Wie Wahl-Siege und das ÖVP-Debakel in Innsbruck erklärt werden können

Wie Wahl-Siege und das ÖVP-Debakel in Innsbruck erklärt werden können
Grüne und KPÖ konnten in Studentenwohngebieten punkten. Die SPÖ hat sich breit verbessert. Und Johannes Anzengruber saugte bei ÖVP wie FPÖ ab.

Die Spaltung im bürgerlichen Lager hat am Wahlabend in Innsbruck auch die Trennlinie mit den größten Verlieren auf der einen und den größten Siegern auf der anderen Seite markiet. Ein regelrechtes Debakel hat "Das neue Innsbruck" - eine Allianz aus ÖVP, der Ex-Abspaltung "Für Innsbruck" und dem Seniorenbund - erlebt, die eben gerade die Wiedervereinigung des bürgerlichen Lagers verkörpern wollte.

Kamen diese nun gemeinsam angetretenen Listen 2018 noch auf einen Stimmenanteil von 31 Prozent, reichte es am 14. April nur für 10,2 Prozent. Das ist noch weniger, als die ÖVP vor sechs Jahren bei alleinigem Antreten und beim Erreichen ihres bisherigen Tiefpunkts von 12,2 Prozent verbuchen konnte.

Das konnte selbst der von der ÖVP abgespaltene Johannes Anzengruber mit seiner Liste JA und einem fulminanten Wahlsieg - 16,8 Prozent aus dem Stand - nicht für die Bürgerlichen wettmachen. 

Wie Wahl-Siege und das ÖVP-Debakel in Innsbruck erklärt werden können

Und wie eine Wahlanalyse des Innsbrucker Amts für Statistik am Montag zeigt, war es ein Wechselspiel zwischen den zwei Listen, die das Ergebnis stark beeinflusst haben. Selbst in den "Tursky-Hochburgen" kam das ÖVP-Bündnis nur auf 10,5 Prozent. Anzengruber konnte umgekehrt in diesen Gebieten fast ein Viertel aller Stimmen einheimsen.

Zumindest gilt das für die Ergebnisse in den Wahllokalen, die aufgrund der steigenden Zahl an Briefwählern - das war dieses Mal jeder fünfte der rund 61.000 Wähler, die ihre Stimme abgaben - zunehmend an Bedeutung verlieren, aber dennoch ein gutes Bild abgeben.

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