Das Wrack aus dem Achensee

© ZOOM-TIROL

Analyse
11/08/2019

Tödlicher Absturz eines Polizei-Helikopters: Piloten ist nichts verboten

Der Achensee-Bericht zeigt Systemfehler auf, die zwei Ministerien nicht sehen wollen.

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Mit 250 km/h und einen Meter über dem Boden im Tiefflug unterwegs sein, um eine Pizza zu holen, das wäre bei der Flugpolizei nicht verboten. Regeln gibt es dafür so gut wie keine, Piloten ist nichts verboten – alles gilt als „Einsatzflug“ mit Blaulicht.

Es wäre sogar legal, wenn der Betreffende beim Pizzaholen Loopings fliegt (wenn er das könnte). Auch jener Pilot, der im Jahr 2011 nach wilden Manövern ohne Grund tragisch in den Achensee stürzte und dabei vier Menschen tötete, war – wie berichtet – im Sturzflug unterwegs. Ohne Not unterschritt er die gültige Sicherheitsmindestflughöhe (von 150 Metern).

Doch das große Problem ist: Das alles ist nicht Schuld des Piloten allein. Das System dahinter hat so etwas erst ermöglicht und auch gedeckt, wie eine genaue Analyse nach dem Erscheinen des Endberichts des Verkehrsminiseriums zeigt.