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Chronik Österreich
12/27/2019

Wie Sie es zu Silvester richtig krachen lassen

Wer noch nach dem richtigen Feuerwerk für seine Party sucht, muss einiges beachten - der KURIER beantwortet die wichtigsten Fragen.

von Kevin Kada, Konstantin Auer

Rund 200 Personen müssen laut Kuratorium für Verkehrssicherheit jedes Jahr wegen Pyrotechnik-Unfällen ins Krankenhaus. "Zu den häufigsten Verletzungen zu Silvester zählen Verbrennungen und Hörschäden", warnt Rotkreuz-Chefarzt Wolfgang Schreiber.

Die Wiener Polizei appelliert an die Bevölkerung, freiwillig auf Pyrotechnik zu verzichten. Im Wiener Stadtgebiet ist das Zünden gängiger Gegenstände ausdrücklich verboten.

Soweit es möglich ist, werde repressiv gegen Verstöße gegen das Pyrotechnikgesetz vorgegangen, kündigt die Exekutive an. Es drohen empfindliche Strafen, außerdem werden Raketen und Co. abgenommen.

Der KURIER erklärt, wie Sie straffrei und sicher ins neue Jahr rutschen.

SILVESTER, FEUERWERK,

Woher bekomme ich noch rechtzeitig meine Silvesterknaller?

Bis zum 31. Dezember gibt es bei diversen Diskontern, Supermärkten und Baumärkten eine große Auswahl an Feuerwerkskörpern. Vereinzelt gibt es Märkte, die auf den Verkauf von Feuerwerkskörper verzichten.

So zum Beispiel manche Filialen der Baumarktkette Obi. Helmut Szagmeister, Bundessprecher für Pyrotechnikhandel bei der Wirtschaftskammer, kennt dieses Phänomen. Neben dem Umweltaspekt gibt es aber auch behördliche Gründe, weshalb Märkte keine Knaller verkaufen dürfen.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Kracher und Raketen, die nicht der EU-Norm entsprechen, sind am häufigsten an Unfällen schuld. Diese werden meist in Tschechien gekauft. Erkennbar sind sie an der fehlenden "CE-Kennzeichnung".

Zudem sollten auf den Packungen Angaben über die Kategorie, Hersteller und Importeur, Name und Typ der Ware, eine Registrierungsnummer, eine Altersgrenze sowie eine Gebrauchsanweisung ersichtlich sein.

SILVESTERPFAD IN DER WIENER INNENSTADT

Wie viel dürfen mich die Feuerwerkskörper kosten?

Eine Raketenbatterie mit 47 Schuss, die etwa 35 Sekunden lang dauert, kostet bei einem österreichischen Diskonter knapp 25 Euro. Beim gleichen Supermarkt kosten 20 Raketen verschiedener Größe fast 20 Euro. Das ist für den Kauf von Knallern ein guter Richtwert. Bei speziellen Feuerwerksgeschäften können die Preise höher sein.

Was darf ich schießen?

Feuerwerkskörper werden laut Pyrotechnikgesetz in vier Kategorien unterteilt: Unter Feuerwerkscherzartikel (F1) fallen etwa Spritzkerzen, Knallerbsen und Tischfeuerwerke. Diese dürfen ab 12 Jahren erworben werden.

Kategorie F2 betrifft Feuerwerkskörper mit geringer Gefahr, also Doppelschläge, Baby-Raketen, Vulkane, Kometen- und Leuchtbatterien (ab 16 Jahren). Für die Kategorien F3 und F4 (Mittel- bzw. Großfeuerwerke) muss man 18 Jahre alt sein und einen Pyrotechnikausweis besitzen.

Wo darf ich schießen?

Pyrotechnik ab der Kategorie F2 darf nicht in Ortsgebieten und nicht nach 22 Uhr verwendet werden. Manche Bürgermeister machen zu Silvester eine Ausnahme. In Wien ist man besonders streng: Hier dürfen nur Tischfeuerwerke oder Spritzkerzen gezündet werden. In der Nähe von Altenheimen, Tierheimen, Zoos, Krankenhäusern, Kirchen oder Schulen und Kindergärten darf generell nicht geschossen werden.

Kann ich Knaller aus dem Vorjahr auch in diesem Jahr verwenden?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Sofern die Feuerwerkskörper kühl und trocken gelagert wurden, sollten sie auch in diesem Jahr problemlos funktionieren. Falls die Rakete nicht sofort zündet, auf keinen Fall versuchen, sie noch einmal anzuzünden. Dadurch könnte der Knallkörper am Boden in explodieren.

Wie ist der richtige Umgang mit Silvesterraketen?

Wichtig ist, dass die Raketen auf einer freien Fläche gestartet werden. Nach dem Zünden sollte man genügend Sicherheitsabstand zur Rakete einhalten. 

Wer bezahlt bei Schäden?

Besonders häufig werden Fahrzeuge beschädigt. Dabei ist es so, dass "„prinzipiell derjenige den Schaden ersetzen muss, der diesen verursacht hat" sagt Martin Echsel vom ARBÖ. Wenn der Schuldige nicht gefunden werden kann, bleibe man aber oft auf dem Schaden sitzen.

Im Ernstfall kommt es darauf an, ob eine Versicherung besteht. Ist kein Schädiger bekannt, kann eine Kaskoversicherung greifen. Bei Bränden oder Schäden am eigenen Haus kann eine Haushalts- oder Eigenheimversicherung helfen – allerdings nur bei richtiger Verwendung der Raketen. Das Gleiche gilt für Haftpflichtversicherungen, wenn jemand verletzt oder fremdes Eigentum beschädigt wird.

Wie kann ich mein Haustier schützen?

Die lauten Silvesterknaller erschrecken die Vierbeiner und versetzen sie in Panik. Einer der besten Tipps, um das Haustier zu schützen, ist bei ihm zu bleiben oder in eine ruhige Gegend zu fahren. Tendenziell neigen Haustiere dazu, bei Gefahr die Nähe ihres Besitzers zu suchen.

Wichtig ist außerdem, dem Tier einen Rückzugsort in den eigenen vier Wänden zu geben. Dieser Ort sollte mit genügend Spielzeug und Futter ausgestattet sein. Außerdem empfehlen Tierschutzorganisationen, die Fenster zu verdunkeln, damit die Lichteffekte nicht in den Raum dringen.