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Spanien
02/20/2019

Hells Angels: 300 Jahre Haft für Rocker gefordert

Europas Chef der Höllenengel und 45 weitere Mitglieder der Rockergruppierung werden angeklagt.

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Sie wollten sogar ein Formel-I-Rennen auf Mallorca veranstalten. Doch nun werden 46 Personen aus dem Umfeld der Rockergruppierung "Hells Angels" in Spanien vor Gericht gestellt, der Staatsanwalt fordert in Summe 300 Jahre Gefängnis. Unter den Angeklagten ist auch der Deutsche Frank Hanebuth, der als Anführer der Höllenengel in ganz Europa gilt.

In den Jahren 2009 bis 2013 sollen die Hells Angels laut Berichten lokaler Zeitungen als "kriminelle Vereinigung" agiert haben und an der Playa de Palma auf Mallorca kontinuierlich schwere Straftaten begangen haben - darunter etwa Drogenhandel, Zuhälterei, schwere Erpressung und Geldwäsche.

Verhandelt wird in Madrid, insgesamt 16 Delikte werden in der Anklage penibel beschrieben. Hanebuth gilt dabei als Kopf, ihm wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung, gefährliche Drohungen, Geldwäsche und unerlaubter Waffenbesitz vorgeworfen. Für zwei seiner Handlanger könnte die Strafe allerdings höher ausfallen. Die beiden Brüder Khali und Abdelghani Y. werden sollen nach den Wünschen der Staatsanwaltschaft 38,5 Jahre und 33,5 Jahre hinter Gittern.

Die Gruppe wurde im Jahr 2013 im Rahmen der "Operation Casablanca" von der spanischen Polizei ausgehoben. Der aus Hannover stammende Hanebuth wurde damals in Untersuchungshaft genommen, 2015 allerdings unter Auflagen freigelassen. 2016 durfte er nach Deutschland auf Besuch fahren, kurze Zeit später wurde der umstrittene Gießener Hells-Angels-Präsident Aygün Mucuk vor seinem Clubheim von Unbekannten getötet.

Polizisten unter Verdacht

Inzwischen liefen die Ermittlungen in Spanien weiter, auch zwei Lokalpolizisten befinden sich unter den 46 Angeklagten. Nicanor G. und Francisco José V. müssen sich auf bis zu fünfeinhalb Jahre Haft einstellen.

Auf rund 15.000 Seiten Anklage ist auch in Abhörprotokollen dokumentiert, wie die Rocker mit deren Komplizen ihren mutmaßlich kriminellen Geschäften nachgingen. Dabei soll es um Plantagen, Aktien von Karibik-Firmen, Beteiligungen im Hotel- und Vergnügungsgewerbe und um diverse Investments im Rotlicht-Milieu und Rennsport gegangen sein. Für Hanebuth soll nun die Kaution auf 4,2 Millionen Euro hinaufgesetzt werden.

 

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