Mondlandung in Gefahr: NASA-Bericht enthüllt hunderte Probleme

1176 Fehler und Probleme bei den Landefähren der beiden Milliardäre Elon Musk und Jeff Bezos entdeckt. Schlägt China die NASA jetzt im Wettlauf zum Mond?
Artemis, NASA, Mond

Wie schon in den 1960er-Jahren gibt es auch jetzt wieder ein Wettrennen der USA gegen eine kommunistische Großmacht. Während die UdSSR daran wirtschaftlich zerbrach, sind die Vorzeichen diesmal ganz andere. Das Pendel schlägt immer mehr zu Gunsten Chinas aus. Die nächsten zwei Jahre werden entscheiden, ob der dreizehnte Mensch, der den Mond betreten wird, ein Amerikaner oder ein Asiate sein wird.

Doch diesmal geht es nicht nur um Ruhm und Ehre, sondern um beinharte wirtschaftliche Interessen. Beide Länder wollen in den 2030er-Jahren ständig bemannte Mondstationen errichten. Von diesen aus sollen Rohstoffe wie seltene Erden, das für die Kernfusion benötigte Helium-3 oder auch Gold abgebaut werden.

Mond: Südpol statt Äquator als Ziel

Während die Apollo-Missionen am Mondäquator landeten, ist diesmal der weit schwieriger zu erreichende Südpol das Ziel. Dieser bietet die wichtige Ressource Wasser, allerdings sind die möglichen Landezonen wegen der vielen Krater um vieles kleiner - maximal hundert Meter Abweichung sind möglich. 

Zum Vergleich: Apollo-11 verpasste seinen eigentlichen Landepunkt um über sechs Kilometer. 

Das unter US-Präsident Donald Trump gestartete Artemis-Programm sollte klotzen und nicht kleckern - und genau das wird nun zum Problem. Nur ein einziger Start der SLS-Mondrakete der NASA kostet fast vier Milliarden Euro. Bis heute macht vor allem das Hitzeschild des Orion-Raumschiffes Probleme und es gibt nicht einmal funktionierende Raumanzüge für die Mondlandung.

Mondlandung von NASA und SpaceX

NASA-Vergleich zeigt den Größenunterschied zwischen Apollo-Mission und den Landefähren von SpaceX und Blue Origin

Noch viel schlimmer ist die Lage bei der Landefähre, Eigentlich sollte das Starship von Elon Musk bereits 2024 mit einer zweiköpfigen Crew auf dem Erdtrabanten aufsetzen. Die ersten beiden Versionen des 200-Tonnen-Ungetüms explodierten allerdings mehrfach. Aktuell versucht sich Musk an der dritten Version, deren Raptor-Triebwerke immer noch nicht reibungslos funktionieren. Zuletzt platzte auch noch der komplette Tank.

Kompliziertes Tankmanöver mit Starship von Elon Musk

Und selbst wenn das alles funktioniert, müssen rund ein Dutzend Starships in mindestens drei Bauvarianten gebaut werden. Diese sollen ein hochkomplexes 200-tägiges Tankmanöver im All durchführen, damit die Landefähre vom Erdorbit zum Mondorbit gelangt, wo die Astronauten vom Orion-Raumschiff in die Starship-Landefähre umsteigen. 

Diese hat kein Rettungssystem und könnte wegen ihrer Größe bei der schwierigen Landung am Südpol umfallen, heißt es in einem NASA-Bericht von Mitte März. Geht irgendwas schief, dann gibt es keine Rettung, wird darin explizit festgehalten.  

TOPSHOT-US-SPACE-BLUEORIGIN-AEROSPACE-CELEBRITY

Die Landefähre von Blue Origin ist auch noch zu schwer

Man muss kein Experte sein, um daran zu zweifeln, dass der aktuelle Landetermin im Jahr 2028 halten wird. Zuletzt warf die NASA den kompletten Zeitplan über den Haufen, um wenigstens die zweite - erst für Artemis-5 eingeplante - Landefähre von Amazon-Milliardär Jeff Bezos als Alternative einsetzen zu können. Doch diese ist ebenfalls noch zu schwer, hat Triebwerksprobleme und muss auch im All betankt werden. 

Aktuell haben die Landefähren von SpaceX (Musk) und Blue Origin (Bezos) zusammen 1176 ungelöste Probleme, von denen 864 noch nicht einmal ernsthaft angegangen worden sind, heißt es im aktuellen NASA-Bericht.

The SpaceX Starship spacecraft sits atop the Super Heavy booster as preparations continue for its 11th test flight

Das Starship ist groß und schwer 

Und währenddessen spult China seit 30 Jahren sein Raumfahrtprogramm mit dem Ziel einer Mondlandung im Jahr 2029 ohne geringste Verzögerung durch. Die erste Stufe der dafür benötigten Rakete Langer-Marsch-10 absolvierte heuer bereits einen ersten Flugtest, vier echte Testflüge sind für die kommenden zwei Jahre geplant. Auch die mit einer Rettungskapsel ausgerüstete Landefähre "Lanyue" soll erprobt werden. 

So nebenbei wird den bisher sehr erfolgreichen Chang"e-Missionen eine siebente und achte hinzugefügt. Dabei werden Sonden am Südpol landen, um Landeplätze für die Taikonauten zu erkunden.

China und USA wollen den Mond-Südpol besiedeln 

Ziel beider Länder dürfte der Shackleton-Krater am Mond-Südpol sein. Dieser soll viel Wassereis beinhalten und außerdem hat er hohe Kraterwände, um Solarpanelen gut platzieren zu können. Ob die USA oder China dort als erstes landen, bleibt abzuwarten. Immer mehr Beobachter setzen allerdings diesmal auf einen kommunistischen Sieg. 

Auch deshalb, weil deren Mission mit lediglich zwei Raketen durchgeführt wird, um die maximal 25 Tonnen schwere Landefähre, die ähnliche Ausmaße wie jene von Apollos Eagle haben soll, und das Raumschiff zum Mond zu bringen. Ohne Tankstopp im All. 

Unter Raumfahrt-Fans kursiert mittlerweile ein Witz: Die US-Mondlandung wird diesmal spektakuläre Bilder liefern. Warum? Weil sie von den Chinesen von unten gefilmt wird. 

Im April stehen jedenfalls zwei wichtige Termine an: Artemis-2 soll starten und mit einer vierköpfigen Crew mehrfach den Mond umrunden. Außerdem könnte Starship Version 3 endlich zu seinem für Dezember 2025 geplanten Erstflug starten. 

Mit an Bord von Artemis-2 ist jedenfalls auch Technik aus Österreich, vor allem aus Wien und der Steiermark. Näheres dazu lesen Sie hier

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