Höllental: Beliebter Wanderweg nach Scharmützeln für Ausflüge geöffnet

Der erste Abschnitt des neuen Flusswanderwegs zwischen Rax und Schneeberg ist ab sofort durchgängig begehbar.
Schüler aus Oberösterreich helfen beim Ausbau des Flusswanderweges

Zehntausende Wanderer, Ausflügler und Kletterer zieht das malerische Höllental zwischen Rax und Schneeberg jedes Jahr in seinen Bann. Dort, wo seit fast 150 Jahren bei der Kaiserbrunnquelle das frische Trinkwasser für die Stadt Wien entspringt, wurde bereits in den 1990er-Jahren der 1. Wiener Wasserleitungsweg errichtet. Allerdings endete dieser bisher abrupt bei Kaiserbrunn. Das 8,5 Kilometer lange Stück bis zum Weichtalhaus konnte nur unter großer Gefahr entlang der stark befahrenen Bundesstraße 27 erreicht werden.

Streit um Fördergelder

Nach jahrelangen Scharmützeln und Streitigkeiten um Förderungen gibt es für Wanderbegeisterte allerdings erfreuliche Nachrichten: Der erste Abschnitt des neuen Flusswanderwegs im Höllental ist seit wenigen Tagen fertig und durchgängig begehbar.

Der knapp 40-minütige Wanderabschnitt entlang der Schwarza wurde in den vergangenen Wochen fertiggestellt, markiert und beschildert. Damit steht nun ein attraktives, leicht begehbares Angebot für Naturliebhaber und Familien zur Verfügung.

Projektwoche der Berufsschule Freistadt für den Bau des Wanderpfades im Höllental.

Projektwoche der Berufsschule Freistadt für den Bau des Wanderpfades im Höllental.

Ermöglicht wurde das Projekt durch das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher, in erster Linie durch das Wegeteam der Naturfreunde Österreich und Linz unter der Leitung der Naturfreunde Hirschwang-Reichenau.

800.000-Euro-Projekt

Dabei stand das ambitionierte Tourismusprojekt anfangs unter keinem guten Stern. Zuerst hatte die Stadt Wien als Grundeigentümer des Quellschutzgebietes jahrelang einen Maschendraht vor dem Fördertopf, danach zierten sich ausgerechnet der Tourismusverband und seine Gemeinden, was die Co-Finanzierung des 800.000-Euro-Projekts anbelangt.

Arbeiten am Wanderweg mit Mini-Bagger und anderen Hilfsmitteln

Arbeiten am Wanderweg mit Mini-Bagger und anderen Hilfsmitteln

Doch die Naturfreunde ließen nicht locker. Durch diverse Aktionen, Crowdfunding und Spenden konnten zusätzliche Budgetmittel für den Bau des Wanderweges gesammelt werden.

Die ehrenamtliche Arbeit der Freiwilligen an dem Wanderpfad wurde auch durch ein Projekt der Berufsschule Freistadt (OÖ) unterstützt. 20 Schüler, die den Beruf Straßenerhaltungsfachmann erlernen, rückten im Vorjahr mit Motorsägen, Sensen, Hacken und schwerem Gerät an und arbeiteten eifrig in der freien Natur.

Zweiter Abschnitt wird gebaut

Parallel dazu wird bereits intensiv am zweiten Abschnitt des Flusswanderwegs gearbeitet. Dieser soll künftig bis zum ehemaligen Gasthaus Singerin führen und das Wanderangebot im Höllental weiter aufwerten.

Die Beschilderung entlang des neuen Weges ist fertig.

Die Beschilderung entlang des neuen Weges ist fertig.

Tiefbauer meistern heikle Passagen

Dieser Tage war eine 3. Klasse der Sparte Tiefbau der Berufsschule Freistadt im Rahmen einer Projektwoche im Höllental, um an Lösungen für besonders heikle Passagen des Wanderpfades zu arbeiten. Mit Mini-Baggern, Motorsägen, Holzstämmen und anderen Hilfsmitteln wurde der Weg entlang der Schwarza in die Landschaft gepflanzt.

"Mit dem neuen Flusswanderweg setzen die Naturfreunde ein starkes Zeichen für sanften Tourismus und attraktive, niederschwellige Naturerlebnisse im alpinen Raum", erklärt Regina Hrbek, Abteilungsleiterin für Natur-, Umweltschutz und Hüttenmanagement der Naturfreunde Österreich.

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