Die Qual des Wals hat ein Ende: Timmy ist tot
Buckelwal "Timmy" strandete in der Ostsee, ist er nun tot?
Die Qual des Wals hat ein Ende: Der Wal „Timmy“ ist tot. Das ist seit Samstagnachmittag traurige Gewissheit. Bei dem toten Buckelwal, der vor der dänischen Küste aufgetaucht ist, handelt es sich um jenes Tier, das in den vergangenen Wochen halb Deutschland (medial) auf Trab hielt. Das bestätigte die dänische Umweltschutzbehörde.
„Timmys" letzte Reise endete 75 Meter vor der Insel Anholt, wo der tote Wal im hüfttiefen Wasser liegt. Für Diskussionen sorgte, wie sie begann: Das Tier war Anfang März das erste Mal in der deutschen Ostsee aufgetaucht, wo es die meiste Zeit in Flachwasserzonen lag. Kein gutes Zeichen – und der Anlass für eine emotionale Debatte darüber, wie mit dem mutmaßlich kranken Wal zu verfahren sei.
Medien berichteten mit Live-Ticker, auch die Politik schaltete sich ein. Letztendlich wurde „Timmy“ von einer privaten Initiative geborgen und mit einem gefluteten Lastkahn in die Nordsee gebracht – inklusive eines handfesten Streits darüber, ob die Aktion sinnvoll sei. Finanziert wurde sie maßgeblich von der Millionärin Karin Walter-Mommert sowie dem MediaMarkt-Mitbegründer Walter Gunz. Rund 1,5 Millionen Euro soll sie gekostet haben. Experten sahen kaum Überlebenschancen.
Kurz nachdem „Timmy“ freigesetzt wurde, folgte die nächste Aufregung: Der GPS-Sender, der (angeblich) an seiner Finne angebracht war, lieferte keine (oder nur ungenügende) Signale. Das Tier ging im Meer „verloren“, was die Kontroverse zwischen der privaten Initiative und der Regierung von Mecklenburg-Vorpommern noch verschärfte.
Zwischenzeitlich stellte man fest, dass sich auch Technik und Wale schlecht vertragen: Wale müssen regelmäßig zum Atmen auftauchen – genau das unterbricht aber den notwendigen Wasserkontakt für den Sender. Zugleich kann der Peilsender nur dann Daten übertragen, wenn er sich an der Oberfläche befindet. Eine unglückliche Kombination.
Unglücklich endete nun auch die ganze Reise: „Es kann nun bestätigt werden, dass es sich bei dem gestrandeten Buckelwal bei Anholt um denselben Wal handelt, der zuvor in Deutschland gestrandet war und gerettet werden sollte“, hieß es am Samstag in einer schriftlichen Mitteilung der Behörden, aus der das Nachrichtenmagazin Focus zitierte.
Am Schwanz erkannt
Bei der Identifikation geholfen haben dürfte vor allem die Schwanzflosse. Jeder Wal hat ein individuelles Muster auf der Fluke – vergleichbar mit dem menschlichen Fingerabdruck. Journalisten hatten die Flosse am Abend zuvor mit einer Drohne aus der Luft aus verschiedensten Blickwinkeln aufgenommen, auch Taucher inspizierten den Kadaver eingehend. Eine deutsche Tierärztin, die an der Rettungsmission beteiligt war, reiste eigens nach Dänemark.
Der Meeressäuger ist vermutlich bereits seit einiger Zeit tot. Die dänischen Behörden haben vorerst nicht vor, den Kadaver zu entfernen. Er liege „75 Meter weit vom Strand weg und störe niemanden“, hieß es. Nähern solle man sich dem Tier nicht, so die Warnung. Es könne aufgrund von Fäulnisgasen explodieren.
Derzeit fressen sich die Möwen an „Timmy“ satt.
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