TAXI - DEMO

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Chronik Österreich
02/28/2021

Uber ist zurück – aber mit höheren Preisen

Für Taxis und Mietwagen gelten ab 1. März neue Regeln. Ein Überblick über die Tarife.

von Stefanie Rachbauer, Christoph Schwarz

Für die Anhänger günstiger Taxifahrten waren die vergangenen Monate keine leichten: Nach dem jahrelangen Preiskampf zwischen der Taxibranche und Fahrdienstvermittlern (etwa Uber und Bolt) treten seit Anfang des Jahres schrittweise neue, einheitliche Regeln für Taxis und Mietwagen in Kraft.

Diese erschwerten Uber vor allem in den vergangenen Wochen das Geschäft, weil auch Mietwagen mit Taxameter fahren mussten. Der Fahrdienstleister musste sich zudem von vielen Fahrern trennen, weil auch diese nun verpflichtend einen Taxischein besitzen müssen – der KURIER hat berichtet. Laut Wiener Neos waren bis zu 5.000 Fahrer betroffen.

Die neuen Regeln

Ab dem heutigen Montag sind, so sieht es das Gesetz vor, erstmals wieder Fahrten ohne Taxameter erlaubt. Ganz so günstig wie vor der Gesetzesnovelle wird es aber wohl nicht mehr. Der KURIER hat sich angesehen, was für Fahrten mit Taxis und Mietwagen ab sofort gilt.

Grundsätzlich gibt es für Fahrten in Wien jetzt zwei Varianten. Wer ein Taxi am Standplatz nimmt oder an der Straße heranwinkt, der zahlt wie bisher per Taxameter – mit einem fixen Tarif pro Zeiteinheit und Strecke. Auch die Preise sind neu: Es gilt ein Grundtarif von 3,40 Euro am Tag und von 3,80 Euro in der Nacht. Dazu kommt ein Streckentarif von 0,80 Euro auf den ersten 5 Kilometern sowie 0,50 Euro ab 5 Kilometern. Der Zeittarif für Standzeiten beträgt 0,50 Euro Cent pro Minute. Zuschläge sind möglich.

Wer ein Taxi – oder einen Mietwagen – per App oder Telefon bestellt, der kann den Preis jedoch auch im Voraus fixieren. In diesem Fall läuft kein Taxameter mit. Es gilt aber ein Preiskorridor. Heißt: Vorbestellte Fahrten können mit einer Preisspanne von 20 Prozent nach unten oder nach oben anhand der Strecke vorausberechnet werden.

Es gilt zudem ein gesetzlicher Mindestpreis von 5 Euro pro Fahrt. Der Mindestpreis von Uber wird, wie das Unternehmen jetzt bekannt gegeben hat, bei 6,60 Euro pro Fahrt liegen. Der Unterschied zu früher: Ab sofort dürfen auch Taxis diese Pauschalpreise verrechnen, früher war das den Mietwagen vorbehalten. Diese Ungleichbehandlung war Anlass für den Streit innerhalb der Branche. Ebenfalls neu: Die Rückkehrpflicht, wie sie bisher für Mietwagen gegolten hat, entfällt.

4.800 Taxis 
gibt es aktuell in Wien. Uber hält die Zahl seiner Fahrer unter Verschluss. Eine Studie aus dem Jahr 2019 zählte insgesamt 8.684 Taxis und Mietwagen  

100 Prozent
betrugen die Umsatzeinbußen für so manche Fahrer während der Corona-Krise

Bei Uber zeigt man sich mit der neuen Regelung zufrieden: „Wir haben genug Fahrer, um ein zuverlässiges Service anzubieten“, so Uber-Chef Martin Essl. „Die begrenzt flexiblen Tarife ermöglichen uns vorerst einen Verbleib in Österreich.“ Das Angebot in Wien und in Salzburg werde „kräftig ausgebaut“, so die Ankündigung. In Graz laufen Gespräche, auch Linz und Innsbruck könnten „langfristig interessant“ sein.

Streitpunkte bleiben

Einer der Streitpunkte jedenfalls bleibt: Bei Uber ärgert man sich, dass so viele Fahrer zuletzt durch die Taxischein-Prüfung gefallen sind. Uber-Chef Essl kritisiert etwa das Auswendiglernen von Straßennamen. Dies sei in Zeiten von GPS nicht mehr zeitgemäß. Das sieht nicht jeder so: Dass sich die Fahrer in der Stadt auskennen, sei – nicht nur, falls das Navi ausfällt – ein Qualitätsmerkmal, betont die Wirtschaftskammer Wien immer wieder.

Ein weiteres Problem für manchen Uber-Fahrer: Auch Deutschkenntnisse muss man in der Taxi-Prüfung vorweisen können.

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