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Tipps
03/21/2020

Tic-Tac-Toe, Werwolf, Schiffe versenken: Spiele für zu Hause

Weil man daheim bleiben soll Der KURIER stellt einfache Spiele zum Selberbasteln vor.

von Petra Stacher

Mama, was soll ich denn tun? – Mit dieser Frage sehen sich in Zeiten des Coronavirus wohl viele Eltern konfrontiert. Sind die Kinder doch ohne Schule – und ohne Treffen mit Freunden – viel im Inneren. Aber auch für kinderlose Paare, Wohngemeinschaften oder ältere Menschen kann es in den eigenen vier Wänden mühsam werden. Spiele spielen, ist da eine Abwechselung. Jene, die keine Karten oder Bretter zu Hause haben, sollten nun zu Papier, Schere, Klebeband und Stift greifen, denn der KURIER hat eine Auswahl an einfachen Spielen zum Selberbasteln vorbereitet.

Ein Klassiker ist das „Schiffe versenken“ für die zu Hause gebliebenen Marinekapitäne. Einen Raster zum Ausschneiden und die Anleitung finden Sie hier.

Ziel: Jeder Spieler/ jede Spielerin versteckt eine kleine Flotte von Schiffen vor seinem Gegner. Derjenige, der zuerst alle Schiffe des Gegners komplett getroffen und versenkt hat, gewinnt.

Raster und Schiffe: Bei zwei Mitspielern fertigt sich jeder zwei 10×10 Kästchen große Pläne an, die er an den Seiten mit Buchstaben (von A bis J/L) und an den oberen Rändern mit Zahlen (von 1 bis 10/12) versieht. Es gibt 2x Torpedoboote (2 Kästen), 2 x U-Boote (3 Kästen), 1 x Kreuzer, 1 x Flugzeugträger.

Regeln: Vor dem ersten Zug muss jeder seine Schiffe positionieren. Die Schiffe müssen so eingezeichnet werden, dass sie sich nicht berühren. Die Schiffe dürfen nicht übers Eck und nicht diagonal sein.

Der erste Spieler gibt eine Koordinate an, auf die er feuert, zum Beispiel C3. Der Beschossene sieht auf seinen Plan und antwortet mit Wasser, Treffer oder versenkt. Ein Schiff gilt als versenkt, wenn alle Felder des Schiffes getroffen wurden. Der Schießende notiert dies in seinem zweiten, zu Beginn des Spiels leeren, 10×10-Block. Der Beschossene markiert die Treffer ebenfalls, um zu sehen, wann ein Schiff versenkt ist.

Und los gehts’. Für mehr Runden kann das Spielbrett mit Stift, Lineal und Papier nachgezeichnet werden.

Mit einem Blatt Papier ist aber viel mehr möglich: So benötigt man es ja auch für das Spiel Stadt-Land-Fluss. Und bei besonders gewieften Spielgegnern kann man noch etwas dazulernen.

Besonders kreativ kann man bei Memory sein. Die Karten sind schnell selbst gebastelt. Achtung: man benötigt dafür einfach von jeder Karte zwei gleiche. Will man nicht basteln, gibt es diese im Internet zum Ausdrucken – so wie Spielgeld. Besonders Motivierte können sich dazu ein DKT- oder Monopoly-Spielfeld basteln. Ist das noch immer nicht genug Auswahl, haben viele genügend Klopapierrollen für eine Murmelbahn zu Hause.

Unten stehend finden Sie umfassende Anleitungen für drei Spiele:

Werwolf: Spielend den Tag zur Nacht machen

Wir brauchen: ein ausgedrucktes oder ein gebasteltes Kartenset

Es ist zwar ein Spiel nach dem Motto „Je mehr, desto besser“, mit einer fünfköpfigen Familie oder mit mehreren WG-Kollegen macht es auch schon Spaß.   Außerdem ist Distanz von Vorteil, weil man sich  nicht in die eigene Karte blicken lassen sollte.  Ja, man hat nur eine Karte, die einem eine Rolle verleiht. Aber von vorne:

Um zu dem Kartenset, zu kommen kann man nach „Werwolf Karten“ googeln. Es folgt eine Liste an Vorschlägen: Solange auf den Illustrationen ein Werwolf zu sehen ist, sind es die richtigen. Diese muss man nur ausdrucken und ausschneiden. Besonders kreative Können sich die Karten selbst basteln.

Prinzipiell ist es ein Rollenspiel: Es gibt Werwölfe und Dorfbewohner. Diese verfolgen unterschiedliche Spielziele: Die Dorfbewohner möchten die Werwölfe ausrotten, die Werwölfe  die Bewohner. Wichtig ist die Aufteilung: Spielt man zu acht, gibt es einen Spielleiter, fünf Dorfbewohner und zwei Werwölfe. Jeder zieht verdeckt eine  der Karten und hat somit seine Rolle. Wenn Sie weniger sind, achten Sie auf das Verhältnis.

Das  Spiel gliedert sich nun in Tag- und Nachtphasen. Alle müssen ihre Augen geschlossen halten, bis der Spielleiter sagt: „Die Werwölfe erwachen“. Diese öffnen nun die Augen und zeigen unauffällig auf den Bewohner, der getötet werden soll. Der Spielleiter nimmt das zur Kenntnis.

Zunächst müssen die Werwölfe wieder ihre Augen schließen, bis es vom Spielleiter heißt: „Alle erwachen“ – nun ist es Tag. Der Spielleiter teilt mit, wer von den Bewohnern getötet wurde. Alle übrigen Spieler beratschlagen sich nun, wer die Werwölfe sein könnten. Natürlich müssen sich hier auch die Werwölfe einbringen, damit sie nicht  auffliegen.  

Schließlich wird abgestimmt, wer als vermeintlicher Werwolf sterben muss. Das Opfer scheidet aus dem Spiel aus. Und es wird wieder Nacht, ohne dass die Bewohner wissen, ob sie nun tatsächlich einen Werwolf umgebracht haben. Zu Ende ist das Spiel, wenn entweder nur die Werwölfe, oder die Bürger übrig bleiben. Das weiß dann der Spielleiter.

Interessanter wird es mit Zusatzkarten, die  in der Nacht erwachen. So darf beispielsweise die Seherin  einmal beim Spielleiter die Identität eines Mitspielers erfragen. Zu erkennen sollte sie sich jedoch am Tag nicht geben, sonst wird sie von den Werwölfen gefressen.

„Mist fiahn“ – Ein Klassiker von der Oma

Wir brauchen: ein Blatt Papier und bunte Stifte

„Mist fiahn“, wie man im Mostviertel sagt – auf Deutsch: „Mist fahren“ oder „Misthaufenspiel“ – ist ein einfaches Spiel, das die Autorin von ihrer Oma gelernt hat. Benötigt werden dazu ein Blatt Papier und verschiedenfarbige Stifte, jeder Spieler bekommt einen Stift.

Um alles zu illustrieren, malt man auf das obere Blattende einen Bauernhof mit Misthaufen und Traktor – natürlich inklusive Anhänger für den Mist. Auf den verbliebenen Teil Blattes werden durcheinander die Zahlen von eins bis 30 geschrieben. Ist einem besonders fad, kann man auch die Zahlen eins bis 50 oder mehr auf den Zettel schreiben. Ist das alles vorbereitet, kann das  Spiel beginnen:

Der erste Spieler zieht mit seinem Stift vom Bauernhof bis zum Einser eine Linie und kreist diesen ein – ohne abzusetzen. Der zweite fährt nun von der eins zur zwei. Je nachdem, wie viele mitspielen, geht das reihum.

Die ersten Strecken sind einfach zu fahren. Lustig wird es, wenn sich auf dem Papier viele Linien befinden, denn man darf  weder auf der Linie des Gegenspielers fahren noch diese kreuzen. Kommt man nicht mehr zur eigenen Zahl, ohne die gegnerische Linie zu streifen, muss man über diese eine „Brücke bauen“, man bekommt einen Minuspunkt. Muss man über zwei Linien, sind zwei Brücken nötig. Nur über die eigenen Linien ist das Fahren gestattet.

Sind alle Zahlen eingekreist, endet das Spiel.  Gewinner ist, wer beim „Mist fiahn“ die wenigsten Brücken bauen musste.

Tic-Tac-To to go

Wir brauchen: zehn Steine, Lackstift, Stoff und eine Schnur

Wie Tic-Tac-Toe funktioniert, weiß fast jeder. Hier ist jedoch der Weg zum Ziel das Spiel: Das Basteln. Natürlich kann man auf einen Zettel neun Felder zeichnen und abwechselnd mit dem Gegner Kreuze und Punkte reinmalen. Wer schließlich drei in einer Reihe hat, gewinnt. Man kann es aber auch schön gestalten.

Zuerst raus in die Natur: Zehn Steine sollte man finden. Die Steine werden dann mit Lackstiften bemalt: Jeweils fünf bekommen das gleiche Zeichen. Als „Spielbrett“ benötigt man ein rundes Stück Stoff. Auf dieses werden die neun Felder aufgemalt. Die Steine legt man in die Mitte des Stoffes. Dieses faltet man wie ein Sackerl bindet es mit der Schnur zusammen.  Schon hat man „Tic-Tac-Toe to go“.