Pitztal nach Mure gesperrt: 1.000 Menschen isoliert
In Tirol wurde ein Linienbus von einer Mure erfasst.
Teils heftige Unwetter mit starken Regenfällen haben Montagabend in einigen Regionen Tirols zu Murenabgängen geführt. Eine besonders brenzlige Situation gab es zwischen Flirsch und Pettneu am Arlberg im Bezirk Landeck, wo eine große Mure auf eine Landesstraße abging und einen Linienbus erfasste, wie die Online-Ausgabe der Tiroler Tageszeitung berichtete. Der Fahrer wurde verletzt ins Krankenhaus Zams gebracht, drei Insassen blieben unverletzt.
Die Passagiere sind nicht mehr allein herausgekommen. Es war eine heikle Situation“, sagte der Landecker Bezirksfeuerwehrinspektor. Erst durch die Feuerwehrleute hätten die Menschen befreit werden können: „Es war nicht ganz ohne.“ Die Mure habe die Straße auf einer Länge von 80 Metern ein bis eineinhalb Meter tief verlegt.
Ein Linienbus wurde von einer Mure erfasst. Die FF Schann war im Einsatz.
Zwei Murenabgänge gab es unterdessen auch auf die Pitztalstraße (L16) in St. Leonhard im Pitztal (Bezirk Imst). Personen waren nicht betroffen, die Feuerwehr stand im Einsatz.
Kaunertal: Räumung der Straße läuft
Nach dem Abgang von drei Muren auf die Kaunertaler Gletscherstraße in Tirol (Bezirk Landeck) Sonntagnachmittag infolge eines Gewitters mit Starkregen und Hagel sind am Montag binnen kurzer Zeit rund 250 im hinteren Kaunertal „eingeschlossene“ Tagesausflugsgäste mit jeweils zwei Hubschraubern der Polizei und des Bundesheeres ausgeflogen worden. Dies berichtete das Land zu Mittag mit. Mit der Räumung der Straße wurde ebenfalls noch am Montag begonnen.
Der Großteil der Gäste war über Nacht in Gastronomiebetrieben untergebracht worden - konkret im Gepatschhaus sowie im Gletscherrestaurant. Den Leuten gehe es gut, hieß es. Vulnerable Personen waren bereits am Sonntag ausgeflogen worden. Zur Evakuierung am Montag setzte das Bundesheer einen Hubschrauber vom Typ AB212 sowie einen AW169 ein, wie das Verteidigungsministerium per Aussendung in der Früh mitteilte. Zuvor habe die Tiroler Landeswarnzentrale ein Assistenzersuchen gestellt. Zusätzlich werde ein Tankwagen ins Kaunertal geschickt, um die Hubschrauber auch an Ort und Stelle zu betanken.
Dauer der Sperre noch nicht abschätzbar
Montagvormittag fand laut Land zudem eine Beurteilung der Kaunertaler Gletscherstraße, unter anderem per Erkundungsflug, durch die Landesgeologie sowie die Wildbach- und Lawinenverbauung statt. Das Ergebnis: Noch am selben Tag konnte mit den Räumungsarbeiten begonnen werden. Inwieweit die Arbeiten abgeschlossen werden können, hänge unter anderem vom Wetter ab. Ein Ende der Sperre sei entsprechend noch nicht abschätzbar, hieß es.
Die Arbeiten würden „gut vorangehen“, sagte Kaunertals Bürgermeister Christian Kalsberger zur APA am Abend. Geröll und Schlamm gelte es von den Straßen zu entfernen und sich bis zu der entsprechenden Stelle vorzuarbeiten, um dann das Ausmaß des Schadens beurteilen zu können und zu sehen, ob das Ganze überhaupt reparierbar sei. Am Dienstag könne man vielleicht schon mehr sagen. In die Zukunft gedacht, merkte der Ortschef gegenüber dem ORF Tirol aber schon einmal an, dass man - nach Absprache mit Sachverständigen - sagen könne, dass die Straße, „so wie sie momentan geführt wird, nicht mehr sicher ist.“ Gegenwärtig müsse man zunächst einmal sichergehen, ob sie überhaupt passierbar ist.
Die Gletscherstraße war im Bereich „Am See“ und „Am Versetz“ auf einer Länge von 50 Metern verlegt worden. Teile der Fahrbahn wurden weggespült und die Stromversorgung unterbrochen.
Niemand verletzt
Verletzt wurde niemand. Es gab auch keine Hinweise auf vermisste Personen. Vor dem Unwetter hatte es infolge der Hitze eine Gewitter- und Starkregenwarnung der Stufe „Orange“, die zweithöchste, für Tirol von Sonntag um 12.00 Uhr bis Mitternacht gegeben. Außerdem dem Ereignis im Kaunertal kam man im Rest des Landes aber großteils glimpflich davon. Größere Schäden und außergewöhnliche Vorfälle wurden nicht gemeldet.
Pitztal: 1.000 Menschen isoliert
Teils heftige Unwetter mit Regenfällen haben Montagabend in einigen Regionen Tirols zu Murenabgängen geführt. So etwa auf die Pitztalstraße (L16) in St. Leonhard im Pitztal (Bezirk Imst). Die Straße wurde auf einer Länge von rund 500 Metern verschüttet bzw. unterspült, Teile brachen weg. Ein Großteil der Einwohner St. Leonhards war am Dienstag de facto vorerst von der Außenwelt abgeschnitten. Im Bezirk Landeck erfasste indes eine große Mure einen Linienbus.
Zu den Murenabgängen im Pitztal kam es im Bereich des Bichlbachs und des Hairlachbachs, informierte das Land. Auch die Pitze sei stellenweise aus ihrem Flussbett getreten und habe die Straße überflutet. Zudem seien vier Brücken betroffen und eine Stromleitung freigelegt worden. Die Straße wurde jedenfalls zwischen den Ortsteilen Hairlach und Eggenstall für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Dauer der Sperre war vorerst nicht absehbar. Einsatzkräfte - etwa die Rettung - könnten über einen Notweg das hintere Pitztal erreichen, betonte das Land. Alle anderen Fahrzeuge müssten die Dauer der Sperre abwarten. Eine Umfahrung war nicht möglich. Rund 1.000 Einwohner von verschiedenen Ortsteilen St. Leonhards waren betroffen. Laut Medienberichten waren auch zwei Wohnhäuser vorsorglich evakuiert worden.
Stromversorgung unterbrochen, Aufräumarbeiten begannen
Feuerwehrkommandant Alfred Rauch sagte zur APA, dass die Straßensperre jedenfalls den gesamten Dienstag über aufrecht bleibe. Die Schäden an der Straße seien vorerst noch nicht genau einschätzbar. Die Räumungsarbeiten sollten noch Dienstagvormittag beginnen, schweres Gerät war bereits an Ort und Stelle.
Um die Aufräumarbeiten entlang der Straße sicher beginnen zu können, müsse zunächst die freigelegte Stromleitung repariert werden, hieß es. Entsprechend musste die Stromversorgung im hinteren Pitztal ab dem Ortsteil Scheibrand vorübergehend unterbrochen werden. Die Stromabschaltung werde mehrere Stunden andauern - in dieser Zeit sei voraussichtlich auch das Mobilfunknetz an Ort und Stelle nicht nutzbar
Murenabgang auf der Innsbrucker Nordkette
Auch auf der Innsbrucker Nordkette verzeichnete man Montagabend nach heftigen Sommergewittern einen Murenabgang. Dieser nahm seinen Ursprung in der sogenannten „Direttissima“ und verlegte den Lackenweg auf Höhe des Rastlbodens oberhalb der Arzler Alm mit Schlamm und Geröll. Personen oder Gebäude waren nicht betroffen, teilte die Stadt mit. Der Lackenweg blieb vorerst ebenso gesperrt wie der Arzler Almweg.
Kommentare