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Skandal um toten "Timmy": Mann klettert für Fotos auf Wal-Kadaver

Nach dem Tod des Buckelwals Timmy sorgt ein Video für Empörung: Ein Mann kletterte auf den Kadaver und posierte für Fotos.
Rettungsaktion für den Buckelwal

Lange hat man versucht, den mehrfach gestrandeten Buckelwal "Timmy" zu retten. Am Ende blieb auch eine private Initiative erfolglos. Vor wenigen Tagen wurde der Kadaver des Wals an der dänischen Küste vor der Insel Anholt angespült. Während noch darüber diskutiert wird, was mit dem toten Tier geschehen soll, fühlen sich Schaulustige von der ungewöhnlichen Szenerie und der seltenen "Chance", einem Buckelwal so nahe zu kommen, offenbar angezogen. 

Besonders ein Video, das sich derzeit rasant in den sozialen Medien verbreitet, sorgt für Empörung.

Mann klettert auf toten Wal und macht Fotos

Zu sehen ist ein Mann, der am Sonntag zu dem verendeten Meeressäuger schwamm, auf den Kadaver kletterte, posierte und sich von seinem Begleiter fotografieren ließ. Andere Strandbesucher beobachteten die Szene, filmten das Geschehen und stellten die Aufnahme anschließend ins Netz. Laut News 5 sollen die beiden Dänen später von der Küstenwache weggeschickt worden sein.

Toter Timmy wird zur Touristenattraktion

Zahlreiche Social-Media-Nutzer reagierten empört: "Ich war so geschockt. 😳😞 Wie respektlos ..." oder "UNFASSBAR", heißt es etwa auf TikTok. Viele werfen dem Mann mangelnden Respekt vor. 

Der Betroffene selbst verteidigt seine Aktion, nachdem er darauf angesprochen wurde. Es sei das erste Mal in seinem Leben gewesen, dass er die Gelegenheit gehabt habe, auf einen Wal zu klettern. "Ist es heilig? Nein, es ist ein totes Tier", zitieren ihn News 5 und RTL. 

Was passiert mit dem Wal-Kadaver?

Die dänischen Behörden haben vorerst keine Pläne, den Kadaver zu entfernen. Aller Voraussicht nach wird er vor der dänischen Insel Anholt liegenbleiben. Der Behördenvertreter Morten Abildstrøm erklärte, das Tier befinde sich rund 75 Meter vom Strand entfernt und störe niemanden. Zudem würden sich derzeit zahlreiche Möwen an dem verendeten Meeressäuger sattfressen. 

Der Verwesungszustand würde nicht nur einen möglichen Transport, sondern auch eine Untersuchung erschweren.

Explosionsgefahr durch Fäulnisgase

Behörden waren davor, sich dem toten Körper zu nähern. Experten schließen nicht aus, dass sich durch Fäulnisgase Druck im Inneren des Tieres aufbauen und der Wal "explodieren" beziehungsweise aufreißen könnte.

Ministerium will Sender auswerten

Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern bemühe sich, den am Wal gefundenen Sender zu bekommen und die Daten auszuwerten. Möglicherweise könne man so Erkenntnisse dazu erhalten, wie lange das Tier noch lebte und wo es sich aufgehalten habe. Karin Walter-Mommert, eine der Geldgeberinnen für die vorhergehende Bergung von der deutschen Küste, habe dem Ministerium die Möglichkeit einer entsprechenden Auswertung zugesagt. Noch habe die dänische Umweltbehörde den Sender.

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