Der Aschensegen folgt coronabedingt heuer anderen Regeln

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Chronik Österreich
02/15/2021

Wenn der Briefträger das Aschenkreuz bringt

Corona verändert den Beginn der Fastenzeit. Das traditionelle Aschenkreuz gibt es „to go“ oder per Post

von Anja Kröll

Pünktlich zum Aschermittwoch werden einige Kärntner Haushalte eine besondere Postsendung in ihrem Briefkasten vorfinden: ein Säckchen mit Asche.

„Wir haben rund 200 dieser Postsendungen auf Nachfrage verschickt, damit die Menschen Zuhause auch Asche für das traditionelle Aschenkreuz zur Verfügung haben“, erklärt Iris Binder, Referentin für Stadtpastorale der katholischen Kirche in Kärnten. Mit im Lieferumfang: ein Gebetsblatt.

Was manch einen amüsieren mag, verdeutlicht, welch innovative Wege die Kirche beschreitet, um auch in Corona-Zeiten die Rituale der Fastenzeit einzuhalten. Denn mit Mittwoch beginnt die traditionelle 40-tägige Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern. Corona-bedingt wird der Aschenritus heuer wortlos und ohne Berührung gespendet, indem Asche in Kreuzform auf das Haupt der Gläubigen gestreut wird. So hat es die vatikanische Gottesdienstkongregation weltweit festgelegt.

Ash to go

In Klagenfurt, Innsbruck und Wien will man aber nicht nur einigen wenigen Menschen in der Kirche, sondern auch außerhalb der Gotteshäuser die Möglichkeit des besonderen Segens bieten. Mit der neuen Aktion „Ash to go“, auf gut deutsch Asche zum Mitnehmen.

„In Deutschland wird Interessierten schon seit längerer Zeit auf ihren täglichen Wegen das Aschekreuz angeboten. Etwa in Innenstädten, auf belebten Plätzen, mitten in der Fußgängerzone“, erzählt Binder. In Klagenfurt können sich nun Interessierte am Aschermittwoch von 10 Uhr bis 12.30 Uhr bei der Pestsäule am Alten Platz den Aschesegen abholen. „Für alle, die dies lieber nicht in der Öffentlichkeit praktizieren, besteht von 12.30 bis 16 Uhr die Möglichkeit im Dom“, sagt Binder. Die Zahl für Kirchenbesucher sei jedoch aus Sicherheitsgründen limitiert.

Neben Kärnten gibt es auch in Wien und Tirol Aschekreuze außerhalb der Gotteshäuser. Für Reisende, Pendler und Berufstätige bietet der „Raum der Stille“ am Wiener Hauptbahnhof etwa eine Aschenkreuz-Spendung an. Vorbeikommende können sich von 6 Uhr bis 19 Uhr Asche auf das Haupt streuen lassen. Und wie die katholische Presseagentur meldet, feiert Kardinal Christoph Schönborn am Mittwoch um 18 Uhr im Stephansdom die Aschermittwochsliturgie. Alles zu sehen live auf Youtube.

Weihwasser per Post war ein Erfolg

Auch in Tirol gibt es „für Eilige und Berufstätige“ Asche zum Mitnehmen. Am Mittwoch wird von 7 Uhr bis 8.30 Uhr am Innsbrucker Bahnhofsvorplatz, und von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße vom Team der missionarische Pastoral sowie von Bischofsvikar Jakob Bürgler der Segen gespendet. Erfahrung mit „heiligen Packerl“, die den Gläubigen pandemiebedingt nach Hause geliefert werden, hat man in Kärntens Hauptstadt übrigens bereits im vergangenen Jahr gesammelt. Zu Ostern wurden einige tausend Weihwasserflaschen per Post verschickt.

„In Kärnten gibt es die traditionelle Speisensegnung. Das wollten sich viele nicht nehmen lassen und haben Zuhause mit unserem bereitgestellten Weihwasser ihre Speisen gesegnet“, erklärt die Referatssprecherin. Einen Trend beobachtet man im Süden Österreichs dabei ganz deutlich: Corona und die damit verbundene Digitalisierung hat viele Menschen der Kirche wieder nähergebracht.

Interesse bis nach Neuseeland

„Wir haben etwa Gebetsimpulse aufgenommen und per Whatsapp verschickt, oder auf Youtube gestellt. Diese sind bis Neuseeland gegangen. Es gibt viele Menschen, die der Gemeinde abhandengekommen sind, mit denen wir nun wieder eine intensive Beziehung pflegen“, sagt Binder. Und so wird zwar Corona hoffentlich bald ein Ende finden, aber der Digitalisierungsschub der Kirche andauern.

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