Chronik | Österreich
21.09.2017

Weiter keine Spur vom Altweibersommer

Ein stabiles Hochdruckgebiet mit sonnigen und warmen Tagen ist laut Wetter-Experten bis zum Monatsende nicht mehr in Sicht.

Der Übergang vom Sommer in den Herbst kam heuer abrupt. War der August noch um rund zwei Grad zu warm, bietet der September ein ganz anders Bild. Der September verlief hingegen bislang tiefherbstlich und ohne Spur von Altweibersommer. In den vergangenen Tagen lagen die Temperaturen teils um zehn Grad unter dem Mittel, der Monat fällt bislang um rund 1,7 Grad zu kalt aus. Zudem schien die Sonne in manchen Regionen um bis zu 70 Prozent seltener als üblich. In Zell am See etwa kamen bisher erst 41 Sonnenstunden zusammen, normal sollten es schon rund 60 sein. „In diesem Jahr ging es quasi ohne Übergang vom Hochsommer in den Vollherbst, auf den Bergen sogar in den Winter“, erklärt UBIMET-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. „Ganz im Gegensatz zum Vorjahr, wo der September über weite Strecken noch badetaugliche Temperaturen brachte.“

Der Grund für das bisherige Ausbleiben des Altweibersommers ist anhaltender Tiefdruckeinfluss, wodurch regelmäßig kalte Luft aus dem Norden über West- und Mitteleuropa nach Süden gelenkt wird. Sobald diese das noch sehr warme Mittelmeer erreicht, bilden sich dort Mittelmeer- bzw. Adriatiefs, die in weiterer Folge auch den Alpenraum und somit Österreich mit Regen und Schneefall beeinflussen. „Diese Wetterlage ist im Herbst nicht außergewöhnlich, tritt in dieser starken Ausprägung oft aber erst im November auf“, so Spatzierer. „Zudem kommt, dass große Hochdruckgebiete zurzeit von Mitteleuropa sehr weit entfernt sind. Eine stabile Schönwetterphase hat dadurch keine Chance.“

Der September - und somit der Altweibersommer - kann aber auch anders. Der September 2016 ging als einer wärmsten der Messgeschichte in die Statistik ein. Im östlichen Flachland war es örtlich sogar überhaupt der wärmste September aller Zeiten. In Gänserndorf wurden am 12. September noch 32,6 Grad gemessen. Ingesamt gab es bis zu sieben Tropen- und 16 Sommertage, die meisten im Burgenland, in Niederösterreich und Wien. Die Sonne machte zudem Überstunden, verbreitet kamen um 30 bis 40 Prozent mehr Sonnenstunden zusammen als üblich. Schnee blieb damals selbst auf den Bergen Mangelware.

In den kommenden Tagen kann man zumindest von Vorarlberg bis Kärnten sowie in der südlichen Steiermark einen Hauch von Altweibersommer genießen. Die Sonne scheint hier am Freitag häufig, am Samstag zumindest zeitweise und mit bis zu 22 Grad wird es an den Nachmittagen angenehm warm. Dazu bleibt es weitgehend trocken.

In den anderen Landesteilen muss man hingegen am Freitag mit lebhaftem Nordwestwind rechnen. Im Osten sorgt ein hartnäckiges Tief über Osteuropa nämlich weiter für leicht unbeständiges, kühles sowie zeitweise windiges und nasses Wetter.Dazu werden kaum mehr als 13 bis 18 Grad erreicht.

Am Samstag scheint nach Nebelauflösung aber auch hier öfter die Sonne und mit bis zu 19 Grad wird es vorübergehend eine Spur milder.

Überall unbeständiger verläuft der Sonntag: Im Tagesverlauf muss man mit einigen Regenschauern rechnen. Zunächst hauptsächlich im Bergland, in der zweiten Tageshälfte beginnt es auch im Osten wieder vermehrt zu regnen. Dazu kommen die Temperaturen nirgends mehr über 10 bis 20 Grad hinaus.

Oft trüb, kühl und teils nass beginnt aus heutiger Sicht auch die neue Woche. Ein stabiles Hochdruckgebiet mit einigen sonnigen und warmen Tagen ist nach derzeitigem Stand bis zum Monatsende nicht mehr in Sicht.

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