Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Bauern schlagen Alarm, fordern 300 Euro pro Kuh aus dem Katastrophenfonds

Braune Wiesen, kaum Gras: Die IG Milch fordert rasche Hilfsmaßnahmen für Österreichs Milchviehbetriebe.
IG Milch

Die anhaltende Trockenheit setzt auch Österreichs Milchviehbetrieben ordentlich zu. „So eine Dürre habe ich in meinem Berufsleben noch nicht erlebt. Die Kühe gehen nicht mehr auf die Weide, weil kein Futter wächst und es auch viel zu heiß ist, sie stehen im Stall und fressen das Heu für den nächsten Winter“, schildert etwa ein Bauer aus Oberösterreich die Situation.

Mit einem dramatischen Appell hat sich am Montag daher die IG Milch an die Öffentlichkeit gewandt. Stefan Scheipl, Vorstand der IG Milch und Biobauer im Flachgau, Salzburg, forderte „ein wirksames Maßnahmenpaket, um die schlimmsten Folgen abzuwenden.“

„Durch die großflächige Dürre in halb Europa ist es jetzt schon nicht mehr möglich, Futter zuzukaufen und die Schlachthöfe signalisieren auch schon ein erhöhtes Angebot und sinkende Preise“, wird er in einer Aussendung der IG Milch zitiert.

„Absolute Ausnahmesituation“

Auch in Niederösterreich war es noch nie so trocken und heiß wie in diesem Jahr. „Sogar der Mais, mit dem oft Fehlmengen bei Gras ausgeglichen werden konnten, vertrocknet auf den Feldern. Bei vielen Betrieben wird auch schon das Wasser knapp.“

Für Österreichs Milchviehbetriebe bestehe „eine absolute Ausnahmesituation, die noch durch schlechte Milchpreise verschärft werde. “Es gibt auf den Betrieben keine finanziellen Reserven, um die derzeitige Notlage auszugleichen“, sagt Vorstandsmitglied Reinhard Üblacker aus Neuhofen an der Ybbs.

Die IG Milch fordert daher folgende Punkte:

  • Dürreausgleichzahlung von 300 Euro je Großvieheinheit in Dürreregionen mit Mitteln aus dem Katastrophenfonds.

  • Umsetzung einer nationalen Futtermittelbörse durch die Landwirtschaftskammer.

  • Sicherung der noch bestehenden Maisbestände als Futterersatz für Wiederkäuer.

  • Transportkostenzuschuss für Futtermitteltransporte.

  • Einberufung eines Krisenstabes unter Einbeziehung von Betroffenen und Praktikern.

Kommentare