© Andreas Gruber

Chronik Österreich
11/24/2020

Vorgehen gegen Jagd auf Adler, Luchs und Co.

Maßnahmen zum Schutz von Wildtieren werden von der Regierung und Naturschutzorganisationen erarbeitet.

von Teresa Sturm

Wer an das illegale Töten von Wildtieren denkt, hat normalerweise eher keine Bilder von Europa im Kopf. Ein neuer Bericht zum Thema illegale Verfolgung geschützter Arten zeigt aber, dass das Problem auch in Österreich ein großes ist. Das bestätigt zudem ein aktueller Fall im Burgenland: Dort wurde erst am Samstag ein mit Schrot durchlöcherter Kaiseradler gefunden. Die Regierung wird nun ein „Maßnahmenpaket gegen Wildtierkriminalität“ erarbeiten.

Seit dem Jahr 2000 sind 450 Tiere illegal erlegt worden. Es müsse, laut Bericht von WWF Österreich und Birdlife Österreich, aber davon ausgegangen werden, dass „nur ein geringer Anteil der Verfolgungsfälle tatsächlich auch aufgedeckt wurde“. „Die Dunkelziffer illegal getöteter Tiere liegt bedeutend höher“, sagte Birdlife-Geschäftsführer Gabor Wichmann. Der Großteil der Delikte entfällt auf Greifvögel wie etwa den Kaiser- oder Seeadler, betroffen sind aber auch streng geschützte Säugetiere wie Bären, Luchse oder Wölfe.

Hotspots

Birdlife und der WWF haben die gemeldeten Fälle in den vergangenen Jahren mit Unterstützung durch die EU und das Umweltministerium im Rahmen des PannonEagle-LIFE-Projekts erfasst. In der Auswertung sieht man auch die Hotspots der illegalen Verfolgung von Greifvögeln: die drei nö. Bezirke Gänserndorf, Mistelbach und Hollabrunn sowie Neusiedl am See. Zu den illegalen Tötungen anderer streng geschützter Tiere, zu denen auch Biber oder Fischotter gehören, gibt es weniger Daten.

Registrierungen

Eines der Probleme ist derzeit, dass nur sehr wenige gemeldete Fälle aufgeklärt werden können. Es gebe zwar viele Registrierungen, aber selten Ermittlungserfolge und noch seltener Verurteilungen, sagte WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides.

Für mehr Verurteilungen wolle man mit den neuen Maßnahmen vorgehen, sagte Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne). Das Paket soll gemeinsam mit dem Justiz- und Innenressort sowie unter Einbindung der Naturschutzorganisationen auf Schiene gebracht werden. Aus Sicht des WWF und Birdlife seien weitere Schritte der „Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Experten, der Exekutive und Justiz sowie die verstärkte Ahndung von Delikten“.

Bei dem Kaiseradler, der in Wallern, Burgenland, angeschossen wurde, handelt es sich übrigens um ein spezielles Tier. Der elf Jahre alte Vogel war im Jahr 2009 der erste jemals von Wissenschaftern im Freiland, also im Nest, beringte Jungvogel Österreichs. Ob er überlebt, ist fraglich.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.