© Kurier/Jeff Mangione

Reportage
04/02/2020

Supermärkte: Masken gingen am ersten Tag aus

In manchen Supermärkten waren die Masken schon mittags vergriffen. Kunden hielten sich an die neue Vorschrift. Unklar ist, ob der Mundschutz mehrmals getragen werden soll.

An die Sicherheitsleute bei den Supermarkt-Eingängen hat man sich schon fast gewöhnt. Doch seit Mittwochfrüh haben sie und die Supermarkt-Mitarbeiter eine ganz neue Aufgabe: Masken an die Kunden verteilen. Oder wie es ein Billa-Mitarbeiter in der Wiener Lindengasse schmackhaft machen will, während er nach der Kasse die säuberlich verschweißten Schutzmasken verteilt: "Zu jedem Einkauf eine kostenlose Maske."

Die neue Regelung hat sich herumgesprochen. Etliche Einkäufer haben schon ihre eigenen Masken mit. Andere Kunden hätten gerne eine zweite. "Nur eine Maske pro Person“, stellt der Sicherheitsmann beim Spar-Markt in Hollabrunn klar. Die Supermärkte müssen mit den Maskenbeständen haushalten. Es gibt nur eine bestimmte Anzahl pro Tag.

"Wir haben genug auf Lager und schon Nachschub bestellt. Gehen sie in einer Filiale trotzdem aus, können die Kunden auch ohne einkaufen gehen", sagt Spar-Sprecherin Nicole Berkmann zum KURIER.

Leer geräumt

Genau das ist in manchen Supermärkten schon mittags der Fall – etwa in der Billa-Filiale in der Wiener Stuwerstraße. Hier gibt es keine einzige Maske mehr.

Laut einem Sprecher werden sie eben pro Tag und Filiale limitiert. Nur wenige Stunden zuvor sah hier die Situation noch anders aus. Als ein Mann ohne Maske in die Filiale will und argumentiert: "Das gilt ja erst ab 6. April", wird er eines Besseren belehrt. Das Personal lässt keine Ausnahme zu: "Nein, Sie müssen jetzt schon."

"Krieg jetzt schon kaum Luft“

Ein ganz anderes Problem gab es nur ein paar Straßen weiter – bei Penny in der Ausstellungsstraße. Hier kamen die Masken erst am Nachmittag an. Bis dahin trugen sie nur die Mitarbeiter. Wo es Masken gibt, sind die Kunden kooperativ, halten sich an die Regeln. „Was soll’s. Geht ja nicht anders“, meint ein Herr, nimmt eine Maske aus dem hingehaltenen Karton und ist etwas ratlos, wie er sie aufsetzen soll. „Auf der oberen Seite ist ein Draht“, wird er von einem Mitarbeiter belehrt.

Die ersten Schwachstellen sind aber schnell ausgeforscht: Brillenträger haben bei den Masken einen klaren Nachteil – die Gläser laufen an. Und auch die Mitarbeiter tragen durchgehend Mundschutz. "Hoffentlich dreht’s mich nicht z’samm. Ich krieg jetzt schon kaum Luft“, hadert eine Mitarbeiterin in Hollabrunn.

Viele Kunden sind heilfroh, wenn sie den Mundschutz wieder abnehmen können. Viele reißen sie beim Verlassen der Filiale vom Gesicht.

"Es fühlt sich einfach seltsam an", meint ein Mann. Die Maßnahme an sich verstehe er aber, da Supermärkte derzeit die letzten Plätze seien, an denen noch mehrere Menschen zusammenkommen.

Auch beim Lidl in Wien-Neubau müssen sich die Verkäufer erst an die Situation gewöhnen. Beim Toastbrot-Einschlichten verrutscht die Maske einer Mitarbeiterin immer wieder. Schließlich zieht sie den Stoff für einige Sekunden vom Gesicht, um tief Luft zu holen.

Zu groß für Kinder

Im Spar-Markt in der Wiedner Hauptstraße in Wien kämpfen einige Senioren mit der Maske. Sie wissen nicht wirklich, wie sie sie aufsetzen sollen. Und hier zeigt sich ein weiterer Pferdefuß: Für Kinder sind die Masken zu groß.

Kundin Ingrid Koller sieht die Masken zwiespältig: "Wenn sich alle an den Abstand halten würden und nicht husten, ohne sich die Hand vorzuhalten, würden wir die Masken gar nicht brauchen. Das macht nämlich keiner, auch nicht die Akademiker und dann heißt es wieder, dass es die Chinesen waren."

Übrigens: Wie oft diese Masken verwendet werden können, darüber sind sich die Supermärkte uneins. Während in manchen darauf aufmerksam gemacht wird, dass es sich um Einwegmasken handelt, betonen etwa Lidl, Hofer und Rewe, dass die Masken mehrmals verwendet werden sollen.

Als Masken-Alternative sind übrigens auch Schals oder Tücher zulässig.