Chronik Welt
10/05/2020

China: 4.000 tote Haustiere in Boxen aufgefunden

Unter anderem Hunde, Katzen und Hasen - über 1.000 Tiere konnten gerettet werden, für den Rest kam die Hilfe zu spät.

von Katharina Alfon

4.000 Haustiere wurden in einem Logistikzentrum in China aufgefunden, wie South China Morning Post am 1. Oktober berichtet. Es wird vermutet, dass die 4.000 Haustiere online gekauft wurden. In dem Logistikzentrum in China verweilten sie anscheinend fast eine Woche lang, laut einer Tierschutzorganisation.

Über 1.000 Hasen, Hamster, Hunde und Katzen konnten gerettet werden - der Rest war bereits bei der Ankunft, am 22. September, in der Einrichtung in Luohe, Henan, ums Leben gekommen. Die "Lieferung" soll am 16. September abgesendet worden sein - zu dem Zeitpunkt, als die Tiere entdeckt wurden, mussten sie demnach bereits fünf Tage ohne Wasser und Essen verharren. Die Mitarbeiter des Logistikzentrums sollen die Annahme verweigert haben, als sie bemerkten, dass es sich um lebendige Tiere handelte - den Boten kümmerte das jedoch nicht, er lud sie dort nichtsdestotrotz ab und überlies sie ihrem Schicksal.

Eine Freiwillige der NGO Utopia Animal Rescue meinte zu dem Vorfall: "Wir haben schon oft Rettungsaktionen durchgeführt, aber das ist das erste Mal, dass ich etwas so Tragisches erlebt hatte."

Weiters beschreibt sie die Szene: "Als wir ankamen, fanden wir etliche Berge von Boxen, welche Tiere enthielten. Viele von ihnen waren bereits tot und begannen schon zu verrotten und Gestank abzugeben."

Behörden haben sich dem Fall angenommen - nicht vorhandene Regulationen bezüglich dem Onlineverkauf von Haustieren in China schlagen immer wieder hohe Wogen. Die Tiere werden oft illegal unter unsicheren Gegebenheiten per Post versandt. Der Transport darf laut Gesetz lediglich via Flugzeug passieren, aber auch nur dann, wenn der Absender die nötigen Dokumente dafür besitzt.

Utopia Animal Rescue gab bekannt, dass das Logistikunternehmen Yunda Express für den Versand verantwortlich war. Das Unternehmen weist jedoch alle Schuld von sich - die Packzettel wären schon vorab gedruckt gewesen für einen anderen Kunden und unerlaubterweise für die Lieferung der Tiere missbraucht worden.

Die Tierschutzorganisation bleibt mit ihren Vorwürfen allerdings standhaft: Es wäre die Aufgabe von Yunda Express gewesen, sicher zu gehen, dass die akkuraten Dokumente der lebendigen Fracht beigelegt werden. Ebenso verpassten sie es, ihrer Pflicht nachzugehen, für sichere und komfortable Bedingungen für die Tiere zu sorgen.

Zwei Anrufe und eine E-Mail-Anfrage an Yunda Express für einen Kommentar zu der Sachlage blieben, laut South China Morning Post, unbeantwortet.

Mehr als 870 Hasen, 99 Hamster, 70 Hunde und 28 Katzen wurden lebendig aufgefunden. Für die gesunden Tiere wurden bereits Unterkünfte gefunden, während Tierhandlungen und Freiwillige sich um die Genesung der restlichen kümmern.

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