige Fälle im Zusammenhang mit der Delta-Variante bestätigt. Vergangene Woche war von weniger als 1 Prozent die Rede. Tendenz aber steigend, außerdem sei die Dunkelziffer hoch, glauben Gesundheitsexperten, die davor warnen, die Variante zu unterschätzen und mehr Sequenzierungen der positiven Fälle fordern. Die Regionen führen die Sequenzierungen derzeit auf freiwilliger Basis durch und sind wesentlich geringer als in anderen Ländern.

Italiens erste bekannte Delta-Infektion wurde Anfang März in Florenz gemeldet, seitdem wurden weitere Fälle bestätigt. Der Stamm wurde in der Lombardei zuletzt mit mehr als 80 Infektionen in Verbindung gebracht.

Einreise aus Österreich ist mit 3G-Nachweis und Registrierung möglich. 

Spanien

Zwar meldete Spanien vorige Woche, dass die Delta-Variante weniger als 1 Prozent der Fälle ausmachte. Allerdings sollen in Katalonien laut dem Gesundheitsbeauftragten der Region, Josep Maria Argimon, bereits 20 Prozent der neuen Fälle mit dem Delta-Stamm in Verbindung stehen. Er warnte, dass Delta in zwei bis vier Wochen die vorherrschende Variante im Land sein könnte. Dennoch hat Spanien jüngst Corona-Beschränkungen gelockert. Ab 26. Juni wird die Maskenpflicht im Freien aufgehoben.

Seit Montag gilt Österreich nicht mehr als Risikogebiet, weshalb die Einreise auf dem Luftweg sogar ohne Test möglich ist. Allerdings wird eine Registrierung verlangt (auch für Kinder). Am Landweg muss ein Impfnachweis/Genesungszertifikat/negativer PCR- oder Antigen-Test mitgeführt werden, da Frankreich als Risikogebiet gilt.

Deutschland

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte, es gehe nicht darum, ob die Delta-Variante dominant werde, sondern "wann und unter welchen Bedingungen". Nach einer Analyse vom Robert Koch-Institut hatte sich der Anteil der Delta-Variante in Deutschland innerhalb der ersten Juniwoche auf einen Sechs-Prozent-Anteil am gesamten Infektionsgeschehen verdoppelt.

Der bekannte Experte Christian Drosten von der Berliner Charité warnte zuletzt: "Wir müssen (die Delta-Version) ab jetzt wirklich ernst nehmen." Rechne man nach den Zahlen von Großbritannien, läge man Ende der Woche bereits bei 20 Prozent, sagte Drosten. Anfang Juli wäre die Delta-Variante dann auch in Deutschland dominant. "Und wir müssten damit rechnen, dass Anfang Juli in Deutschland auch die Meldezahlen wieder hochgehen."

Die Einreise aus Österreich ist ohne Auflagen möglich. Bei Einreise auf dem Luftweg müssen Reisende einen negativen Test, eine Genesung oder eine Impfung nachweisen.

Griechenland

Die Infektionszahlen sinken derzeit, die Behörden lockern die Einreisebestimmungen weiter. Aus EU-Staaten, Ländern des Westbalkan und mehreren anderen Ländern kann man ohne Quarantänepflicht einreisen. Die Delta-Variante hat derzeit noch nicht zu Verzögerungen oder Warnungen geführt.

Die Einreise ist mit Registrierung und 3-G-Nachweise möglich, der österreichische gelbe Impfpass wird anerkannt. Bei der Einreise werden stichprobenartige Gesundheitschecks mit COVID-19 Schnelltests durchgeführt.

Kroatien

Über den Anteil der Delta-Variante in den Ländern unserer südlichen Nachbarregion ist noch nicht viel bekannt. Medienberichten zufolge ist der Stamm mittlerweile in Kroatien angekommen. Zumindest 23 Fälle sollen bereits nachgewiesen sein.

Einreise aus Österreich ohne Einschränkungen. Reiseregistrierung notwendig, aber ohne 3-G-Nachweis. 

Bulgarien

Jüngsten Meldungen zufolge wurde vergangene Woche der erste Fall in Bulgarien betstätigt. Es handelt sich um einen jungen Mann in seinen Zwanzigern, dessen Probe allerdings bereits am 21. April genommen wurde. Es kann davon ausgegangen werden, dass in Bulgarien, aber auch in den anderen Staaten der Region die Variante bereits verbreitet ist.

Getestete (PCR oder Antigen), Genesene oder Geimpfte EU-Bürger dürfen ohne Quarantäne aus der EU kommend einreisen.

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