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Chronik Welt
09/10/2021

Erste große Veranstaltung in Mailand seit der Pandemie

Zehntausende besuchten die Designwoche. Kreativität und Zuversicht erweisen sich als gute Omen für den Neustart.

Aus Mailand, Andrea Affaticati

Die Mailänder Möbelmesse – heuer statt Salone del Mobile, Supersalone genannt – zusammen mit dem Fuori Salone, den für alle frei zugänglichen Designveranstaltungen in der Stadt, ist die erste große Veranstaltung seit Ausbruch der Pandemie. Sie geht heute zuende.

Und es lag in der Natur der Dinge, dass gerade sie den Startschuss zum Neuanfang gab. Immerhin ist sie seit Jahrzehnten das wichtigste, bunteste Fest, das jedes Frühjahr Tausende Besucher, Käufer, Designfreaks aus aller Welt nach Mailand lockte. Außerdem gehört die Möbelindustrie zu den wichtigsten Made in Italy Branchen, wie Claudio Feltrin, Vorsitzender des Branchenverbands Federlegno, am Sonntag bei der Eröffnung des Supersalone hervorhob. „Sie erwirtschaftet 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, hat einen Produktionswert von 39 Milliarden Euro, davon 15 Milliarden Euro Export.“

Zehntausende Besucher

Viel wurde im Vorfeld diskutiert und auch gestritten ob man die schon zweimal abgesagte Design Week, im September abhalten sollte. Der Kurator und Stararchitekt Stefano Boeri, hat sich aber nicht beirren lassen. Und die Mailänder sind dankbar. Allein am Sonntag wurden 30.000 Eintrittskarten für den Supersalone verkauft. Neue Produkte waren aber eher rar.

Maria Christian Hamel, eine österreichische in Mailand ansässige Designerin, gehört zu den Ausnahmen, die sich mit dem Thema Homeoffice auseinandergesetzt hat. Ihr legerer, kleiner, aber mit dem Nötigsten ausgestatteter Metallschreibtisch „Miss H“, lehnt an der Bauhausphilosophie an. „Ich wollte einen funktionalen, auch in kleinen Bereichen leicht unterzubringenden Schreibtisch, den man, wenn nötig auch schnell auseinandernehmen kann“ erklärt Hamel dem Kurier. „Außerdem sollte er dem e-Commerce gerecht werden, also praktisch zum Verschicken sein.“

In der Krise steckt die Chance

Was der Designwoche aber das besondere Flair verleiht ist der Fuori Salone, der heuer seinen 30. Geburtstag feiert. Die ganze Stadt, auch abgelegene ehemalige Industrie und Arbeiterviertel werden vom Designfieber ergriffen und zu außergewöhnlichen Schauplätzen für neue Kreationen. Dieses Jahr gehörten auch eine Markthalle, ein Schwimmbad und sogar die Gehsteige dazu, wo Leute auf Kissen aus geflochtenem Aluminiumdraht Platz nehmen und entspannt plaudern.

Wenn es wirklich stimmt, dass in jeder Krise auch eine Chance steckt, ist Mailand ein Beweis dafür. Die Stadt, ihre Einwohner zeigen sich so lebensfroh wie schon lange nicht mehr.

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