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Chronik Österreich
04/03/2021

Superintendent über Ostern und Corona: "Hoffentlich stirbt nicht die Sehnsucht"

Lars Müller-Marienburg über die Probleme während der Pandemie.

von Martin Gebhart

Und wieder muss ein Osterfest wegen der Corona-Krise unter strengen Rahmenbedingungen stattfinden. Doch im Gegensatz zum Vorjahr hätte die evangelische Kirche bereits gelernt, damit umzugehen, sagt Superintendent Lars Müller-Marienburg im KURIER-Talk. Für das Oberhaupt der Diözese Niederösterreich ist es zwar „sehr schmerzhaft“, dass das Osterfest nicht so gefeiert werden kann wie vor der Pandemie. Aber: „Wir geben uns Mühe, dass es so gut wie möglich funktioniert.“

Diesmal sind die Kirchen ja offen. Aber jede Pfarrgemeinde entscheidet für sich, wie man damit umgeht. „Die Pfarren entscheiden ganz unterschiedlich. Manche machen auf, manche zu“, sagt Lars Müller-Marienburg. Andere wiederum hätten sogar Gottesdienste im Freien geplant, eine Art „Open-Air-Ostern“. Dazu komme, dass es seit dem Vorjahr im Digitalbereich sehr viele Innovationen gegeben habe. „Obwohl Ostern digital natürlich nicht das Gleiche ist wie Ostern in der Kirche.“

Sorge um Gemeinschaft

Grundsätzlich haben die Corona-Beschränkungen die Kirchen schon hart getroffen. Vor allem, weil die Gemeinschaft nicht wirklich gelebt werden konnte. Lars Müller-Marienburg: „Das Schmerzhafte ist sicherlich, dass der Kontakt im Seelsorglichen, also zu den Kranken und Schwachen, besonders erschwert ist. Da haben sich alle Kirchen am Anfang zu sehr zurückgezogen. Mit den schrecklichen Folgen, dass Menschen ohne Beistand gestorben sind.“

Mittlerweile wisse man zwar, wie damit besser umgegangen werden kann. Aber dennoch würden weiter die Zusammenkünfte fehlen, etwa beim gemeinsamen Osterfrühstück. „Hoffentlich stirbt nicht die Sehnsucht danach“, sagt der Superintendent. Die Corona-Stimmung in der Bevölkerung nimmt der evangelische Geistliche derzeit so wahr: „Ich glaube, was den Menschen wirklich große Schwierigkeit macht, sind die Einsamkeit und auch die Ohnmacht.“

Vor zwei, drei Jahren war in der evangelischen Kirche noch heftig diskutiert worden, ob der Karfreitag ein Feiertag für alle ist oder nicht. Damals entschied man sich mit Rücksicht auf die Wirtschaft dagegen. Für die evangelische Kirche ist diese Debatte um den Karfreitag noch nicht zu Ende. „Wir haben im vergangenen Jahr gesehen, dass es viel mehr Schließtage, die für viele Wirtschaftstreibende natürlich extrem schmerzhaft sind, geben kann, und gleichzeitig unser Land noch nicht zusammenbricht“, sagt Lars Müller-Marienburg.

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