Nach Flut: Rund 900 Schlangen entkommen – giftige Kobras im Wohngebiet
Mindestens 39 Menschen starben bei den Überschwemmungen in Südchina. Zudem sind rund 900 Schlangen aus einer Zuchtfarm entkommen.
Nach den schweren Überschwemmungen in Südchina ist die Zahl der Todesopfer weiter gestiegen. In der Region Guangxi kamen nach Behördenangaben 39 Menschen ums Leben, neun weitere wurden vermisst, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Zuvor hatten die Behörden sechs Tote und elf Vermisste gemeldet. Ausgelöst wurden die Fluten durch außergewöhnlich starke Regenfälle, die ein Tropensturm gebracht hatte.
Schlangen von Farm entkommen – darunter auch giftige Kobras
Durch die Überschwemmungen sind Medienberichten zufolge in der Provinz Hengzhou bis zu 900 Schlangen aus einer Zuchtfarm entkommen. In chinesischen sozialen Medien kursierten zahlreiche Videos von Schlangen, die durch die braunen Schlamm- und Wassermassen schwimmen.
Einige der am Montag entkommenen Schlangen seien giftig, berichtete Red Star News unter Berufung auf das Komitee des Dorfes Dengxu, in dem sich die Schlangenfarm befindet. Darunter sollen sich auch Kobras befinden, wie Aufnahmen in den sozialen Medien zeigen. Darauf ist der für Kobras typisch aufgerichtete Kopf mit der aufgefächerten Halskrause im Wasser zu erkennen.
Bewohner umliegender Dörfer hätten sich zusammengeschlossen, um die entkommenen Tiere wieder einzufangen.
Zootiere ausgebrochen
Die verheerenden Überflutungen im Südwesten Chinas verhalfen zudem dutzenden Zoo-Tieren zur Flucht. Mehrere Gehege seien durch die schweren Regenfälle beschädigt worden, erklärte der Zoo von Guigang in der Provinz Guangxi. Er rief die Bevölkerung um Hilfe bei der Suche nach den Ausbrechern auf und veröffentlichte am Mittwoch eine Liste der fehlenden Bewohner.
Darunter sind zwei nordamerikanische Waschbären, vier Stachelschweine und 30 Pfauen, Alpakas, Zebras und Strauße. Einige der Tiere könnten wegen der ungewohnten Umgebung „verängstigt und möglicherweise aggressiv“ sein, warnte der Zoo. Wer ausgebrochene Tiere sichte, solle Abstand halten und nicht versuchen, sie selbst einzufangen.
Unwetter lösten Erdrutsch aus
Besonders betroffen von den Überschwemmungen war die Gegend um Hengzhou, das zur Millionenmetropole Nanning gehört. Dort war es durch die Regenfälle zu einem Dammbruch gekommen. Auch an anderen Flüssen und Stauseen blieb die Lage angespannt.
Die Unwetter hatten in den vergangenen Tagen auch andere Teile Chinas getroffen. Im Nordwesten des Landes starben bei einem Erdrutsch nahe der Stadt Longnan in der Provinz Gansu 21 Menschen. In der zentralchinesischen Provinz Hubei kamen bei schweren Gewittern und einem Tornado mindestens elf Menschen ums Leben. Die Wetterlage blieb weiter angespannt. Chinas Behörden warnten vor zusätzlichen Hochwasserrisiken durch weitere Regenfälle und den herannahenden Taifun „Bavi“.
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