Artemis-2 mit Problemen: Vier Astronauten auf dem Weg zum Mond

Alle Hintergründe zum historischen Flug. Erstmals fliegt eine Frau zum Mond - und auch Technologie aus Österreich.
NASA's Artemis II mission to fly by the moon, lifts off from the Kennedy Space Center in Cape Canaveral
Heute um 0.36 Uhr wurde Geschichte geschrieben. Die NASA schickt erstmals seit der letzten Apollo-17-Mission (im Jahr 1972) Menschen zum Mond. Rund eine Stunde vor dem Start gab es ein Problem mit dem Rettungssystem, das aber rechtzeitig gelöst werden konnte. Die SLS-Rakete hob mit einem Bilderbuchtart ab. 
 
Kurz nach dem Start brach die Kommunikation mit dem Kontrollzentrum allerdings vorübergehend ab. Auch die Bordtoilette fiel mehrere Stunden aus. Doch mittlerweile soll alles wieder perfekt funktionieren.
Artemis-2 wird den Mond bei seiner bemannten Mission allerdings nicht klassisch umkreisen, sondern ihn einmalig im Rahmen eines „Free-Return-Manövers“ (wie bei den ersten Apollo-Missionen) umfliegen. Die vier Astronauten passieren den Mond in einer Entfernung von etwa 7.400 km auf der Rückseite, um danach ohne weiteren Antrieb nach zehn Tagen zur Erde zurückzukehren. 
 
Jedenfalls waren noch nie Menschen so weit weg von der Erde wie diesmal, nämlich über 410.000 Kilometer. 
NASA, Artemis, MondESA

Die Artemis-Astronauten im Orion-Raumschiff kurz vor dem Start 

Keine Mondlandung, auch weil das Starship Probleme hat 

Eine Landung wäre schon technisch nicht möglich, weil es noch immer keine Landefähre (Starship) gibt. Auch fehlen einsatzbereite Raumanzüge. Getestet werden dabei allerdings alle Systeme, vor allem aber auch das Hitzeschild des Orion-Raumschiffs. Dieses hatte bei Artemis-1, wo drei Dummy-Puppen statt Astronauten mitflogen, für gröbere Probleme gesorgt. 
 
Damit wird auch das Ende der Mission spannend werden. Zur Erinnerung: Defekte Hitzekacheln führten zum Totalverlust des Space Shuttle Columbia bei der Rückkehr auf die Erde im Jahr 2003.
 die US-Amerikaner Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie der Kanadier Jeremy Hansen.

Die US-Amerikaner Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie der Kanadier Jeremy Hansen

Frühestens 2028 soll eine bemannte Mondlandung erfolgen, Anfang der 2030er-Jahre eine Raumstation gebaut werden - falls bis dahin alle technischen Probleme gelöst sein sollten, wonach es derzeit nicht ausschaut. Kürzlich wurde das komplette Programm umgeworfen - so soll Artemis-3 noch ein weiterer Testflug werden und erst Artemis-4 zwei Menschen auf die Oberfläche bringen. 
 
Die US-Amerikaner Christina Koch, Victor Glover und Kommandant Reid Wiseman sowie der Kanadier Jeremy Hansen, der erstmals im All ist, sind an Bord der aktuellen Mission. Damit werden erstmals eine Frau, ein Nicht-Weißer und ein Kanadier den Mond aus der Nähe sehen.
Nach der Landung von Artemis I zeigte sich, wie stark das Hitzeschild beschädigt wurde

Die stark beschädigte Orion-Kapsel von Artemis-1 im Jahr 2022

Technologie aus Österreich mit an Bord

 
Die Orion-Kapsel fliegt prinzipiell vollautomatisch. Zu Testzwecken werden die Astronauten sie aber zwischendurch auch manuell steuern. Zudem müssen sie ihren eigenen Gesundheitszustand mit Hilfe zahlreicher Tests, Sensoren und Messungen ständig überprüfen, auch für wissenschaftliche Forschungen, etwa zur Strahlenbelastung. 
 
Die USA bleiben zuversichtlich: „Die Vereinigten Staaten werden den Mond nie wieder aufgeben“, schrieb NASA-Chef Jared Isaacman erst kürzlich an alle Mitarbeiter. Künftig möchten die USA jedes halbe Jahr bemannt auf dem Mond landen. Dazu sollen 15 Roboter dort landen und eine permanente Station errichtet werden. 
 
Das Orion-Raumschiff wurde zu großen Teilen von der europäischen Raumfahrtagentur ESA finanziert und in Europa gebaut. Die Wiener Software-Schmiede TTTech mit Hauptsitz in der Schönbrunner Straße auf der Wieden hat sozusagen das „Nervensystem“ der Orion-Kapsel entwickelt. 

Alles Wissenswerte zu Artemis-2: