Der Spendenbetrag wird zu hundert Prozent weitergeleitet

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Chronik Österreich
09/06/2021

Wer kauft sich ein Hoch? Spenden mit persönlicher Note

Ob den eigenen Vornamen für Wetterlagen oder die finanzielle Unterstützung eines Karpfens im Zoo - die Möglichkeiten für Zuwendungen mit Mehrwert sind vielfältig.

von Elisabeth Holzer

Von Afra bis Zafira, von Antje bis Zoe: Wer gern Wetterberichte liest, dem wird aufgefallen sein, dass  jedes Hoch heuer einen weiblichen Vornamen trägt. Das ist kein Zufall, sondern Absicht: Eine deutsche Universität  verkauft die Namen für Hochs und Tiefs, damit finanziert  sie unter anderem Klimaforschung.

Während ein Hoch oder ein Tief doch eine recht kurzlebige Sache ist, gibt es Spenden, die längerfristig angelegt sind. Tierpatenschaften eines Zoos etwa unterstützen die Einrichtung. Ein Selfie des Spenders mit seinem persönlichen Patentier lässt sich dann je nach Tierart wohl  einrichten, allenfalls vor dem Gehege, wenn es sich beim gesponsorten Exemplar um einen Löwen handeln sollte.

Mit wesentlich weniger Vorsichtsmaßnahmen  zu knipsen wären Bilder der „Patenkinder“ in Form von Bäumen, Rosen oder  Parkbänken. Auch in solchen Bereichen sind Sponsorings möglich.

Einem Kind Gutes tun kann man  mit einer Patenschaft für SOS-Kinderdörfer: Mit einem Euro pro Tag bekommen Kinder und Jugendliche weltweit ein Zuhause, Zugang zu Bildung  und medizinische Versorgung.

Weltweite Hilfe für die Kleinsten

Aus dem ersten Kinderdorf in Imst in Tirol  1949 von Hermann Gmeiner errichtet wurde eine Institution, die weltweit tätig ist: SOS-Kinderdörfer geben mittlerweile Kindern in 137 Ländern ein Heim und Chance auf Bildung. Inzwischen gibt es 550 SOS-Kinderdörfer und zusätzlich mehr als 1.500 unterschiedliche Programme,  um Kinder und Jugendliche zu unterstützen: Dazu zählen Sozialzentren ebenso wie medizinische Einrichtungen.

Um das zu ermöglichen, sind Spenden nötig. Die kommen unter anderem in Form von Patenschaften zustande, entweder als SOS-Kindpatenschaft oder als SOS-Dorfpatenschaft. „Für beide bitten wir jeweils um mindestens 31 Euro pro Monat“, heißt es seitens der Einrichtung, also einen Euro pro Tag.

Die Paten bleiben auf dem Laufenden: Sie bekommen Weihnachtspost mit Grüßen und einem Foto des Schützlings, den sie unterstützen; außerdem gibt es  auch jährliche Berichte über die Entwicklung des Kindes oder des Dorfes. Rund 18.000 Österreicher haben bereits Patenschaften übernommen - www.sos-kinderdorf.at

„Sunny“ sucht seinen Menschen

Ob Brillenbär, Lisztaffe oder Löwe, sie alle haben schon welche, Paten nämlich. Rund 150 Tierpatenschaften sind in der oststeirischen Tierwelt Herberstein aktuell vergeben, 120 von ihnen wurden von Privatpersonen übernommen, der Rest von Firmen.

Einige Tiere haben aber noch keine, unter ihnen das Lama-Baby „Sunny“ oder der Nachwuchs der Gnus. Für die Karpfen, die weißen Pfaue sowie die Neuzugänge aus dem Zoo im deutschen Magdeburg, sieben Meerkatzen, werden ebenfalls noch Paten gesucht.

Die Patenschaften 2006  wurden institutionalisiert, als der bis dahin von der Familie Herberstein geführte Tierpark vom Land Steiermark übernommen wurde. Sie werden für ein Jahr abgeschlossen, entweder für eine Tierart oder ein ganz bestimmtes Tier. Wird die Patenschaft nicht aktiv verlängert, endet sie automatisch nach in dem Jahr.

Patenschaften gibt es für Privatpersonen ab 75 Euro (Urkunde und ein Eintritt inklusive), ab 110 Euro gibt es eine Nennung auf der Patentafel dazu. Firmen sind ab 360 Euro dabei - www.tierwelt-herberstein.at

Weshalb „Nick“ Regen bringt

Heuer hießen sie schon „Bernd“, „Nick“ oder „Ulf“– jene Wetterlagen, die je nach Jahreszeit Regen, Sturm oder Schnee brachten. Diese Bezeichnungen sind keine willkürlichen: Das Institut für Meteorologie an der Freien Universität Berlin verkauft Wetterpatenschaften, damit wird unter anderem Forschungsarbeit finanziert.

Pro Jahr sind laut Uni 130 bis 150 Tiefs sowie 50 bis 60 Hochs zu benennen; ein Tief kostet 199 Euro, ein Hoch 299 Euro. Heuer trage die Tiefs männliche Namen, die Hochs weibliche, das wechselt jährlich.

Für 2021 sind alle Patenschaften der zu erwartenden Tief- und Hochdruckgebiete vergeben, am 1. September beispielsweise  herrschte „Philipp“, der  am nächsten Tag von „Hermelinde“, einem Hoch, abgelöst wurde.

Die Liste für 2022 wird am Mittwoch, 8. September, freigeschaltet. Jeder Vorschlag wird geprüft, zugelassen  sind nur standesamtlich anerkannte Vornamen. Ein Tief also etwa „Trottel“ zu taufen, fällt damit  flach - www.met.fu-berlin.de/wetterpate

Eine persönliche Rose

Parkbankerln oder Bäume  mit persönlicher Plakette, ebenso Rosen: Die Bundesgärten in Wien haben zur Zeit rund 1.000 Patenschaften vergeben, die meisten von ihnen für die Blumen, rund 800 sind das momentan.

Die Aktion gibt es seit den 1990er-Jahren, mit den Parkbänken wurde zum Beispiel rund um das Palmenhaus in Schönbrunn begonnen. Am stärksten nachgefragt sind aber laut Bundesgärten die Rosen: Jene im Volksgarten sind schon restlos vergeben, in Schönbrunn sind aber noch einige frei.

Eine Patenschaft kostet jeweils 350 Euro, sie läuft fünf Jahre lang. An Rosen werden kleine Schilder angebracht, wenn das gewünscht wird. Darauf steht oft nur eine Widmung oder ein Name, zuweilen aber auch Sprichwörter oder Grüße.

Sollte diese spezielle Rose eingehen, darf sich der Pate eine neue aussuchen.  Die Patenschaften für Bäume und Bänke gibt es  für die jeweiligen Lieblingsexemplare in einem der  vier Hofburggärten - www.bundesgaerten.at

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