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Chronik Welt
02/17/2020

Coronavirus: Schon über 70.000 Infektionen

Die größte Zahl in Infektionen tritt mit fast 60.000 Infizierten in der abgeschotteten Krisenregion Hubei auf.

China hat mittlerweile über 70.000 Infektionen mit dem Coronavirus zu beklagen. Mit 105 neuen Todesfällen innerhalb eines Tages sind bis Montag 1.770 Menschen an der Infektion gestorben, so die Gesundheitskommission in Peking. Die nachgewiesenen Ansteckungen nahmen um 2.048 zu und erreichten 70.548.

Besonders schwer ist in Zentralchina die 60 Millionen Einwohner zählende Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan betroffen. In der weitgehend abgeschotteten Krisenregion sind allein rund 58.000 Infektionen und 1.696 Todesfälle durch das Sars-CoV-2 genannte Virus bestätigt. Experten befürchten auch eine hohe Dunkelziffer.

Tokio-Marathon ohne Hobbyläufer

Der Tokio-Marathon am 1. März geht als Vorsichtsmaßnahme aufgrund der Coronavirus-Pandemie ohne die rund 38.000 angemeldeten Hobbyläufer über die Bühne. Laut japanischen Medienberichten sollen nur rund 200 Athleten, die den Lauf als Qualifikation für die Sommerspiele im August in Tokio bestreiten wollen, sowie Rennrollstuhlfahrer an den Start gehen.

US-Bürger ausgeflogen

Nach der Verbreitung des Virus auf dem seit zwei Wochen im Hafen von Yokohama unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff holten die USA ihre Landsleute von Bord der "Diamond Princess". Die erste Maschine ist bereit in den USA gelandet.

An Bord sollen auch 14 Passagiere gewesen sein, die in den vergangenen zwei bis drei Tagen positiv auf das Coronavirus getestet worden sein sollen. Sie saßen demnach isoliert von den anderen Passagieren.

Passagiere, die an Bord Symptome entwickelten sowie die bereits positiv Getesteten würden nach ihrer Rückkehr in die USA in geeignete Einrichtungen gebracht und dort isoliert behandelt, hieß es in der Mitteilung weiter. Alle anderen werden den US-Ministerien zufolge nun für 14 Tage unter Quarantäne gestellt.

Eine zweite Maschine sollte noch am Montag in Texas landen. Das US-Außenministerium bot insgesamt mehr als 300 US-Bürgern, die sich auf dem Kreuzfahrtschiff befanden, eine freiwillige Rückreise in die USA an.

Auch Kanada, Hongkong und Israel bereiten sich nach japanischen Medienberichten vor, ihre eigenen Landsleute von Bord des Schiffes in Japan zurückzuholen. Gegenwärtig befinden sich noch rund 3.000 Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff. Außer den zwei infizierten Deutschen sind noch acht andere Bundesbürger an Bord.

Westerdam

Auch unter den Passagieren des Kreuzfahrtschiffs "Westerdam" gab es Infektionen. Der Kreutzer konnte erst nach einer Irrfahrt durch asiatische Gewässer in einem kambodschanischen Hafen anlegen.

Volkskongress verschoben

Wegen der Epidemie erwägt Chinas Führung eine Verschiebung der jährlichen Sitzung des Nationalen Volkskongresses in Peking. Der Ständige Ausschuss des Politbüros der regierenden Kommunistischen Partei wird dies bei einem Treffen in der kommenden Woche beraten.

Die zehntägige Sitzung sollte eigentlich am 5. März beginnen. Rund 3.000 Delegierte versammeln sich seit 35 Jahren immer im März in der Großen Halle des Volkes in Peking.

Geburtstagsfeier für Japans Kaiser Naruhito abgesagt

Der japanische Kaiserpalast hat die Feierlichkeiten zum Geburtstag von Kaiser Naruhito abgesagt. Das Palastgelände in Tokio wird demnach am kommenden Sonntag nicht für Besucher geöffnet.

Naruhito wird nicht öffentlich auftreten und es wird auch kein Buch für Glückwünsche ausgelegt. Normalerweise strömen am Geburtstag des japanischen Kaisers zehntausende Gratulanten in den Palast.

In Japan haben sich mittlerweile mindestens 60 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Sonntag hatte die Regierung den Japanern daher dazu geraten, "nicht dringende und nicht unbedingt nötige Menschenansammlungen" fortan zu meiden. Vor allem ältere und kranke Menschen sollen vorsichtig sein. Gesundheitsminister Katsunobu Kato sprach von einer "neuen Phase" der Coronavirus-Epidemie.

Kaiser Naruhito hatte den Chrysanthementhron im Mai 2019 nach der Abdankung seines Vaters Akihito bestiegen. Seine feierliche Inthronisierung mit Staatsgästen aus aller Welt fand im Oktober statt. Am 23. Februar sollte nun zum ersten Mal seit seiner Thronbesteigung sein Geburtstag gefeiert werden.

Automesse verschoben

Das weiter grassierende Coronavirus führt zu weiteren Störungen des Wirtschaftslebens in China. Die für April angesetzte Automesse in Peking wird nach Angaben der Organisatoren verschoben. Auch der Volkswagen-Konzern verschiebt den Produktionsstart seines chinesischen Gemeinschaftsunternehmens mit dem Partner SAIC. Der Betrieb soll nun am 24. Februar statt am 17. Februar wieder aufgenommen werden.

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