"Naschen verboten": Bauer verbannt Kinder von seinem Erdbeerfeld
"Das Naschen ist nicht erlaubt!": Ein Bauer aus Sachsen verbietet Kindern unter 12 Jahren das Mitpflücken am Feld. (Symbolbild)
Mit den Kindern zum nächsten Erdbeerfeld zu fahren, ist für viele Familien ein beliebter Wochenendausflug. Zwischendrin werden die süßen, vitaminreichen Früchte dabei gerne direkt vom Feld genascht. Was früher ganz normal war, bereitet Landwirten jedoch seit den letzten Jahren zunehmend Probleme, wie das Fachportal agrarheute berichtet.
Manche Bauern greifen deshalb zu drastischen Maßnahmen. So verbietet ein Betreiber eines Erdbeerfelds im deutschen Sachsen Kindern unter 12 Jahren inzwischen das Mitpflücken.
Kinder dürfen auf Erdbeerfeld nicht mitpflücken
"Wir bitten um Verständnis, dass Kindern unter zwölf Jahren der Zutritt zum Erdbeerfeld nicht gewährt werden kann", heißt es auf einem Hinweisschild am Eingang des Erdbeerfelds in Bröthen im sächsischen Hoyerswerda von Obstbauer Edmund Kubitz. Der Landwirt geht sogar noch einen Schritt weiter und verbietet auch das Naschen der Früchte auf dem Feld, bevor sie abgewogen und bezahlt wurden.
Schlechte Erfahrungen und Ernteeinbußen sind der Grund
Grund für sein striktes Vorgehen sind schlechte Erfahrungen und damit einhergehende Ernteeinbußen. "Viele gehen nur aufs Feld, um sich satt zu essen und kaufen dann nur ein Pfund. Deshalb lieber gleich klare Fronten", zitiert ihn Tag24. In der Vergangenheit sei es immer wieder dazu gekommen, dass Kinder die Pflanzen verletzt, zertrampelt sowie Früchte abgerupft oder herumgeworfen hätten. "Ich hab nichts dagegen, wenn man mal probiert, aber das hat nichts mehr damit zu tun", erklärt Kubitz im Gespräch mit dem Nachrichtenportal.
Manche Besucher würden sich auf dem Feld satt essen und anschließend nur einen kleinen Teil der gepflückten Erdbeeren bezahlen. Wirtschaftlich sei das nicht mehr rentabel.
Erdbeerfeld: Mindestabnahme oder Eintrittsgeld
Vielen Erdbeerfeld-Betreibern geht es ähnlich. Landwirt Robert Bossmann hat daher eine Mindestpflückgrenze eingeführt: "Es geht ja nicht, dass eine Großfamilie mit fünf oder sechs Kindern hier pflücken geht und nachher mit einem Kilo aus dem Feld rauskommt", erklärt er gegenüber dem WDR. Auch in Österreich verlangen vereinzelt Bauern inzwischen eine Mindestabnahme oder ein Eintrittsgeld, wie die NÖN berichtet.
Gemischte Reaktionen auf das Kinder- und Naschverbot
Bei den strikten Maßnahmen gehen die Meinungen in der Bevölkerung auseinander. Die einen zeigen Verständnis ("Richtig so. Den Schaden hat schließlich der Bauer", heißt es etwa in einem Kommentar auf Facebook), andere hingegen reagieren mit Frust und Ärger. Erdbeerbauer Kubitz resümiert gegenüber Tag24: "Ich mache es ungern, aber es nützt ja nichts."
Mal eine Frucht zu probieren, sei kein Problem, aber gegen das dreiste Verhalten mancher Besucher müsse er vorgehen.
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