Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Mehrere Murenabgänge in Tirol: Linienbus erfasst

Die vier Insassen blieben unverletzt. Nach dem Abgang einer Mure im Kaunertal laufen die Aufräumarbeiten.
++ HANDOUT ++ TIROL: MUREN AUF GLETSCHERSTRASSE

Zusammenfassung

  • Nach drei Murenabgängen auf die Kaunertaler Gletscherstraße wurden rund 250 im hinteren Kaunertal eingeschlossene Tagesgäste am Montag mit Polizei- und Bundesheer-Hubschraubern ausgeflogen.
  • Die Kaunertaler Gletscherstraße wurde auf rund 50 Metern verlegt, teils weggespült und gesperrt; die Räumung läuft, die Dauer der Sperre ist noch unklar.
  • Weitere Muren gingen auf die Pitztalstraße und bei Flirsch/Pettneu auf eine Landesstraße ab, wobei ein Linienbus erfasst wurde, verletzt wurde jedoch niemand.

Teils heftige Unwetter mit starken Regenfällen haben Montagabend in einigen Regionen Tirols zu Murenabgängen geführt. Eine besonders brenzlige Situation gab es zwischen Flirsch und Pettneu am Arlberg im Bezirk Landeck, wo eine große Mure auf eine Landesstraße abging und einen Linienbus erfasste, wie die Online-Ausgabe der Tiroler Tageszeitung berichtete. Die vier Insassen blieben offenbar unverletzt.

Im Bus, der zwischen Flirsch und der Pettneuer Ortschaft Schnann von den Schlammmassen mitgerissen wurde, befanden sich neben dem Fahrer eine Frau, ein Mann und ein 14-jähriges Mädchen. „Sie sind wohlauf. Die Passagiere sind nicht mehr allein herausgekommen. Es war eine heikle Situation“, sagte der Landecker Bezirksfeuerwehrinspektor. Erst durch die Feuerwehrleute hätten die Menschen befreit werden können: „Es war nicht ganz ohne.“ Die Mure habe die Straße auf einer Länge von 80 Metern ein bis eineinhalb Meter tief verlegt.

Zwei Murenabgänge gab es unterdessen auch auf die Pitztalstraße (L16) in St. Leonhard im Pitztal (Bezirk Imst). Personen waren nicht betroffen, die Feuerwehr stand im Einsatz.

Kaunertal: Räumung der Straße läuft

Nach dem Abgang von drei Muren auf die Kaunertaler Gletscherstraße in Tirol (Bezirk Landeck) Sonntagnachmittag infolge eines Gewitters mit Starkregen und Hagel sind am Montag binnen kurzer Zeit rund 250 im hinteren Kaunertal „eingeschlossene“ Tagesausflugsgäste mit jeweils zwei Hubschraubern der Polizei und des Bundesheeres ausgeflogen worden. Dies berichtete das Land zu Mittag mit. Mit der Räumung der Straße wurde ebenfalls noch am Montag begonnen.

Der Großteil der Gäste war über Nacht in Gastronomiebetrieben untergebracht worden - konkret im Gepatschhaus sowie im Gletscherrestaurant. Den Leuten gehe es gut, hieß es. Vulnerable Personen waren bereits am Sonntag ausgeflogen worden. Zur Evakuierung am Montag setzte das Bundesheer einen Hubschrauber vom Typ AB212 sowie einen AW169 ein, wie das Verteidigungsministerium per Aussendung in der Früh mitteilte. Zuvor habe die Tiroler Landeswarnzentrale ein Assistenzersuchen gestellt. Zusätzlich werde ein Tankwagen ins Kaunertal geschickt, um die Hubschrauber auch an Ort und Stelle zu betanken.

Dauer der Sperre noch nicht abschätzbar

Montagvormittag fand laut Land zudem eine Beurteilung der Kaunertaler Gletscherstraße, unter anderem per Erkundungsflug, durch die Landesgeologie sowie die Wildbach- und Lawinenverbauung statt. Das Ergebnis: Noch am selben Tag konnte mit den Räumungsarbeiten begonnen werden. Inwieweit die Arbeiten abgeschlossen werden können, hänge unter anderem vom Wetter ab. Ein Ende der Sperre sei entsprechend noch nicht abschätzbar, hieß es.

Die Arbeiten würden „gut vorangehen“, sagte Kaunertals Bürgermeister Christian Kalsberger zur APA am Abend. Geröll und Schlamm gelte es von den Straßen zu entfernen und sich bis zu der entsprechenden Stelle vorzuarbeiten, um dann das Ausmaß des Schadens beurteilen zu können und zu sehen, ob das Ganze überhaupt reparierbar sei. Am Dienstag könne man vielleicht schon mehr sagen. In die Zukunft gedacht, merkte der Ortschef gegenüber dem ORF Tirol aber schon einmal an, dass man - nach Absprache mit Sachverständigen - sagen könne, dass die Straße, „so wie sie momentan geführt wird, nicht mehr sicher ist.“ Gegenwärtig müsse man zunächst einmal sichergehen, ob sie überhaupt passierbar ist.

Die Gletscherstraße war im Bereich „Am See“ und „Am Versetz“ auf einer Länge von 50 Metern verlegt worden. Teile der Fahrbahn wurden weggespült und die Stromversorgung unterbrochen.

Niemand verletzt

Verletzt wurde niemand. Es gab auch keine Hinweise auf vermisste Personen. Vor dem Unwetter hatte es infolge der Hitze eine Gewitter- und Starkregenwarnung der Stufe „Orange“, die zweithöchste, für Tirol von Sonntag um 12.00 Uhr bis Mitternacht gegeben. Außerdem dem Ereignis im Kaunertal kam man im Rest des Landes aber großteils glimpflich davon. Größere Schäden und außergewöhnliche Vorfälle wurden nicht gemeldet.

Kommentare