Artemis-2 im Livestream: Die vier Astronauten sind bereits im Raumschiff

Livestream des Artemis-2-Starts zum Mond und alle Hintergründe zum historischen Flug.
Artemis, NASA, ESA, Mond

Zusammenfassung

  • Artemis-2 soll heute Nacht erstmals seit 1972 wieder Menschen zum Mond schicken, jedoch ohne Landung, sondern mit einem "Free-Return-Manöver".
  • Die Mission testet vor allem das Hitzeschild des Orion-Raumschiffs, da auch technische Probleme und fehlende Raumanzüge eine bemannte Mondlandung noch verhindern.
  • An Bord sind erstmals eine Frau, ein Nicht-Weißer und ein Kanadier, während das europäisch gebaute Orion-Raumschiff auch von österreichischer Software gesteuert wird.
Heute Nacht ab 0.24 Uhr könnte Geschichte geschrieben werden. Die NASA möchte nun erstmals seit der letzten Apollo-17-Mission im Jahr 1972 Menschen zum Mond schicken. Die Wetteraussichten sind gut und die Hoffnung ist groß, dass der schon mehrfach verschobene Start vom Kennedy Space Center in Florida diesmal wirklich stattfindet. 
 
Artemis-2 wird den Mond bei seiner bemannten Mission allerdings nicht klassisch umkreisen, sondern ihn einmalig im Rahmen eines „Free-Return-Manövers“ (wie bei den ersten Apollo-Missionen) umfliegen. Die vier Astronauten passieren den Mond in einer Entfernung von etwa 7.400 km auf der Rückseite, um danach ohne weiteren Antrieb zur Erde zurückzukehren. Jedenfalls waren noch nie Menschen so weit weg von der Erde wie diesmal, nämlich über 410.000 Kilometer. 

Keine Mondlandung, auch weil das Starship Probleme hat 

Eine Landung wäre schon technisch nicht möglich, weil es noch immer keine Landefähre (Starship) gibt. Auch fehlen einsatzbereite Raumanzüge. Getestet werden dabei allerdings alle Systeme, vor allem aber auch das Hitzeschild des Orion-Raumschiffs. Dieses hatte bei Artemis-1, wo drei Dummy-Puppen statt Astronauten mitflogen, für gröbere Probleme gesorgt. 
 
Damit wird auch das Ende der neuntägigen Mission spannend werden. Zur Erinnerung: Defekte Hitzekacheln führten zum Totalverlust des Space Shuttle Columbia bei der Rückkehr auf die Erde im Jahr 2003.
 die US-Amerikaner Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie der Kanadier Jeremy Hansen.

Die US-Amerikaner Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie der Kanadier Jeremy Hansen

Die Live-Berichterstattung läuft im Livestream bereits seit 18:50 Uhr österreichischer Zeit, gegen 20.20 Uhr bestieg die Crew das Raumschiff. Das aktuelle Startfenster beträgt zunächst rund zwei Stunden und bei Problemen sind weitere Startversuche täglich bis zum 6. April möglich, danach vermutlich erst wieder im Mai. 
 
Frühestens 2028 soll eine bemannte Mondlandung erfolgen, Anfang der 2030er-Jahre eine Raumstation - falls bis dahin alle technischen Probleme gelöst sein sollten, wonach es derzeit nicht ausschaut. Kürzlich wurde das komplette Programm umgeworfen - so soll Artemis-3 noch ein weiterer Testflug werden und erst Artemis-4 zwei Menschen auf die Oberfläche bringen. 
 
Die US-Amerikaner Christina Koch, Victor Glover und Kommandant Reid Wiseman sowie der Kanadier Jeremy Hansen, der erstmals im All ist, werden an Bord sein. Damit werden erstmals eine Frau, ein Nicht-Weißer und ein Kanadier den Mond aus der Nähe sehen.
Nach der Landung von Artemis I zeigte sich, wie stark das Hitzeschild beschädigt wurde

Die stark beschädigte Orion-Kapsel von Artemis-1 im Jahr 2022

Die Orion-Kapsel fliegt vollautomatisch. Zu Testzwecken werden die Astronauten sie aber zwischendurch auch manuell steuern. Zudem müssen sie ihren eigenen Gesundheitszustand mit Hilfe zahlreicher Tests, Sensoren und Messungen ständig überprüfen, auch für wissenschaftliche Forschungen, etwa zur Strahlenbelastung. 
 
Die USA bleiben zuversichtlich: „Die Vereinigten Staaten werden den Mond nie wieder aufgeben“, schrieb NASA-Chef Jared Isaacman erst kürzlich an alle Mitarbeiter. Künftig möchten die USA jedes halbe Jahr bemannt auf dem Mond landen. Dazu sollen 15 Roboter dort landen und eine permanente Station errichtet werden. 
 
Das Orion-Raumschiff wurde zu großen Teil von der europäischen Raumfahrtagentur ESA finanziert und in Europa gebaut. Die Wiener Software-Schmiede TTTech mit Hauptsitz in der Schönbrunner Straße auf der Wieden hat sozusagen das „Nervensystem“ der Orion-Kapsel entwickelt. 

NASA-Livestream zum Start von Artemis-2:

Alles Wichtige zum aktuellen Mondflug und zum Artemis-Programm lesen Sie hier: