Bis zu 37 Grad: Drohen uns jetzt 10 Tage Hitzewelle?
Die Hitzewelle hatte bisher vor allem auf Frankreich große Auswirkungen: Abgesagte Feste, gestrichene Bahnverbindungen aus Angst, die Klimaanlagen in den Zügen könnten versagen und bereits ein Todesopfer – ein 30-Jähriger kollabierte beim Sport. Entspannung ist nicht in Sicht, bis kommende Woche werden Temperaturen von 40 Grad prognostiziert.
Doch Frankreich stöhnt nicht allein unter den Extrem-Temperaturen, 40 Grad oder mehr werden auch in Spanien oder Portugal erwartet. Und selbst dem berüchtigt regnerischen London steht kommende Woche viel Sonne bevor – bei bis zu 35 Grad.
Österreich erlebte am Freitag Tag 1 dieser aktuellen Welle: 35,6 Grad wurden in Innsbruck gemessen. Der diesjährige Höchstwert, der 19. Juni, ist somit der bisher heißeste Tag des Jahres. Insgesamt knackten 186 der 273 Messstationen der Geosphere Austria die 30-Grad-Marke. Für heute, Samstag, und morgen, Sonntag, werden Tageshöchstwerte zwischen 33 und 36 Grad erwartet. Punktuell können es in östlichen Bezirken Wiens bis zu 37 Grad werden.
Tagesrekord fällt nicht
Die Hitzewelle ist zudem gekommen, um zu bleiben, sagt Nikolas Zimmermann vom Wetterdienst Ubimet: „Sie setzt sich bis Monatsende fort. Die Wettermodelle gehen davon aus, dass die Hitze die kommenden sieben bis zehn Tage anhalten wird.“ Der bisherige Juni-Tagesrekord dürfte aber nicht fallen, er wurde mit 38,6 Grad 2013 in Waidhofen / Ybbs (Niederösterreich) aufgestellt.
Doch auffällig an der derzeitigen Lage sind nicht einzelne heiße Tage, sondern ihre Menge. Eine derart lange Hitzewelle sei für den ersten Sommermonat dann „schon außergewöhnlich. An einigen Messstationen werden wir neue Junirekorde aufstellen, was die Anzahl der Hitzetage in Folge betrifft“, vermutet Zimmermann.
Gewürze ins Wasser: Minzblätter oder Kardamom können laut ayurvedischer Lehre subjektives Hitzeempfinden
reduzieren.
Auf kalten Sohlen: Eine Cambridge-Studie zeigte: Kurze Barfuß-Spaziergänge über kalte Böden (Fliesen, Stein) kühlen den Körper messbar ab.
DIY-Klimaanlage: Nasse Tücher vom Ventilator anblasen lassen. Oder: Vor Sonnenaufgang selbige ins Fenster „zwicken“.
Bettwäsche kühlen: Abends kurz ins Gefrierfach legen. Auch eine Wärmeflasche kann umfunktioniert werden.
Gefrorene Trauben: Zurecht ein Social-Media-Hit: Sie wirken wie kleine Eiswürfel und haben weniger Zucker als Eiscreme.
Die bisher längsten Hitzewellen im Juni gab es mit jeweils neun Tagen in Eisenstadt (gemessen 2017), Graz und Klagenfurt (jeweils 2025). Die aktuelle Hitzewelle schickt sich an, an die zehn Tage und länger zu dauern. Üblich sind derartig lange Zeiträume mit Temperaturen von 30 Grad und mehr – dann sprechen Meteorologen von Hitzetagen – erst später im Sommer, im Juli, aber meistens im August. Der Volksmund nennt diese Zeiträume auch „Hundstage“.
Die Omega-Lage
Ausgelöst von Hoch „Gorgias“, gab es eine Zufuhr subtropischer Warmluft. Mit der sogenannten Omega-Lage breitete sich Hitze im Juni aus und zog im Lauf dieser Woche von Westen her über weite Teile Europas. „Omega“ deshalb, weil das Muster der Wetterlage dem Buchstaben aus dem griechischen Alphabet gleich – rechts und links picken zwei Tiefs, in der Mitte wölbt sich ein stabiles Hoch nach oben.
Die Tiefdruckgebiete am Rande des Hochs ändern an der Lage nur wenig, sie streifen Norddeutschland und Tschechien, den Alpenraum und damit Österreich erreichen sie laut Ubimet nicht. Die Hitzewelle wird durch diese leichte Kaltfront nicht unterbrochen. Auf das Tief folgt aber ein neues Hoch, „Hartmut“ genannt.
Hält die Hitzewelle tatsächlich, wie die Wettermodelle nahe legen über die nächsten zehn Tage an, fällt ausgerechnet der „Siebenschläfertag“ in diesen Zeitraum (27. Juni): „Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag.“
Das würde dann sogar eine Bauernregel unter Hitzestress bringen.
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