Dauerregen in Norditalien: Drei Tote und Vermisste

ITALY-FLOOD
Weitere Personen vermisst

Die schwere Unwetterfront, die seit Dienstag die norditalienischen Adria-Regionen Emilia Romagna und Marken heimgesucht hat, hat drei Menschenleben gefordert. Bei den Todesopfern handelt es sich um drei Männer. Mindestens vier weitere Personen werden vermisst, berichteten italienische Medien am Mittwoch.

Ein 70-jähriger Mann wurde von der Feuerwehr tot geborgen, nachdem in der Ortschaft Ronta di Cesena ein Fluss über die Ufer trat. Seine Frau wird vermisst. Ein weiterer Pensionist ertrank in der Stadt Forli, nachdem Wasser in das Erdgeschoß seines Hauses eingedrungen war. Seine Frau konnte gerettet werden. Die Leiche eines Mannes wurde auf einem Strand nahe Cesenatico aufgefunden.

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Forli ist teilweise überschwemmt, nachdem der Fluss Montone über die Ufer trat. Laut dem Bürgermeister Gian Luca Zattini werde mindestens Person vermisst. Überschwemmungen gab es auch in den Städten Cesena, Faenza, Senigallia, Riccione und Rimini.

In Faenza stiegen Menschen auf die Dächer ihrer Häuser, um sich vor den Flutwellen zu retten. Einige Personen wurden von Hubschraubern in Sicherheit gebracht. In mehreren Teilen der Stadt kam es zu Stromausfällen, auch bei den Telefonverbindungen gab des Probleme. Zu erheblichen Problemen kam es auch in der Stadt Bologna. Die Gemeinde rief die Bürger auf, nur in dringenden Fällen das Auto zu nehmen. Teilte der Autobahn A14 nahe der Stadt Pesaro wurde geschlossen.

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Über 1.000 Personen mussten in der Gegend von Ravenna und Faenza evakuiert werden, als die Flüsse gefährlich anschwollen. Teile der Stadt Senigallia wurden vom Fluss Misa überschwemmt. Die Notaufnahme des lokalen Krankenhauses wurde geräumt.

In Pesaro musste die Feuerwehr wiederholt wegen überfluteter Straßen ausrücken. Viele Bürgermeister, darunter jene der Städte Bologna, Faenza, Ravenna und Forlì, beschlossen, auch am Mittwoch die Schulen geschlossen zu halten, da mit weiteren Unwettern gerechnet wurde. Der Regen, der die ganze Emilia Romagna von den Hügeln bis zur Küste heimsuchte, legte die Adria-Stadt Riccione lahm. Viele Fahrzeuge wurden von Wassermassen in den Unterführungen blockiert.

Die Bahnverbindungen zwischen Forli, Rimini und Ravenna kamen zum Erliegen. Der Bahnnetzbetreiber RFI stellte mehrere Zugverbindungen ein. Als Vorsichtsmaßnahme wegen der hohen Wellen erließen die Gemeinden Ravenna und Cervia ein Zugangsverbot zu den Stränden. Überschwemmungen und Erdrutsche gab es in der Provinz Pesaro und Urbino.

Die Bewohner in der Emilia Romagna wurden aufgefordert, unnötige Fahrten zu vermeiden und von zu Hause aus zu arbeiten. Binnen weniger Stunden war so viel Niederschlag gefallen wie sonst in Monaten. In Triest, der Hauptstadt der Region Friaul-Julisch Venetien, wurden Windböen von 120 Stundenkilometern gemeldet. Gerechnet wird mit Hochwasser in Venedig.

Auch die Toskana wurde von schweren Unwettern heimgesucht. Die Fährverbindungen zwischen der Hafenstadt Piombino und Rio Marina auf der Insel Elba wurden wegen der starken Winde unterbrochen. Weitere zehn Tage mit unbeständigem Wetter seien zu erwarten, sagten Meteorologen. Am Donnerstag kommt ein tunesischer Wirbelsturm auf die mittlere Adria zu und bringt erneut arge Unwetter.

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