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Chronik Welt
05/09/2019

Archie: Ein Baby wie ein Meteorit - was hinter dem Namen steckt

Archie - Royal, Monty-Python-Film-Anwalt, Roboter, Riesenkalmar. Aber wer das nicht weiß, bekommt keine Pommes in die Nase.

von Karoline Krause-Sandner, Stefan Schocher

Nicht Alexander, nicht Arthur, nicht Albert – sondern Archie. Die Buchmacher haben mit ihren Favoriten nicht Recht behalten. Meghan und Harry entschieden sich für den nicht erwartbaren Namen Archie Harrison.

Über 30-Jährige denken wohl sofort an den Kultfilm „Ein Fisch namens Wanda“ aus dem Jahr 1988. John Cleese spielt dort den Anwalt Archie Leach, der betört von Jamie Lee Curtis alias Wanda, diese mit seinen Kenntnissen der russischen Poesie zu verführen versucht.

Cleese hatte den Namen für die Figur selbst ausgesucht. Er benannte ihn nach dem Filmstar Cary Grant, der mit bürgerlichem Namen Archibald Leach hieß.

Der Name Archie ist auch bekannt durch eine amerikanische Comicserie und den gleichnamigen Verlag.

In England und Wales war Archie 2017 auf Rang 18 der populärsten Bubennamen. 2.803 Buben wurden in diesem Jahr Archie genannt. Seit 2003 war der Name immer unter den beliebtesten 50 Namen für männliche Babys in England.

Archie habe keine royale Vorgeschichte, sagen Experten den britischen Medien. Aber Meghan und Harry sind ja in vieler Weise unkonventionell.

Unkonventionell sind auch eine Reihe an Dingen, die diesen Namen tragen. Denn Archie wird auch eine Suchmaschine (spezialisiert auf die Suche in Netzwerkprotokollen) genannt, eine Version des Betriebssystems Linux sowie ein humanoider Roboter, den die TU Wien gebaut hat.

Mit der britischen Museumslandschaft Vertraute werden den Namen aber vielleicht auch mit einem Riesenkalmar assoziieren. Das Präparat eines solchen im Naturhistorischen Museum in London trägt den Namen Archie.

Als Hubschrauberpilot der britischen Luftwaffe wird Harry den Begriff Archie wohl auch mit Militärischem in Zusamenhang bringen: In britischem Soldatenslang steht Archie für Anti-Aircraft-Fire, also für Luftabwehr.

In der Petrophysik wiederum existiert die Archie-Gleichung mit der die Leitfähigkeit von Gesteinen gemessen wird. Anwendungsbereiche: Ölförderung sowie die Überwachung von Salzminen und Mülldeponien.

Und nicht zuletzt war Archie der Name eines 5,07 Kilogramm schweren Meteoriten, der am 10. August 1932 über dem US-Bundestaat Missouri nieder ging - Archie Harrison war bei seiner Geburt 3,3 Kilogramm schwer.

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