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Getreideernte brach in Ostösterreich um bis zu 80 Prozent ein

Auch beim Mais werden Ernteeinbußen erwartet. Dieser wird nun teilweise bereits zu Tierfutter verarbeitet.
++ HANDOUT ++ DÜRRESCHÄDEN IN DER LANDWIRTSCHAFT STEIGEN AUF 150 MIO

Die Trockenheit und Hitzewellen belasten die heimische Landwirtschaft und führten etwa zu einem regelrechten Einbruch bei der Getreideernte.

Mit rund 2,5 Mio. Tonnen liegt die Getreideproduktion ohne Mais um 19 Prozent unter dem guten Vorjahreswert und um 14,4 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt, so die Zahlen der Agrarmarkt Austria (AMA)

Die Ergebnisse der Ernte waren geprägt von der Trockenheit, Dürre und Hitze der vergangenen Monate. Während die Aussaatbedingungen im Herbst noch gut waren, litten die Kulturen bereits im Herbst und Winter unter geringen Niederschlägen. Im Frühling habe sich die Situation aufgeschaukelt, berichtet AMA-Chef Günter Griesmayr. Denn die anhaltende Trockenheit sorgte für weniger Ähren pro Quadratmeter und weniger Körner auf der Ähre, was insgesamt auf den Ertrag drückte.

Große Unterschiede zwischen Ost- und Westösterreich

Große Unterschiede habe es in den Regionen gegeben. So hätten Landwirte in Ostösterreich teilweise Ernteeinbußen von bis zu minus 80 Prozent verzeichnet. Im Westen seien die Rückgänge dafür weniger hoch ausgefallen. 

Beim wirtschaftlich wichtigen Weichweizen, der primär für die Gebäckproduktion genutzt wird, beträgt die Erntemenge rund 1,24 Millionen Tonnen. Damit liegt sie 22,4 Prozent unter dem Vorjahreswert und 18,4 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Trotz der Ernteeinbußen seien keine Versorgungsprobleme zu erwarten. Es würden „ausreichend Mengen für die Herstellung von Brot, Mehl und Backwaren zur Verfügung“ stehen. Auch die hohe Qualität des Brotgetreides sei erfreulich.

Weizenpreis muss steigen, sonst drohen „große Probleme“

Positiv könnte sich die geringe Ernte auf den Weizenpreis auswirken. Denn dieser sei aktuell mit rund 200 Euro, die der Bauer pro Tonne erhält, besonders niedrig. Gleichzeitig lägen die Produktionskosten pro Tonne bei 300 Euro, rechnet Lorenz Mayr, Vorsitzender des Verwaltungsrates der AMA, vor. Eine Anpassung der Preise sei somit dringend notwendig. „Ansonsten haben wir auf den Höfen große Probleme mit der Wirtschaftlichkeit“, warnt Mayr.

Auch für den noch am Feld stehenden Mais wird ebenfalls eine unterdurchschnittliche Ernte erwartet. Die Getreide-Gesamtproduktion inklusive Körnermais soll laut AMA-Prognose heuer mit 4,5 Mio. Tonnen deutlich (-18,4 Prozent) unter dem Vorjahresergebnis und 12,2 Prozent unter dem 5-Jahres-Durchschnitt liegen.

Wegen der Trockenheit hat der Mais vielerorts keine Kolben ausgebildet und wird nun bereits zerhäckselt und siliert. Diese Maissilage wird als Tierfutter in den kommenden Monaten dringend gebraucht. Denn wegen der vertrockneten Weiden müssen viele Rinderbauern aktuell bereits auf das Winterfutter zugreifen, um ihre Tiere zu ernähren.

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