Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Massive Ernteausfälle: Landwirte fordern finanzielle Unterstützung

Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NÖ, sprach in der ZiB2 über die aktuelle Lage.

Zusammenfassung

  • Hitze und Trockenheit führen in Österreichs Landwirtschaft zu massiven Ernteausfällen.
  • Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln bleibt laut Landwirtschaftskammer gesichert, bei Erdäpfeln und Gemüse werden die Folgen der Dürre und mögliche Preissteigerungen aber spürbar sein.
  • Die Landwirtschaft fordert wegen Wasser- und Futtermangel sowie hoher Kosten Soforthilfen und ein Dürrepaket, langfristig brauche es klimaangepasste Landwirtschaft und mehr Bewässerung.

Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzt Österreichs Landwirtschaft massiv unter Druck. In der ZiB2 war dazu am Mittwochabend Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NÖ, zu Gast. 

Getreide und Raps seien bereits geerntet, aber mit „gewaltiger Reduktion“; ein Minus von 20 Prozent wurde laut Mayr quer über Österreich verzeichnet, in der Ostregion gab es sogar bis zu 80 Prozent weniger Ertrag. „Vor allem die Kulturen, die jetzt draußen sind - sei es der Mais, sei es der Kürbis bis hin zu Soja und anderen Kulturen - leiden gewaltig unter der Hitze und werden an Ertrag verlieren. Hier gehen wir von Einbußen um die 70, teilweise sogar 80 Prozent aus, bis hin zu Totalausfällen.“

Trotz schwächerer Ernten sei die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln gesichert. „Wir produzieren zum Beispiel beim Getreide 1,25 Millionen Tonnen Weizen im heurigen Jahr“, sagte Mayr. Die Qualität sei hoch. Die Ernte sei eine kleinere, aber mit sehr guter Qualität. 

Folgen der Dürre

Bei Erdäpfeln und anderen Gemüsesorten werde die Dürre aber noch deutlich spürbar werden. Bei Erdäpfel liege die Erntemenge nur bei einem Drittel eines normalen Jahres. Aufgrund der vielen Herausforderungen der letzten Jahre sein mit Preissteigerungen zu rechnen. „Wir brauchen diese Preissteigerung, damit die Betriebe die hohen Kosten, die durch Dünger oder hohe Dieselpreise entstanden sind, auch ausgleichen können.“

Besonders angespannt sei die Lage für Tierhalter. Auf vielen Almen fehle Wasser und Futter. Deshalb wurde von Landwirten eine Dürre-Ausgleichszahlung von 300 Euro pro Kuh aus dem Katastrophenfonds verlangt. 

Die Landwirtschaftskammer fordert aufgrund der Extremsituation finanzielle Unterstützung und ein Dürrepaket - Sofortmaßnahmen, die eine Versorgung kurzfristig sichern sollen. Langfristig brauche es jedoch eine klimaangepasste Landwirtschaft und auch Bewässerungsmöglichkeiten, vor allem im Osten Österreichs, um die Erträge zu sichern.

Auf die Frage, warum dann ausgerechnet Bäuerinnen und Bauern gegen Umweltmaßnahmen - wie der Renaturierung - auftreten würden, spielte Mayr den Ball an die EU weiter: Es fehle schlichtweg das Geld, um diese zu finanzieren. 

Kommentare